Forscherfahrt durch den Karlsruher Stadtbahntunnel

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Ein Messfahrzeug der AVG sammelte heute im Rahmen eines Forschungsprojekts mit dem KIT wertvolle Daten zum Zustand der Bahninfrastruktur im Karlsruher Stadt-bahntunnel. Dieser soll im Dezember 2021 in Betrieb genommen werden. Foto: KVV/Nicolas Lutterbach

AVG und KIT sammeln mit Messfahrzeug Daten zur Bahninfrastruktur

Wertvolles Datengold: Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben heute mit einer Messbahn Fahrten im Karlsruher Stadtbahntunnel durchgeführt. Ziel war es, Daten zur Optimierung der Bahn-Infrastruktur und des Bahnbetriebs zu gewinnen.

„Der Stadtbahntunnel gibt uns die einmalige Möglichkeit, eine breite Datengrundlage auf einer Strecke zu generieren, auf der sich die Infrastruktur noch in einem komplett neuen Zustand befindet“, erklärt Markus Tesar, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Fahrzeugsystemtechnik des KIT. „So können wir im Rahmen einer Lang-zeitstudie diese Daten dann mit späteren Werten vergleichen und so beispielsweise Rückschlüsse ziehen, wie sehr sich die Schieneninfrastruktur im Tunnel im Laufe der Jahre abgenutzt hat“. Seit Juni 2019 sammeln AVG und KIT im Zuge eines Koopera-tionsprojekts mit ihrem „rollenden Labor auf Schienen“ solche Daten, um den Schie-nenverkehr hinsichtlich Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit zu optimieren.

Auch in der Eisenbahnbranche ist die Digitalisierung in den vergangenen Jahren im-mer weiter vorangeschritten. Bei der AVG haben wissenschaftliche Mess- und Analy-severfahren ebenfalls Einzug gehalten. Dem kommunalen Verkehrsunternehmen liefert das Forschungsprojekt mit dem KIT wertvolle Erkenntnisse für den Erhalt ihrer Infrastruktur und für betriebliche Optimierungen. „Auf Grundlage dieser wissenschaft-lichen Datenbasis können wir beispielsweise den Zustand unserer Schienen bewer-ten und diese dann rechtzeitig erneuern, bevor größere Schäden auftreten. So las-sen sich auch betriebliche Einschränkungen für den Fahrgast deutlich reduzieren“, erklärt AVG-Projektleiter Achim Hettel die Vorzüge dieser empirischen Datenerhebung. „Unser Ziel ist es, den Stadt- und Trambahnverkehr attraktiv und wirtschaftlich zu gestalten und kontinuierlich zu verbessern. Hierbei helfen uns diese Daten sehr.“


Erste Testfahrt durch den Tunnel im August 2020 / KVV via Youtube


Das KIT hatte für das Forschungsprojekt mit der AVG seinerzeit eine Niederflurbahn vom Typ Citylink NET 2012 mit umfangreichen Messinstrumenten ausgerüstet. Ur-sprünglicher Ansatz der Kooperation zwischen AVG und KIT war es eigentlich, mit Hilfe der Messbahn Informationen über die Bremsenergieverluste zu gewinnen. In-zwischen umfasst die Datenakquise viele andere Messgrößen wie Temperatur und CO2-Gehalt im Fahrgastraum, Beschleunigungskräfte am Fahrzeugkasten, Öltempe-ratur, Zahnradabrieb oder Traktionsleistung. Insgesamt werden mehr als 150 Mess-größen aufgezeichnet. Pro Monat wird so ein Terrabyte an Daten generiert.

Die 37 Meter lange Messbahn wird im regulären Fahrgastbetrieb eingesetzt, so dass hierfür keine Fahrzeugkapazitäten abgezogen werden müssen. Der Fahrgast selbst sieht von außen aber nicht, welch komplexe Messtechnik an der Citylink-Bahn ver-baut ist. Nur eine kleine silberne Box auf dem Dach verrät den besonderen Auftrag, den diese Trambahn tagtäglich auf ihrer Fahrt durch das Schienennetz in der Fä-cherstadt erfüllt.

Mitteilung der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH

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