Giftstoffe im Grundwasser um Bruchsaler Mülldeponie – Die Ergebnisse

Wie berichtet, wurde in einigen Vorlandmessstellen vor der Kreismülldeponie Bruchsal Vinylchlorid festgestellt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat es sich über biologische Abbauvorgänge aus den im Deponievorland früher vorhandenen, leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW) gebildet, und handelt es sich somit um eine Altemission.

 

Zum Verständnis hier die Antworten des Umweltamtes im Landratsamt Karlsruhe auf aktuelle Fragen:

 
1. „Wie groß ist der Schaden im Grundwasser?
Aufgrund von drei Kontrollebenen, bestehend aus mehr als 20 Grundwassermessstellen kann die Schadstofffahne gut abgegrenzt und bewertet werden. Es zeigen sich zwei lokale Belastungsbereiche im direkten nordwestlichen Abstrombereich der Kreismülldeponie. Die höchsten Gehalte (44 mg/l) werden im Zentrum der nördlichen Fahne, ca. 200 Meter von der Deponie entfernt, gemessen. Von dort sinken die Gehalte sehr stark ab. Die Untersuchung der Messstelle, die etwa 1000 Meter nordwestlich zwischen Deponie und Wasserschutzgebiet für die Wassergewinnungsanlagen des Zweckverbandes Wasserversorgung Kraichbachgruppe liegt, hat keinen Befund für Vinylchlorid ergeben.

 
2. Besteht eine Besorgnis für das Trinkwasser?
Die aktuelle Trinkwasserversorgung ist sicher. Bei den letztmaligen turnusgemäßen Untersuchungen des Trinkwassers von Anfang des Jahres ergaben sich für CKW keine Befunde. Dennoch wurden aus Vorsorgegründen am 02. Juni 2014 durch ein Untersuchungslabor Proben aus dem Trinkwasser im Wasserwerk der Kraichbachgruppe entnommen und gezielt nach Vinylchlorid untersucht. Eine Besorgnis für die zukünftige Trinkwasserversorgung kann derzeit aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse ausgeschlossen werden. So sind die näheren Zustrompegel zum Wasserschutzgebiet ohne Befund. Außerdem wird der Untersuchungsumfang künftig durch eine zusätzliche Messstelle noch erweitert als weitere Vorsorgemaßnahme.

 
3. Gibt es eine Schadensquelle?
Aufgrund des dominierenden Abbauproduktes Vinylchlorid und der beinahe nicht mehr vorhandenen Ausgangsstoffe muss der Schaden vor Jahrzehnten entstanden sein. Was ursächlich für den Schaden war, ob industrielle Ablagerungen auf der alten Hausmülldeponie von Bruchsal, ein Tankwagenunfall oder eine Leckage eines Tanks auf den Gleisen der Bahnlinie oder ähnliches, lässt sich heute nicht mehr systematisch aufklären. Fest steht, der heutige Schaden befindet sich am Ende eines Abbauprozesses. Vinylchlorid geht in der nächsten Stufe in Ethen über und verschwindet so mit den Jahren aus dem Grundwasser.

 
4. Was tun die Behörden?
Nach vorläufiger Bewertung des Schadens durch das Regierungspräsidium, das Landratsamt – Amt für Umwelt und Arbeitschutz, Umwelttechnik – und ein Gutachterbüro sind zur genaueren Eingrenzung und zukünftigen Beobachtung des Schadens und zur Bewertung von Sanierungsmöglichkeiten folgende Maßnahmen festgelegt:
Bau einer weiteren Grundwassermessstelle und deren regelmäßige Beprobung, Ergänzung des Untersuchungsprogramms der Deponie.
Bis Herbst 2014 ist eine umfassende Betrachtung erarbeitet, die der Wasserbehörde des Landratsamtes und dem Regierungspräsidium Karlsruhe zur Bewertung vorgelegt werden wird. Da zunächst eine Messstelle gebohrt werden soll und ein Beprobungsprogramm vorgesehen ist sowie die Abbau- bzw. Sanierungsmöglichkeiten ausgelotet werden sollen, wird sich die Erarbeitung über rund drei Monate erstrecken.“
In dem folgenden Schaubild ist die Belastungssituation anhand der Grundwasserpegel dargestellt.

 

Wasserkarte

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