Erstmals Wildkatze im Stromberg gefilmt

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Erneute Wildkatzennachweise bei Monitoringaktion des Naturparks Stromberg-Heuchelberg

Bei der Lockstockaktion 2017, die der Naturpark Stromberg-Heuchelberg von Januar bis März des Jahres durchgeführt hatte, konnte das Vorkommen der Europäischen Wildkatze im Stromberg erneut bestätigt werden. An sechs Baldrian-Lockstöcken gelangen insgesamt 11 genetische Nachweise, wie die zwischenzeitlich vorliegenden Laborergebnisse der Forstlichen Versuchsanstalt zeigen. Und Daniel Galbavy vom BUND, einem der ehrenamtlichen Lockstockbetreuer, war es vergönnt, eine Wildkatze vor die Wildkamera zu bekommen und Videoaufnahmen einer freilebenden Wildkatze im Stromberg zu erhalten (zu sehen unter www.naturpark-sh.de)

Erstmals waren die Lockstöcke im Rahmen des vom Naturpark initiierten und finanziell geförderten Monitoring-Projektes mit Fotofallen kombiniert worden. Förster, Jäger, Naturschützer, Naturparkführer, die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg und der Naturpark hatten zusammengearbeitet und auf verschiedenen Quadranten über den Stromberg verteilt Lockstöcke aufgestellt und wöchentlich nach Haaren für die genetische Analyse abgesucht. „Der Nachweis der Wildkatze war für uns nicht mehr ganz überraschend“, so Naturparkgeschäftsführer Dietmar Gretter, „bereits seit 2010 konnte die Europäische Wildkatze in der Naturparkregion durch überfahrene Tiere, ein lebend gefangenes Jungkätzchen und eben Haarfunde an Baldrianlockstöcken nachgewiesen werden“. Nach wie vor könne das Vorkommen der seltenen Wildkatze aber nicht als selbstverständlich gelten, schränkt der Naturparkleiter mit Blick auf eine erfolglose Lockstockaktion im Jahr 2013 ein.

Die Nachweise 2017 gelangen im Südwesten des Naturparks auf dem Gebiet des östlichen Enzkreises. Neben den erhofften Wildkatzenhaaren fanden sich an den Lockstöcken leider auch 15 Haarproben, die Hauskatzen zuzurechnen waren – mitten im Wald. Für den Naturparkgeschäftsführer durchaus ein Problem: „Gerade bei kleinen Vorkommen wie im Naturpark besteht die Gefahr, dass sich Hauskatze und Wildkatze kreuzen und dadurch mit der Zeit das Erbgut der Wildkatze verloren geht. Die Hauskatzen sind zudem Träger von Katzenkrankheiten wie Katzenschnupfen oder Katzenseuche und können diese sehr ansteckenden Krankheiten auch auf die Wildkatzen übertragen“. Gretter appelliert deshalb an alle Katzenbesitzer, ihre Tiere impfen und kastrieren zu lassen, um der stetig wachsenden Zahl verwilderter Hauskatzen nicht ständig neuen Nachwuchs zukommen zu lassen. Viele weitere Informationen rund um die Wildkatze (Lebensweise, Ökologie, Schutzmaßnahmen) finden Interessierte in der Wildkatzenwelt Stromberg am Naturparkzentrum in Zaberfeld. In der wohl größten Wildkatzenausstellung Süddeutschlands und der zugehörigen, naturnahen Wildkatzen-Spielanlage kommen Wildkatzenliebhaber jeden Alters auf ihre Kosten. Und gerade 15 Minuten vom Naturparkzentrum entfernt können lebende Wildkatzen auf dem Gelände des Wildparadies Tripsdrill beobachtet werden.

Infos finden sich im Internet unter www.naturpark-sh.de oder auf Facebook unter www.facebook.com/WildkatzenweltStromberg

Redaktion: Dietmar Gretter / Naturpark SH

Bilder: Copyright Naturpark Stromberg-Heuchelberg e.V

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