Germania Weingarten unterliegt knapp Nendingen

Enttäuschung bei den Fans der Weingartner
Enttäuschung bei den Fans der Weingartner

„Unglücklicher kann man nicht verlieren.“ Ralph Oberacker, der Vorsitzende des Ringervereins SV Germania brachte es auf den Punkt. Aufgrund einer einzigen Einzelwertung hatte seine Mannschaft den Finalkampf gegen den ASV Nendingen verloren und die dritte Meisterschaft verpasst. Vom ersten Moment an war die Atmosphäre in der unterkühlten Eishockey-Halle heiß. Rund 6000 Zuschauer bildeten in der Helios-Arena eine gigantische Kulisse gegen ein paar Hundert Weingartner. „Der Druck beim ASV ist enorm hoch“, hatte der Vereinspressesprecher Thomas Reuter vor dem Kampf vermutet. Große Investitionen in Weltstars forderten Rechtfertigung und diese könne nur ein Titelgewinn bringen. Ein Transparent der Gegner mit „Heute schreiben wir Geschichte“ bestätigte seine Worte. Weingarten dagegen war in dieser Saison mit deutlich niedrigeren Ansprüchen angetreten. „Das Viertelfinale erreichen“ war zunächst das Saisonziel des Trainers. „Ich hätte nie gedacht, dass wir so weit kommen und überhaupt das Finale erreichen“ sagten unisono die Fans. Also konnten die Germanen völlig befreit auf die Matte gehen. Natürlich schlug trotzdem jedem das Herz bis zum Hals. Eng umschlungen standen die Kämpfer zu den Klängen der Nationalhymne und verkörperten Teamgeist. Schon der erste Kampf ließ die Emotionen explodieren. Der Mann im blauen Trikot lag bereits nach der ersten Minute deutlich vorn und die Gäste waren aus dem Häuschen über diesen Start, doch es kam anders. Die Halle tobte und am Ende hatte der erste Kämpfer des SVG eine 4-Punkte-Niederlage kassiert. Im Folgenden bestimmten Duelle auf Augenhöhe das Geschehen. Verbissenheit und Taktik prägten die Kämpfe.
Die Weingartner zeigten einen enormen Kampfgeist und wurden unermüdlich von ihren Anhängern unterstützt. Eine Hypothek von zwei Punkten Rückstand hatten sie aus dem Heimkampf aufzuholen. Es war ein irrsinniger Krimi. Nichts schien unmöglich. Zum Pausenstand hatten sie den Rückstand auf zwei Punkte Vorsprung gedreht. „Ich bin jetzt schon mit den Nerven fertig“ erklärte Vorstandsmitglied Sebastian Höhne. „Ich habe uns schon die Felle davon schwimmen sehen, aber jetzt sieht es gut aus“, meinte Bürgermeister Eric Bänziger zuversichtlich.

„Das ist noch nicht in trockenen Tüchern“ glaubte dagegen Günther Langer, Weingartens Protokollant am Kampfrichtertisch. „Der Schiedsrichter ist schwach“, urteilte Jürgen Geißelhardt, Trainer der zweiten Mannschaft bereits zu diesem Zeitpunkt. Er und alle Skeptiker sollten recht behalten. Im letzten Kampf des Abends fehlte dem SVG ein Punkt. Somit hat Weingarten den Kampf zwar mit 14 zu 16 Punkten gewonnen. Damit war ein Unentschieden erreicht, den Ausschlag gab letztendlich die Anzahl der Einzelsiege. Doch beim Abschluss in der Mineralix-Arena gab es von den Anhängern nur eine Sichtweise: „Das Glas ist halb voll und nicht halb leer. Der SVG ist Vizemeister.“ In einer bewegenden Ansprache rief Oberacker seine Ringer zu sich, hatte für jeden ein persönliches Wort und beschwor noch einmal den Mannschaftsgeist, den der Verein auch in die nächste Saison mitnehmen will.
Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

Symboldbild: morguefile.com

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