Gochsheim: Hausschild aus Sommerloch geborgen

|

Schild verlegt – Schild wiedergefunden – Freude groß

Wenn sich Vertreter von insgesamt drei lokalen Medien aufmachen um in Gochsheim der Feierstunde anlässlich der Wiederauffindung eines bemalten Brettes beizuwohnen, dann hat das Sommerloch 2019 sich offenkundig weit geöffnet. Neben besagten Medienvertretern versammelten sich heute Mittag im Hof des Graf-Eberstein-Schlosses Gochsheim auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Kraichtals historischstem Stadtteil, sowie Bürgermeister Ulrich Hintermayer höchstselbst. Gemeinsam mit Michael Staudte, dem neuen Vorsitzenden des Heimat- und Museumsvereins Kraichtal, enthüllte er das mit einem weißen Leintuch abgedeckte historische Hauschild aus dem Jahr 1715.

Doch was war eigentlich geschehen?

Nun, das ist schnell erklärt. Am 5. Dezember 2015 brannte in Gochsheim ein historisches Wohnhaus in der Hauptstraße nieder. Die daraus resultierende Brandruine und der Schuttberg beschäftigen die Gochsheimer und die Stadt Kraichtal seither, aber dies ist ein anderes Thema. Das historische Hauschild, das den Brand wie durch ein Wunder unbeschadet überstand, wurde von der Stadt Kraichtal sichergestellt und eingelagert. Leider geriet der Aufbewahrungsort in Vergessenheit und so begann die Suche nach dem alten, hölzernen Stück Gochsheimer Stadtgeschichte. Nun wurde das gute Stück auf einem städtischen Speicher in Oberöwisheim wiederentdeckt, zur großen Freude des Heimat- und Museumsvereins Kraichtal. Man war darüber so entzückt dass man mittels überall im Dorf verteilten Flyern zu besagter Feierstunde einlud, es aber leider im selben Zuge versäumte die Stadt darüber in Kenntnis zu setzen. Diese erfuhr von der kleinen Feierlichkeit erst über die Medien – Bürgermeister Ulrich Hintermayer sagte dennoch sein Kommen zu um das mittlerweile in städtischem Besitz befindliche Relikt, als Schenkung den Gochsheimer Historikern um Michael Staudte zu überreichen.

Kleine Feierstunde für ein Hausschild in Gochsheim

Man könnte diese Geschichte ganz pragmatisch mit wenigen Worten zusammenfassen: Schild verlegt, Schild wiedergefunden, Alle glücklich. Ob eine Feierstunde mit 30 Gästen, drei Medienvertretern, einem ehemaligen Bundestagsbageordneten und dem Stadtoberhaupt selbst für diesen Anlass nicht etwas überdosiert war, darüber ließe sich vortrefflich streiten. Wenn aber am Ende alle zufrieden sind, wollen auch wir uns nicht querstellen und steuern diesen Artikel gerne zu dieser großen, kleinen Mediensensation bei. Ergänzende Informationen dazu finden Sie heute als Aufmacher in der 20:15 Uhr Ausgabe der Tagesschau. Zwinker Smiley

Bleibt noch die Frage wie die Stadt Kraichtal das Schild derart gut verwahren konnte, dass es so lange brauchte um es wieder zu finden. Eine Antwort darauf bietet das vorliegende, exklusive Filmmaterial: (ab min 1:10)

Vorheriger Beitrag

K 2054, Richen – Stebbach ab 22. August gesperrt

Festzelte, Gaststätten, Spielplätze – Striktes Rauchverbot in Planung

Nächster Beitrag

2 Gedanken zu “Gochsheim: Hausschild aus Sommerloch geborgen”

  1. Ich stimme meiner Gattin wieder einmal zu…. Sehr schön geschrieben. Allerdings verwundert mich eines am Inhalt des Artikels:

    Die Stadt konnte gar nicht eingeladen werden weil der Termin der Übergabe bis hin zur Uhrzeit von der Stadt (sic!) selbst festgelegt und vorgegeben war.

    Warum also der Bürgermeister Termine aus seinem Rathaus aus den „Medien“ erfahren haben will wäre so rätselhaft wie das zeitweise Verschwinden des wertvollen historischen Schilds, das mit großem finanziellen Aufwand vom HuMV saniert worden war.

    Die Ortsgruppe Gochsheim hat wohl lediglich ihre Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins darüber informiert und für ein Gläschen Sekt gesorgt, um auf den erfolgreichen Abschluss anzustoßen. Dieser Einladung kam ich als Mitglied, und weniger in früheren Funktionen, gerne nach.

    Ansonsten teile ich die Freude, dass der leidige Vorgang einen guten Ausgang genommen hat.

Kommentare sind geschlossen.