Gemminger Wasserballer steigen in die Verbandsliga auf

Ulm und Freiburg statt Möhringen, Villingen-Schwenningen statt Kornwestheim, und natürlich das Derby gegen die SSG Heilbronn. Einige Tage nach Ende der Spielrunde kam die überraschende Meldung der Rundenleiterin Andrea Ettengruber: Nachdem sowohl Cannstatt als auch Esslingen verzichten, steigen die Wasserfreunde in die Verbandsliga Baden-Württemberg auf. Sieben Jahre nach dem Abstieg in die Bezirksliga kam der Aufstieg eher unverhofft. Zur Erinnerung: In der abgelaufenen Saison der Wasserball-Bezirksliga Mittlerer Neckar belegten die Wasserfreunde Gemmingen mit 20:8 Punkten und 216:134 Toren den dritten Platz im Achterfeld der Tabelle. Bezirksmeister wurde der SV Cannstatt II (24:2 Punkte) vor dem SSV Esslingen III (22:6).


Deutschland ist Weltmeister, die Fußballnationalmannschaft zumindest. Doch die Wasserfreunde hatten auch dieses Jahr keine weltmeisterliche Saison. Aber es war auch keine schlechte. Die Rückkehrer Timo Haueisen, der gleich zum Spielertrainer avancierte, und Patrick Naumann sowie der „Neue“ Karsten Schreyer haben Einiges bewegt. Immerhin haben die Drei 78 der 206 Gemminger Tore geworfen. Und sie haben dafür gesorgt, dass die Bank immer gut besetzt war. Mindestens mit elf, oft mit 13 Spielern. „Manchmal wurden sogar Freiwillige gesucht, die nur zum Schauen ins Bad gekommen waren“, blickt Wasserballwart Mike Kösser schmunzelnd zurück. Gewohntes zeigte sich natürlich auch. Die Abschlussschwäche im Überzahlspiel und leider auch die Niederlagen gegen den Polizeisportverein Stuttgart. Immerhin siegten die Kraichgauer gegen den PSV in der Pokal-Zwischenrunde. „Das Pokal-Halbfinale gegen Cannstatt war eines der besten Spiele, die ich von uns seit Jahren gesehen habe“, schwärmt Kösser immer noch. Leider hat es nicht zur Sensation gereicht, aber nahe dran waren die WfG-ler beim 13:15 im heimischen Freibad. Die Runde begann wie immer – mit einer Niederlage. Diesmal gegen Esslingen und richtig deutlich. Danach punkteten die Wasserfreunde wie erwartet in Kornwestheim. Und dann gewannen sie im ungeliebten, gefühlt riesigen Inselbad in Untertürkheim mit 18:7 gegen Zuffenhausen, gegen die sie in der Pokalrunde einige Wochen vorher noch verloren hatten. „Leider bekamen wir im Frühjahr wieder keine Konstanz in unsere Leistung und stolperten erneut“, bilanziert Spielertrainer Timo Haueisen, „und da meine ich nicht die Niederlage gegen den Meister Cannstatt“. Denn die haben diese Runde nur deshalb zwei Minuspunkte, weil Deutschland Weltmeister ist und die Cannstatter das Spiel gegen Brasilien sehen wollten und keine Lust auf Wasserball hatten. Am Ende sind die Gemminger auf Platz 3 ins Ziel gekommen. 20:8 Punkte klingt gut und fühlt sich auch so an, wäre da nur nicht diese eine Niederlage gegen den PSV im Gemminger Freibad. „Hier müssen wir uns in der neuen Saison auf jeden Fall steigern, das Gemminger Freibad muss wieder zu der für Gegner uneinnehmbaren Festung werden, die es schon so viele Jahre lang war“, weiß Mike Kösser. Gegen Ende der Saison kam dann noch ein Novum dazu. Nachdem die WfG-ler im Pokal viele Heimspiele in der Fremde absolvieren, hatten sie diesen Sommer den MTV Stuttgart zu dessen Heimspiel im Gemminger Freibad. „Alles in allem können wir schon mit der abgelaufenen Saison zufrieden sein“, freut sich auch der 1. Vorsitzende Gerold Heuser auf die Verbandsliga. „Und vielleicht trägt der Aufstieg dazu bei, das wir auch in der ungeliebten Zeit, in der das Freibad geschlossen hat, den inneren Schweinehund häufiger überwinden und doch ins Training zu gehen“, meint Spielertrainer Haueisen mit einem Augenzwinkern. Denn ohne Training wird der ersehnte Pokalerfolg nie erreichbar sein, der auf der Liste immer noch ganz oben steht – weit oben, aber immer noch gut lesbar. Dann hätten die Wasserfreunde alles, was sie brauchen: Freunde, Freude am Spiel, ein bisschen körperliche Fitness und natürlich Durst. Trotz Sommerferien trainieren die Wasserfreunde weiter. Denn am 6. und 7. September steht der Saisonhöhepunkt, das 38. Gemminger Wasserballturnier an. sb

Wasserfreunde Gemmingen, Sönke Brenner

Abschlusstabelle Bezirksliga Mittlerer NeckarBezirksliga Mittlerer Neckar 2013/2014

  • 1 SV Cannstatt III 248 : 112 24 : 2
  • 2 SSV Esslingen III 190 : 128 22 : 6
  • 3 Wf Gemmingen 216 : 134 20 : 8
  • 4 SSV Zuffenhausen II 152 : 121 15 : 11
  • 5 PSV Stuttgart II 177 : 173 14 : 14
  • 6 MTV Stuttgart I 122 : 178 9 : 19
  • 7 SV Kornwestheim 111 : 186 6 : 22
  • 8 SGW SC Möhringen/VfvS Stuttgart 103 : 287 0 : 28

Bemerkung: Aufgrund von Badproblemen und aus Zeitgründen entfiel das Spiel SVC III – SSV Zuffenhausen II komplett und blieb ohne Wertung! Die Spielrunde ist mit einem Spiel weniger abgeschlossen.

Auf- und Abstiege:
Aufsteiger in die Oberliga:
SGW Durlach/Ettlingen

TSG Backnang
Absteiger aus der Oberliga:
SSV Freiburg

SSV Ulm
Aufsteiger aus den Bezirksligen:
SSG Weil am Rhein (Baden)

Wasserfreunde Gemmingen (Mittlerer Neckar)
Absteiger in die Bezirksligen:
SV Heidenheim 04

VfL Sindelfingen

Ähnlicher Artikel

Nach Eppinger Hexenkessel-Vorfall – Kraichtaler Hexe vor Gericht

Nach Eppinger Hexenkessel-Vorfall – Kraichtaler Hexe vor Gericht

Mitglied der „Bohbrigga Hexenbroda“ angeklagt Nun also doch. Nachdem die Behörden monatelang intensiv im Falle…
Leerstehende Eppinger Sisha-Bar geht in Flammen auf

Leerstehende Eppinger Sisha-Bar geht in Flammen auf

Heute Nacht kam es in einem leerstehenden Haus in der Mühlbacher Straße in Eppingen zu…
Fast geschafft Eppingen – Letzter Bauabschnitt auf der B293

Fast geschafft Eppingen – Letzter Bauabschnitt auf der B293

B 293 –Fahrbahndeckenerneuerung zwischen Eppingen West und Gemmingen Vierter und letzter Bauabschnitt Vollsperrung von 7.…
Ein Fest für die tolle Knolle

Ein Fest für die tolle Knolle

Das war der Eppinger Kartoffelmarkt 2018 Die Kartoffel gehört zu Eppingen wie der Pfeifferturm oder…