Es wird gepuzzlet – Das Flurordnungsverfahren bei Gölshausen läuft

Ein großes Puzzle wird zusammengesetzt – Beim Flurneuordnungsverfahren Bretten-Gölshausen beginnen die Markierungsarbeiten für die neuen Grundstücke

Im Flurneuordnungsverfahren Bretten-Gölshausen (B 293) wird in Kürze damit begonnen, die neuen Flurstücke für die Eigentümer sichtbar zu machen. Dazu werden ab 22. September rund 3.500 Grenzpunkte mit 75 cm langen Holzpflöcken markiert, an welchen Kärtchen mit den entsprechenden Flurstücksnummern angebracht sind.
Voraus ging eine umfangreiche Datenerhebung. Rund 300 Zuteilungswünsche wurden durch Fragebogen erfasst und mit über 400 Eigentümern sogenannte „Wunschgespräche“ geführt. Nach Ausarbeitung eines Zuteilungsentwurfs wurden die Absteckungspläne für die neuen Flurstücke erstellt, die zwei Messtrupps nun in die Landschaft übertragen. Unterstützt werden die Vermessungsarbeiten von einem Satellitenpositionierungsverfahren. Wo kein GPS-Signal durchkommt wird mit einem Tachymeter terrestrisch gemessen. Ende Oktober erhalten die rund 700 Teilnehmer des Verfahrens ihre Unterlagen zu den neuen Flurstücken zugesandt. Mit Stichtag vom 2. Dezember 2014 erfolgt die „vorläufige Besitzeinweisung“. Vorläufig deshalb, weil zunächst nur der Besitz, nicht aber das Eigentum übergeht – rechtlich bleiben die alten Grundstücke im Grundbuch und im Liegenschaftskataster noch bestehen. Auf diese Weise haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit den neuen Flurstücken vertraut zu machen und zu prüfen, ob sie gleichwertig mit den alten Grundstücken sind. Eine endgültige Festsetzung erfolgt erst mit dem Flurbereinigungsplan, nachdem zuvor alle Eigentümer nochmals persönlich angeschrieben worden sind.


Grund für die Anordnung dieses Flurneuordnungsverfahrens war der Bau der B 293 „Neu“ als Ortsumgehungsstraße von Gölshausen. Es dient dazu, die erforderlichen Flächen für die Straße und die parallel verlaufenden Wirtschaftswege bereitzustellen und die durch die Straßentrasse verursachten Durchschneidungsschäden an den Wegen und Grundstücken zu beseitigen. Durch die Planung und den Bau neuer Wege sowie die Schaffung geeigneter Grundstücksformen für die künftige landwirtschaftliche Nutzung können die Nachteile des Straßenbaus für die Landwirtschaft überwiegend beseitigt werden. Eigentümer, deren Grundstücke in die neue Straßentrasse gefallen sind, erhielten Grundstück an anderer Stelle zugewiesen. Dies ist möglich, da viele Eigentümer auch Grundstücke verkauft haben und diese Flächen „unter die neue Straße gelegt“ wurden. Insgesamt wurden aus 2.500 Flurstücken rund 1.290 neue Flurstücke gebildet. Vereinfachend könnte man die Verschiebung der Grundstücke im Flurneuordnungsverfahren als ein gigantisches „Puzzle“ bezeichnen, in welchem alle Teilnehmer nach der Planung, Wunschanhörung und Landzuteilung durch die Flurneuordnungsbehörde wieder neue Grundstücke an geeigneter Stelle erhalten. Da genügend Flächen für den Bau der Bundesstraße erworben werden konnten, war kein Landabzug für den Straßenbau notwendig. Lediglich für die Herstellung der neuen Wege und der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen war ein Abzug von vier Prozent des jeweiligen Grundstückswertes erforderlich. Dieser Wert richtet sich nach dem landwirtschaftlichen Ertrag des Bodens und wurde von amtlichen Sachverständigen ermittelt.

Nähere Informationen zum Übergang von Besitz, Verwaltung und Nutzung auf die neuen Flurstücke sind in den Überleitungsbestimmungen geregelt, die zusammen mit den Zuteilungsunterlagen im Rathaus Bretten (Amt für Wirtschaftsförderung und Lie-genschaften), Untere Kirchgasse 9, und in der Ortsverwaltungsstelle Gölshausen, Eppinger Straße 34, vom 22.10. bis 02.12.14 offengelegt werden. Mitarbeiter des Landratsamts Karlsruhe – untere Flurbereinigungsbehörde erteilen vom 17. bis 28.11.14 in der Ortsverwaltungsstelle Gölshausen (1. Obergeschoss) während der üblichen Dienstzeiten Auskünfte. Bei Fragen stehen gerne die Mitarbeiter der Flurbereinigungsbehörde Herr Komenda, Tel.: 0721/3559-220, E-Mail: Leo.Komenda@lgl.bwl.de und Herr Adelmann Tel.: 0721/3559-269, E-Mail: Manfred.Adelmann@lgl.bwl.de zur Verfügung.
Um sicherzustellen, dass jeder Eigentümer seine neuen Flurstücke vor Ort auffindet, bittet die Flurbereinigungsbehörde, die Holzpflöcke nicht zu entfernen. (PM)

 

 

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