Frau aus der Region kämpft weiter. Prozess um billige Brustimplantate geht in die nächste Runde

Frau aus der Region kämpft weiter - Prozess um billige Brustimplantate geht in die nächste Runde
Der PIP-Skandal – Allein in Deutschland sind mindestens 5.000 Frauen betroffen. Bild: Symboldarstellung

Bereits 7 Jahre ist es her, dass Iris Herold, eine Mutter von drei Kindern, beschloss sich Brustimplantate einsetzten zu lassen. Ein plastischer Chirurg aus Karlsruhe setzte Ihr daraufhin zwei Implantate von Poly Implant Prothèse, besser bekannt als PIP ein. Rund 6000 Euro hat Iris Herold für den Eingriff bezahlt. (1) Wenig später wurde bekannt, dass die Herstellerfirma PIP jahrelang statt der offiziell verwendeten Silikoneinlagen in großem Stil solche aus billigem Gel abgefüllt hat. (3) Als sich dann zudem herausstellte, das manche der Implantate im Körper der Patientinnen geplatzt waren, war der Skandal perfekt. Das französische Unternehmen produzierte 20 Jahre lang etwa 100.000 Implantate pro Jahr. Davon sollen etwa 10.000 nach Deutschland geliefert worden sein. (3) Wie tausenden anderen Frauen, wurden auch Iris Herold die minderwertigen PIP-Implantate eingesetzt.  Das wollte Sie nicht einfach hinnehmen und reichte beim Landgericht Karlsruhe im Januar 2012 Klage ein.(4) Die auf Schmerzensgeld und Feststellung sonstiger Schadens-ersatzansprüche gerichtete Klage wendet sich ursprünglich gegen die operierende Klinik, gegen die zertifizierende Stelle sowie gegen das Unternehmen, das das verwendete Silikon geliefert haben soll. (5) Von der Herstellerfirma PIP konnten schließlich keine Zahlungen erwartet werden – durch den Skandal ging das Unternehmen bankrott, der Chef sitzt mittlerweile hinter Gittern.

Es könne „ein Auto drüberfahren“

Doch der Prozess zieht sich seitdem in die Länge. Im Winter 2012 sollte ein medizinischer Sachverständiger dazu Stellung nehmen, ob die Aufklärung durch den implantierenden Arzt ausreichend war oder mögliche Risiken – etwa durch die Aussage, es könne „ein Auto drüberfahren“ – verharmlost wurden.(5)  Nun, fast 2 Jahre später, geht der Prozess am Landgericht Karlsruhe in die nächste Runde.  Nachdem der Kammer inzwischen das Gutachten des Sachverständigen vorliegt, soll dieser mündlich angehört werden. Auf Klage gegen den Lieferant der Silikon-Implantate und gegen die Bundesrepublik Deutschland hat die Klägerin nun verzichtet. Die BRD selbst hatten Iris Herold und ihr Anwalt ursprünglich dafür belangen wollen,  weil das für die Erfassung und Bewertung von Risiken zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hätte Warnhinweisen viel früher nachgehen müssen. Der nächste Verhandlungstag ist für Dienstag den 28.Oktober angesetzt – wir berichten nach.(7)

 

 

Quellen:

Die Welt vom 13.11.2012 (1)

Spiegel Online vom 13.11.2012 (2)

Wikipedia PIP-Artikel (3)

Landgericht Karlsruhe Pressemitteilung vom 23.01.2012 (4)

Landgericht Karlsruhe Pressemitteilung vom 25.10.2012 (5)

Landgericht Karlsruhe Pressemitteilung vom 30.11.2012 (6)

Landgericht Karlsruhe Pressemitteilung vom 17.10.2014 (7)

 

Bild: Symboldarstellung

 

 

 

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