Große Prunksitzung in Ubstadt

Vogelscheuchen, Schweine, Kühe und auch der eine oder andere Esel bestimmten das Bild der Ubstadter Prunksitzung am vergangenen Samstag. Entsprechend dem rustikalen Motto „Bauer, Bäuerin, Mist und Kuh – Ubstadt’s Esel das bist Du“, feierten die Ubstader Narren ohne den gewohnten Glamour, aber keineswegs weniger glanzvoll.

Pünktlich um 19.11 Uhr startete das Programm mit dem Einmarsch des Elferrat und seiner Garden. Spätestens hier fiel der Blick auf das aufwendig gestaltete Bühnenbild, welches wie gewohnt durch seine Farbenpracht und Detailtreue für Eindruck sorgte. Nach Begrüßung durch Sitzungspräsident Freddy Sicko, setzte die Minigarde mit ihrem abwechslungsreichen Gardetanz den ersten Glanzpunkt der Sitzung (Trainerinnen: K. Langhanke, A. Siegler). Die darauf folgende Ansprache von Freddy Sicko wurde jäh unterbrochen, als ihm Hausmeister Emil Schneider (M. Geiselhardt) ins Wort fiel. Mit einer großen Portion Humor gab dieser dem Publikum einen kurzen Einblick in seine Welt. Doch auch er hatte keine Chance seine Ausführungen zu Ende zu führen, denn seine Frau Elsbeth (S. Geiselhardt) stürmte den Saal und sorgte für schallendes Gelächter als sie ihrem Gatten die Grenzen aufzeigte. Weiter ging es mit dem einzigartigen Zwillings-Tanzmariechenpaar Anika und Sarah Kempf, welche die Zuschauer mit ihrer akrobatischen Choreographie zum Staunen brachten (Trainerin: K. Langhanke). Als die Resi vom Klothild Fischer Chor mit dem Traktor abgeholt wurde, sang das Publikum kräftig mit. Mit einem Repertoire aus weiteren alten und neuen Titeln sorgte der Chor aus Vereinsmitgliedern für Stimmung. Nach dieser Gesangseinlage hatten die Ubstadter Narren wieder Grund zum Staunen. Der Gardetanz der Piccologarde beeindruckte durch Anmut und tänzerisches Können (Trainerinnen: J. Pfersching, L. Jochim). Die Büttenrede des Pfarrers (Thomas Wetzstein) ließ die Zuschauer schmunzeln, als er als Gottes Vertreter auf Erden den Herrn sympathisch auf die Schippe nahm. Die kleinen Tanzmäuse verzauberten das Publikum mit ihrem liebevoll einstudierten Tanz als Bäuerinnen und Bauern (Trainerin: N. Tusint). Natürlich ließen es sich die Hardtseegugga auch in diesem Jahr nicht nehmen den Saal für sich einzunehmen. Mit neuen Kostümen, alten und neuen Songs brachten Sie die Halle zum beben und sorgten dafür, dass es keinen Zuhörer auf seinem Platz hielt. Nach einer kurzen Pause eroberten die Akteure dem Motto entsprechend als Bauern und Stalltiere die Bühne erneut und erhitzten die Stimmung mit Witz und Gesang. Eine Neuheit auf der Ubstadter Sitzung war die Darbietung der Handakustik-Künstler, welche mit Klatsch- und Trommelgeräuschen die tollsten Melodien kreierten (K. Langhanke u. Crew). Der „Leberwurst-Song“, welcher von Gunther Martin gewohnt authentisch vorgetragen wurde, sorgte für schallendes Gelächter. Der Showtanz der Minigarde ermöglichte dem Publikum einen Einblick in das Leben einer Fliege auf dem Bauernhof. Farbenfrohe Kostüme und kunstvolles Make-Up unterstützten das atemberaubende Schauspiel. Jede Gemeinde hat ihr Maskottchen. Und so fanden auch in diesem Jahr der Ubstadter Esel, die Weiherer Schnecke, der Stettfelder Krautkopf und der Zeuterner Weinschlauch zur Prunksitzung (M. Geiselhardt, G. Martin, U. Martin, B. Harlacher). Gewohnt humorvoll und charmant debattierten sie über die Tücken des Alltags. Dass auch die Herren der Schöpfung sehr wohl wissen ihre Körper zu Musik zu bewegen, bewiesen die Eselhopfer bei ihrem Showtanz (Trainerin: G. Trauth). S. Geiselhardt berichtete als Miss Sofie im Kuhpelz mit Witz und Charme von ihren Bauernhoferlebnissen. Den großen Abschluss machte die Piccologarde. Mit ihrer Verwandlung von den braven Bauernmädchen zu angsteinflößenden Horrorpuppen sorgten sie für den Überraschungseffekt. Fratzen Make-Up und aufwendige Püppchenkostüme rundeten das schaurige Bild ab. Zum Großen Finale trafen sich noch einmal alle Akteure auf der Bühne, bevor die Gäste an der Bar einen Drink genießen oder unter Begleitung der Band Manhattan bis in die Morgenstunden tanzen konnten.

Text und Bilder veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Elferrates und der Gemeinde Ubstadt-Weiher

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