Gemeinderäte aus Ubstadt-Weiher nehmen heimischen Wald in Augenschein

Revierleiter Fiedler (links) informierte Bürgermeister Löffler und die Gemeinderäte über die Waldbewirtschaftung
Revierleiter Fiedler (links) informierte Bürgermeister Löffler und die Gemeinderäte über die Waldbewirtschaftung

Wie es in Ubstadt-Weiher Tradition ist, hatte Bürgermeister Löffler am vergangenen Wochenende aktive und ehemalige Gemeinderäte zu einem ausgedehnten Waldspaziergang eingeladen. Unter sachkundiger Führung von Bernd Schneble, Leiter des Forstbezirks Ost, und Florian Fiedler, der seit Mai 2012 Revierleiter in Ubstadt-Weiher ist, konnten sich die Teilnehmer ein eindrucksvolles Bild von der Entwicklung des Gemeindewaldes machen. 430 Hektar umfasst der Gemeindewald, davon sind 94 % Laubholzbestände. So standen im Mittelpunkt der Begehung dann auch die Laubbäume. Die Begehung begann bei der Naturverjüngungsfläche für Eichen im Gewann Weihbett. Auf einer Fläche von 2 Hektar wurde hier eine „Kinderschule“ für Eichen geschaffen. „Die Eicheln keimen dort ideal, wo sich bereits die Altbäume sehr gut entwickelt haben. Da sie viel Licht brauchen, ist es erforderlich, die zwischen den Eichen aufgehenden Hainbuchen in intensiver Handarbeit zu entfernen. Die Eiche ist eine der wichtigsten Baumarten für den Umweltschutz“, so Forstdirektor Schneble. Im Gewann Weihbett liegt der Ausgangsbestand an Eichen ca. bei 70 %. Durch die Verjüngung soll erreicht werden, dass auch in den nächsten 180 Jahren wieder 60 bis 70 % an Eichen dort stehen. Beim zweiten Waldbild ging es um die Vogelkirsche. Revierleiter Fiedler veranschaulichte den Teilnehmern, wie die Entastung der Kirsche erfolgt, die erforderlich ist, damit die Äste nicht in das Stammholz einwachsen und so zu einer Wertminderung des Edelholzes führen. Im Gegensatz zu den Eichen sei die Kirsche ein schnell wachsender Baum, der bereits nach 70 bis 80 Jahren geerntet werden kann. Aber auch über eine weniger erfreuliche Entwicklung im Gemeindewald informierte Bernd Schneble. Das sogenannte Eschentriebsterben, das durch einen Pilz verursacht wird, hat zahlreiche Eschen betroffen. Man hofft, dass einige Bäume eine Resistenz gegen den Pilz entwickeln. Anschließend informierte Forstdirektor Schneble noch über die Buchennaturverjüngung, die sich ohne große Eingriffsmaßnahmen im Gemeindewald sehr gut entwickelt habe. Ein Thema, das die Teilnehmer berührte, war die späte Vergabe des Schlagraums. Aufgrund der Witterung – kein Frost, dafür immer wieder Regen – kann erst jetzt das Stamm- und Polterholz gerückt werden. Mit schwerem Gerät waren die Waldwege zuvor nicht befahrbar. Der zugeteilte Schlagraum kann erst nach Abfahrt des Stamm- und Polterholzes aufgearbeitet werden, wofür Revierleiter Fiedler um Verständnis warb.

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