Geothermieprojekt Graben-Neudorf – Start der kilometertiefen Bohrungen steht bevor

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Kontrollstellen für seismische Aktivität und Grundwasser in Betrieb

Wenn nichts mehr dazwischen kommt, wird sich der große Bohrer noch in diesem Monat erstmals in Bewegung setzen. Auf einem eigens dafür erschlossenen Gelände am Ortsrand von Graben-Neudorf plant die “Deutsche Erdwärme” die Errichtung eines Geothermie-Kraftwerkes, laut Unternehmen sind die Vorbereitungen für die Bohrung so gut wie abgeschlossen.

Noch im Laufe des Mai soll die erste Bohrung für den künftigen Kraftwerksbetrieb in Angriff genommen werden, geplant sind Bohrtiefen von etwa 3500 Meter. In dieser Tiefe wird das für den Betrieb der Anlage notwendige Thermalwasser vermutet. Laut “Deutsche Erdwärme” soll der Bohrvorgang permanent durch ein Netzwerk aus Messstationen überwacht werden, welches sowohl seismische Aktivitäten als auch den Stand des Grundwassers im Blick hat.

„Das seismische Monitoring und das Grundwasser-Monitoring sind sehr bedeutende Bausteine unseres Sicherheitskonzepts, denn sie adressieren zwei wesentliche Anliegen, die von Bürgerinnen und Bürgern im Zusammenhang mit tiefer Geothermie an uns herangetragen werden. Sie erwarten einen sicheren Betrieb ohne Erschütterungen und den Schutz des Grundwassers“, so Geschäftsführer Dr. Herbert Pohl in einer durch das Unternehmen versandten Pressemitteilung.

Zweifel an der Sicherheit der geplanten Anlage äußern bereits seit langem die Vertreter der Bürgerinitiative BI Tiefengeothermie Graben-Neudorf/Waghäusel. “…Wir Anwohner haben große Sorge um unsere Lebensqualität, unser Eigentum und unsere Gesundheit..” so die BI auf ihrer Webseite.

Ob sich die Befürchtungen der Kritiker bewahrheiten werden, bleibt nun abzuwarten. Auch ob tatsächlich in rund 3,5 Kilometern Tiefe das erhoffte heiße Grundwasser erschlossen werden kann. “Mit dem Beginn der Tiefenbohrung tritt das Geothermie-Projekt in seine nächste Phase. Die Bohrung wird zeigen, ob die Annahmen der Planer und des Bergamtes zutreffen und nutzbares heißes Wasser in der Tiefe gefunden wird.“ so Graben-Neudorfs Bürgermeister Christian Eheim gegenüber Hügelhelden.de.

Während die Bohrungen in Graben-Neudorf starten, laufen bereits die Vorbereitungen für das nächste Projekt der “Deutsche Erdwärme” im benachbarten Dettenheim an. Erst gestern Abend stellte sich das Unternehmen den Rückfragen und Argumenten der Bürgerinnen und Bürger bei einer entsprechenden Sprechstunde in der Festhalle.

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