Freie Demokraten setzen sich weiter für Musikakademie in Kürnbach ein

Freie Demokraten setzen sich weiter für Musikakademie in Kürnbach ein
Zusammen mit dem Kürnbacher Bürgermeister Karl-Heinz Hauser (r.) setzen sich die FDP-Politiker Simon Ohlig (v.l.), Carolin Holzmüller und Heiko Zahn weiter für die Musikakademie in Kürnbach ein. (Foto: Jung)

Sehr hohen Millionenzuschuss für Neubau in Plochingen halten regionale FDP-Politiker „zurzeit für nicht machbar“

„Nach vielen Gesprächen in den vergangenen Tagen gehen wir davon aus, dass der Blasmusikverband Baden-Württemberg für den Neubau eines Musikzentrums in Plochingen einen sehr hohen Millionenbetrag an Landeszuschüssen benötigt“, sagte der Kreisvorsitzende der Freien Demokraten FDP Karlsruhe-Land Heiko Zahn. Die FDP in der Region Karlsruhe werde sich weiterhin für die bisherige Musikakademie in Kürnbach einsetzen, „die nach 47 Jahren nicht mit Landeszuschüssen liquidiert werden“ dürfe. „Wir haben weiterhin erhebliche Zweifel, dass es nicht schon vorher Zusagen für Fördermittel gegeben hat, um ein neues Musikzentrum in Plochingen zu errichten“, ergänzte FDP-Landtagskandidatin Carolin Holzmüller (Wahlkreis Bretten). Der baden-württembergische Blasmusikverband müsse deshalb von der geplanten Schließung der Einrichtung zum 31. März 2016 absehen.

Die Freien Demokraten waren misstrauisch geworden, als nach einem Vor-Ort-Termin mit Bürgermeister Karl-Heinz Hauser in Kürnbach und dem Einsatz für die Erhaltung der Kürnbacher Musikakademie „massive, obszöne und orthografisch problematische Beschimpfungen“ von Blasmusik-Funktionären aus dem Zollern-Alb-Kreis auf der Facebook-Seite der Brettener FDP eingegangen waren. „Als sich dann sonst in unserer Region (Beispiel „Regionalexpress“) wenig oder gar nicht engagierte Landtagsabgeordnete der Grünen zu Wort meldeten und den Einsatz der FDP für Kürnbach kritisierten, haben wir weiter recherchiert, da wir offenbar in ein Wespennest gestochen haben“, betont FDP-Landtagszweitkandidat Simon Ohlig (Kraichtal).

Die drei FDP-Politiker halten das Kürnbacher Gebäude wegen rechtlicher Probleme (Schenkungsvertrag der Gemeinde Kürnbach mit Auflagen von 1968) für zurzeit nicht „veräußerbar“. Der Zuschussbedarf für das Plochinger Musikzentrum würde sich infolgedessen um bis zu zwei weitere Millionen Euro erhöhen. „Wir sind keine Blasmusik-Hasser, wie die aufgebrachten Shitstormverfasser behaupten. Wir setzen uns vielmehr für unsere Region und Heimat ein – und wir lassen uns nicht einen bewährten Musikstandort mit Landeszuschüssen kaputt machen“, sagte Heiko Zahn weiter. „Der Blasmusikverband kann entscheiden, was er will. Wenn man aber Zuschüsse von anderen braucht, ist das keine ‚demokratische Verbandsentscheidung‘ mehr – zumindest nach meinem rechtsstaatlichen Verständnis“, betonte der FDP-Kreisvorsitzende. Die Kürnbacher Musikakademie sei in den vergangenen Jahren sehr gut ausgelastet gewesen. Von Musikern aus ganz Deutschland werde immer wieder die Qualität der Akustik des Konzert-Probensaales in Kürnbach hervorgehoben, der sich besonders gut für Tonaufnahmen eigne. „Das sind alles Argumente, die für die Beibehaltung und Modernisierung der Musikakademie in Kürnbach sprechen“, analysierte Carolin Holzmüller. Dafür könnte „man gerne auch Landeszuschüsse beantragen.“

Zur Klärung des Sachverhalts fordern die regionalen Liberalen erst einmal, „den Zuschussantrag des Verbandes für den geplanten Neubau in Plochingen an das Land nicht weiter zu bearbeiten und eine Entscheidung auszusetzen“, bevor die Angelegenheit zum absoluten Nachteil von Kürnbach und der Gemeinde nicht geklärt ist. Die FDP will dabei wissen, warum der Blasmusikverband – wie auf seiner Website dokumentiert – eine so detaillierte Planung für den Plochinger Neubau vorlegen konnte, wenn es von Seiten der Landesregierung keine Zuschussversprechungen gab, wie es Landtagsabgeordnete der Grünen nun behaupten. Zur besseren Transparenz für Kürnbach und die Region Karlsruhe sei auch die Einbindung des Landesrechungshofs denkbar. Das Land Baden-Württemberg müsse bei einem Neubau in Plochingen der kleinen Gemeinde Kürnbach mit ihren knapp 2250 Einwohnern gleichwertigen Ersatz für die Nutzung bieten und dabei ebenso den Landkreis Karlsruhe einbinden. Außerdem müsse den bisherigen Mitarbeiter der Musikakademie nach sozialen Grundsätzen beispielsweise durch einen Sozialplan oder Abfindungen eine Perspektive geboten werden. (Pressemitteilung der FDP)

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