foodsharing im Kraichgau – Hier findet Ihr die „Fairteiler“

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@NAO via Twenty20

Immer mehr Orte im Hügelland sind dabei

Abgeben statt wegschmeißen – Gebt Lebensmittel eine zweite Chance

Na, wie sieht es bei euch aus? Platzt euch in den weihnachtlichen Nachwehen auch schon der Hosenbund nach dem Festschmaus bei Mutti oder Omi? So voll der Magen traditionell nach den Weihnachtstagen ist, so voll sind es traurigerweise auch die deutschen Mülltonnen. Gerade um die Weihnachtszeit wird oft ohne Augenmaß eingekauft und gekocht, woraufhin viele Lebensmittel zwischen den Jahren letztendlich auf dem Müll landen.

Dieses Phänomen beschränkt sich aber nicht nur auf die Feiertage. Laut WWF wandern jedes Jahr in der Bundesrepublik knapp 20 Millionen Tonnen einwandfreie Lebensmittel einfach in den Mülleimer. Zu 60 % geht diese Verschwendung auf das Konto von Supermärkten und Gastronomie, zu 40 % aber auf unser aller Kappe. Es wird wohl an dieser Stelle niemand widersprechen wenn man nüchtern feststellt, dass diese Zahlen inakzeptabel hoch sind. Würden wir hier effizienter haushalten, könnte man 2 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche und 40 Millionen Tonnen Treibhausgase einsparen – Jahr für Jahr, so der WWF weiter.

Die gute Nachricht: Jeder von uns kann etwas im Kampf gegen die ausufernde Lebensmittelverschwendung beitragen. Die 2012 in Berlin gegründete Initiative “foodsharing” hat sich vorgenommen Lebensmittel die schlicht und einfach zu gut für die Mülltonne sind, weiter zu verteilen und jedem der einen Bedarf dafür hat zugänglich zu machen. Das geschieht unter anderem mittels sogenannter “Fairteiler”. Dabei handelt es sich um Schränke die überall verteilt aufgestellt werden und in denen überflüssige Lebensmittel abgegeben und mitgenommen werden können. Über 200.000 Mitglieder haben sich bereits bei der Initiative registriert und sorgen dafür das an immer mehr Orten Essenskörbe oder besagte Fairteiler zur Verfügung stehen.

Auch im Kraichgau gibt es mittlerweile einige dieser Einrichtungen, in denen gute Lebensmittel eine zweite Chance erhalten. So wurde beispielsweise erst kürzlich am Jugendzentrum am Hardtsee in Ubstadt-Weiher ein solche Fairteiler-Schrank installiert. Unterstützt von der Gemeinde wird das kleine geschützte Depot regelmäßig mit Obst und Gemüse, Backwaren, Trockenwaren und weiteren haltbaren Lebensmitteln befüllt. Hier landen auch überschüssige Lebensmittel aus dem Einzelhandel, Kantinen oder der Gastronomie. Selbstverständlich können auch Privatleute hier gute und genießbare Lebensmittel deponieren. Auf keinen Fall dürfen aber Kühlprodukte, Fleisch, gekochte Essensreste oder generell leicht verderbliche Ware hinterlassen werden – auch Alkoholika sind selbstverständlich tabu.

Ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum ist übrigens kein Ausschlusskriterium für den Fairteiler. Schließlich heißt “mindestens haltbar bis” übersetzt nicht “tödlich ab”. Produkte die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, aber noch genießbar sind, können also durchaus hier deponiert werden.

Neben Ubstadt-Weiher gibt es übrigens auch Fairteiler in Waghäusel, Wiesental, Bruchsal, Untergrombach, Malsch und Karlsdorf-Neuthard. Die ganze Karte und alle Möglichkeiten zur Teilnahme findet sich übrigens online auf foodsharing.de

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