Ärztlicher Bereitschaftsdienst in der Kritik

doctorDie kürzlich erfolgte Umstrukturierung der ärztlichen Bereitschaft in der Region Bretten ist Thema eines offenen Briefes von Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp. Der Brief liegt Kraichgau Radio vor:

Baden-Württemberg ist stolz darauf: Hier gibt es kein ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle wie in den meisten anderen Bundesländern. Bei allen landespoltischen Akteuren herrscht Konsens. Nirgendwo ist der ländliche Raum so stark wie im „Ländle“.

Noch! Denn das, was wir derzeit in Sachen Ärztlicher Bereitschaftsdienst in Bretten häppchenweise und am besten nur auf Nachfrage von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) erfahren, trägt wenig zur Attraktivität des Mittelbereichs Bretten bei. Keine Fahrdienste und damit Hausbesuche mehr durch Brettener Ärzte am Wochenende, sondern medizinische Versorgung aus Bruchsal mit langen Wartezeiten. Das macht nicht hoffnungsfroh. Gerade für nicht mobile Senioren dürfte sich das als Problem herausstellen. Der grundsätzliche Ärztemangel im ländlichen Raum, zum Glück noch nicht überall bei uns angekommen, verstärkt die Problematik.

Und damit nicht genug: Nun hat auch noch die Apothekenkammer ihre Wochenend- und Feiertagsdienste deutlich unfreundlicher für die Menschen im Mittelbereich Bretten organisiert. Künftig gilt es schon mal „15 km“ nach Bruchsal oder Pforzheim zu fahren.

Diese Sparmaßnahmen im medizinischen Bereich tragen der Ausgewogenheit zwischen städtischen und ländlichen Gebieten meiner Meinung nach längst nicht mehr Rechnung.

Die demographische Entwicklung, allseits diskutiert, mit immer mehr älteren Menschen in unseren Gemeinden wird bei dieser Politik der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und Apothekenkammer gänzlich ausgeblendet.

Dies schwächt die „Stärke“ der Fläche, erzeugt Landflucht in die großen Zentren.

Markus Rupp Bürgermeister Gondelsheim
Markus Rupp
Bürgermeister Gondelsheim

„Wehret den Anfängen!“

Zum Glück hat der Kreistag Karlsruhe mit dem Beschluss zum Erhalt bzw. Neubau der Rechbergklinik ein Zeichen für den ländlichen Raum gesetzt. Das alleine reicht jedoch bei weitem nicht aus! Wehren wir uns gegen die Gleichung „klein gleich schwach, groß gleich stark“, kämpfen wir für gleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land.

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