Falscher Rauchmelder-Kettenbrief sorgt für Wirbel

Hoax wird tausendfach weiterverbreitet

Rauchmelder sind eine feine Sache. Hätten wir die Wahl erst dann aufzuwachen wenn ein Feuer in unserer Bude bereits die Bettdecke in Brand gesetzt hat, oder lieber doch rechtzeitig durch ein lautes Piepen geweckt zu werden, dürfte die Entscheidung nicht schwer fallen.

Weil im Bett verbrennen eben ziemlich blöd ist, hat sich der Gesetzgeber entschieden Rauchmelder in Wohnungen seit diesem Jahr verpflichtend vorzuschreiben. Wo neue Regeln in Kraft treten, sind Vollidioten die daraus Kapital schlagen wollen nicht weit. Neue Bestimmungen werfen Fragen und damit Unsicherheiten auf – letztere lassen sich gerade bei den schwächeren Mitgliedern unserer Gesellschaft sehr leicht ausnutzen. So ist es kein Wunder dass auch die Rauchmelder-Regelung zu diesen sonderbaren Auswüchsen führte. Seit einigen Tagen geistert eine Warnung durch die Datenleitungen von Whatsapp, Facebook und Co., die vor einer vermeintlichen Verbrecher-Bande warnt. Die bösen Jungs sollen unter dem Vorwand die installierten Rauchmelder überprüfen zu wollen, es nur darauf abgesehen haben in ihre heimischen vier Wände einzudringen. Klingt irgendwo plausibel?!  Genau diese Tatsache liegt allen falschen Kettenbriefen / Netz-Scherzen (aka Hoax) zu Grunde.Die Polizei Karlsruhe räumt im Netz nun mit den falschen Behauptungen auf und schreibt sehr hashtag-begeistert:

Entgegen der vielfach verbreiteten und geteilten Meldungen wurde der #Polizei #Karlsruhe, #Pforzheim und #Calw bislang noch kein konkreter Vorfall gemeldet bzw. wurde keine Straftat in diesem Zusammenhang bekannt.

Wir weißen an dieser Stelle darauf hin, dass es #keine #Überprüfungspflicht für #Rauchmelder im privaten Bereich gibt. Weder Feuerwehrleute noch andere Beauftragte kommen in Häuser oder Wohnungen um dies zu kontrollieren. Seid stets vorsichtig und aufmerksam wer in ein Haus oder eine Wohnung möchte.

UPDATE 11:35 Uhr So ganz von der Hand zu weisen sind die Befürchtungen leider aber nicht. Nun sind der Polizei doch zwei Fälle dieser Natur bekannt geworden. Einer ereignete sich in Karlsdorf, der andere in Sternenfels. Mehr in der Pressemitteilung der Polizei Karlsruhe:

Überprüfungen von Rauchmeldern – offenbar neue Betrugsmasche – Polizei rät zur Vorsicht

Nach zahlreichen, insbesondere in den sozialen Netzwerken kursierenden Meldungen zu Wochenbeginn über eine neue Betrugsmasche im Zusammenhang mit angeblich notwendigen Überprüfungen der in Wohnungen installierten Rauchmelder sind dem Polizeipräsidium Karlsruhe nunmehr zwei Verdachtsfälle bekannt geworden. Zu Schäden kam es dabei nicht.

In Sternenfels im Enzkreis wurde am vergangenen Freitagnachmittag ein etwa 40 Jahre alter Mann an einer Wohnung vorstellig, der im Namen einer Firma, dessen Namen er nicht nennen konnte, die Prüfung der in dem Sechs-Familienhauses installierten Rauchmelder durchführen wollte. Die weiteren Abklärungen beim Hausmeister hatten keine Anmeldung einer solchen Firma ergeben, so dass der Mann abgewiesen wurde. Der Verdächtige war 175 bis 180 cm groß und hatte eine dunklere Hautfarbe, Ein weiterer Fall in Karlsdorf-Neuthard wurde der Polizei durch eine am Montagabend erstattete Anzeige bekannt. Demnach gaben sich bereits vor einer Woche zwei Männer im Neutharder Merkertweg als Feuerwehrangehörige aus, die Brandmelder in Augenschein nehmen wollten. Allerdings erhielten auch diese beiden keinen Zutritt.

Die Polizei weist darauf hin, dass es im privaten Bereich keine Überprüfungspflicht für Rauchmelder gibt. Beim Erscheinen verdächtiger Personen sollte umgehend der Polizei-Notruf 110 verständigt werden.

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