Forster Naturdenkmal „Eschig“ auf Vordermann gebracht

Forst Naturdenkmal „Eschig“BUND: Pflegetag am Naturdenkmal „Eschig“ war ein Erfolg – Prof. Dr. Wilhelm Barthlott berichtete aus Jugendzeit

Forst (hc) Der BUND Bruhrain hat im Oktober mit einer beachtlichen Pflegeaktion am flächenhaften Naturdenkmal „Schelmenlache“ gewirkt. 25 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, darunter beinahe alle Auszubildenden der Gemeinde Forst, haben sich hochmotiviert mit großem Fleiß beteiligt. Ein weiterer Erfolg war die jüngste BUND-Aktion am Naturdenkmal „Eschig“, unweit des Freizeitparks „Heidesee“. 15 Helferinnen und Helfer aus Forst und der Region haben die Nachtschattengewächse zwischen den Bäumen ausgegraben, um eine Aussamung zu verhindern. Darüber hinaus wurden die Sträucher und Hecken beseitigt, um der ehemaligen „Sanddüne“ Luft und Sonneneinstrahlung zu verschaffen. Am späten Vormittag trafen der gebürtige Forster Prof. Dr. Wilhelm Barthlott und Bürgermeister Reinhold Gsell ein.

Die im „Eschig“ befindliche seltene Sanddüne, schon als verloren geglaubt, wurde 2013 vom BUND in Zusammenarbeit mit der Gemeinde wieder freigelegt. Das Naturdenkmal ist dem renommierten Wissenschaftler aus seiner Jugendzeit bestens bekannt. Prof. Dr. Barthlott, der bis zu seiner Emeritierung unter anderem in der Biodiversitätsforschung und als Direktor des Botanischen Gartens in Bonn tätig war, entdeckte als Systematiker den Aufbau wasserabweisender Pflanzenoberflächen, bekannt als „Lotus-Effekt“. Der Wissenschaftler berichtete vor rund 25 interessierten Zuhörern aus seiner Forster Jugendzeit, die er oft in der „Schelmenlache“ und im „Eschig“ verbracht hatte. Er erinnerte sich an die früher zahlreich vorhandenen und urzeitlich geformten Käfer, Wildbienen, Heuschrecken und andere heute selten gewordene Insekten und Pflanzen. Seine Erzählungen, wie sich die Sanddüne in den letzten Jahren zu einem eutrophierten (mit zu vielen Nährstoffen versehenen) Biotop verwandelt hat, waren eine interessante Erkenntnis und eine Bereicherung für alle Teilnehmer dieses Pflegetages. Es wurde die Idee entwickelt, der überdüngten Sanddüne mit neuem Sand auf die Sprünge zu helfen. Ebenso wurde als notwendig angesehen, die Laub- und somit Dünger liefernden Bäume auf der Südostseite der Düne behutsam zu dezimieren. Es könnte somit die Möglichkeit bestehen, wieder eine seltene, sonnendurchflutete beispielsweise mit Silbergras bewachsene Düne zu schaffen. Viel Geduld und Experimentierfreude sind angesagt, um den Rettungsversuch des schützenswerten Denkmals „Eschig“ gelingen zu lassen. Bürgermeister Reinhold Gsell dankte allen Teilnehmern und insbesondere Professor Dr. Wilhelm Barthlott, für seine fachlich fundierten Informationen.

 

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