IG-Metall macht ernst – Warnstreiks in Oberderdingen

Bild: IG Metall
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Update 29.01.2015 – Streik bei ego und Blanco

Die IG-Metall macht ernst! Nachdem heute die Friedenspflicht abgelaufen ist, werden überall in der Region metallverarbeitende Betriebe bestreikt. Einige tausend Mitarbeiter setzen aktuell ihre Arbeit aus. Unter Anderem werden Ego und Blanco in Oberderdingen bestreikt, sowie einige ihrer Niederlassungen. Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Lohn und eine bessere Altersteilzeit-Regelung, die Arbeitgeber bieten bislang lediglich 2,2 Prozent mehr Lohn.

Die IG Metall schreibt dazu in einer Pressemitteilung:

IG Metall: Beschäftigte fair am Wohlstand beteiligen.

Die Metall Bruchsal-Bretten begann mit Warnstreikwelle bei E.G.O in Oberderdingen, Blanco in Sulzfeld, Sinsheim und Bruchsal sowie bei Blanco Professional in Oberderdingen.

An den 2 stündigen Warnstreiks haben sich über 2400 Beschäftige beteiligt. Bruno Nehring, Konzernbetriebsratsvorsitzender von E.G.O/Blanco sagte am Donnerstag. „Die IG Metall hat in zwei Runden versucht, eine Tarifeinigung am Verhandlungstisch zu erzielen. Die Metall-Arbeitgeber haben sich dem verweigert.“ Zur Forderung nach einer zukunftsgerichteten Altersteilzeit führte Nehring weiter aus: „Die Beschäftigten sollen wählen können, ob sie unter Inkaufnahme von Abschlägen so früh wie möglich oder abschlagsfrei und entsprechend später in Altersteilzeit gehen“.

Altersteilzeit müsse auch für die Beschäftigten in den unteren Lohngruppen ein gangbarer Weg sein. „Daher brauchen gerade diese Beschäftigten einen möglichst weitgehenden Ausgleich der Entgeltverluste, die durch die Altersteilzeit verursacht werden“, sagte Nehring. Michael Oechsner, Betriebsratsvorsitzender bei Blanco, wies das Angebot von 2,2 % bis 31.12.2015 als unangemessen und unfair gegenüber den Beschäftigten zurück. „Ich sage: Nicht mit uns. Das ist keine Reallohn-Erhöhung, das ist ein Reallohn-Stopp! Weil wir mit unseren Argumenten nicht durchdringen, haben die Beschäftigten bei Blanco heute Druck gemacht“.

„Für die konjunkturelle Schwarzmalerei der Arbeitgeber besteht kein Anlass: Unsere Forderung ist wirtschaftlich vernünftig und sichert den Beschäftigten einen angemessenen Anteil an der konjunkturellen Entwicklung“, sagte Günter Lanz, Betriebsratsvorsitzender bei Blanco Professional. Die IG Metall Bruchsal – Bretten wird, so der erste Bevollmächtigte Eberhard Schneider noch weitere Betriebe zum Warnstreik aufrufen.

 

Nachdem die Arbeitgeber bei der ersten Tarifverhandlung die gesamten Forderungen der IG Metall abgelehnt haben, ist der Unmut in den Betrieben groß.

E.G.O; SEW-Eurodrive; John Deere und Neff Vertrauensleute tagten.

Weder beim Einkommen, noch bei den Forderungen nach einer verbesserten Altersteilzeit und der Bildungsteilzeit, haben die Arbeitgeber den Eindruck erweckt, dass sie eine schnelle Lösung anstreben. „Gegenüber dem gesamten Forderungspaket der IG Metall haben wir nur Ablehnung von Südwestmetall erfahren. Ohne den Druck aus den Betrieben, wird sich da nichts bewegen!“ ,sagte der erste Bevollmächtigte Eberhard Schneider auf der Vertrauensleutesitzung bei der Firma E.G.O. in Oberderdingen. Derzeit wird für eine Protestkundgebung vor dem Verhandlungslokal am 26.01.2015 in Ludwigburg mobilisiert.

Die IG Metall Bruchsal-Bretten wird mit 2 Bussen und einigen Autos nach Ludwigsburg fahren – dort findet die 2. Tarifverhandlung statt. „Hier wird die IG Metall ein erstes Zeichen setzen, um den Arbeitgebern deutlich zu machen, dass die Belegschaften hinter den Forderungen stehen und notfalls auch dafür kämpfen werden“, so Schneider auf der am gleichen Tag stattgefundenen Vertrauensleutesitzung bei der Firma Neff in Bretten. Mit Ablauf des 28. Januar 2015 läuft die Friedenspflicht aus. Jetzt beginnen die Vorbereitungen für Warnstreiks ab dem 29.01.2015 in den Metall- und Elektroindustrie in der Region. Mit Blick auf die zweite Verhandlungsrunde am kommenden Montag sagte Schneider: „Wir erwarten von den Arbeitgebern ein ordentliches Angebot mit verhandlungsfähigen Vorschlägen zur Gestaltung der Zukunft. Mit Jammern und Nein-Sagen kommen wir nicht weiter.“

 

Presseerklärung der IG Metall Bruchsal-Bretten / Bild: Symboldarstellung Redaktion

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