Ehrenamtliche Energiesparhelfer gesucht

Caritas-Stromsparcheck_2013_twDas bundesweite Projekt Stromspar-Check hat in Bruchsal ein Problem: „Es läuft zu gut“ und braucht mehr Ehrenamtliche – Mensch und Natur profitieren

Bruchsal (cvr). Manchmal sind es ganz einfache Dinge, die große Wirkung erzielen, erklärt Dieter Tolksdorf, seit Mai 2013 qualifizierter Stromsparhelfer und IHK geprüfter „Serviceberater für Energie– und Wassertechnik“ im Rahmen der Aktion Stromspar-Check im Einsatz. „Da läuft ein 200-Liter-Warmwasser-Aufbereitungs-boiler den ganzen Tag auf 85 Grad. Wenn wir den Leuten erklären, dass sie ja höchstens mit 37 Grad warmem Wasser duschen, verstehen sie auf einmal, wie viel Energie sie über den ganzen Tag so verschwenden“, so Tolksdorf. „Die Menschen sind sehr dankbar für unsere Tipps, sie sparen ja dadurch bares Geld, und das können sie gut gebrauchen.“
Geld sparen ist für jeden Energienutzer wichtig, aber das Klientel von Dieter Tolksdorf ist ein besonderes: Menschen, die auf Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe angewiesen sind und jeden Cent zweimal umdrehen müssen, ehe sie ihn ausgeben. Mit einem Paket voller Energiespar-Geschenke – vom Durchlaufbegrenzer bis zur Energiesparlampe – sowie mit guten Tipps bewaffnet, gehen die Stromsparhelfer zu bedürftigen Familien im nördlichen Landkreis, die sich zuvor in der Bruchsaler Tafel für das Projekt angemeldet haben. Nach einer Bestandsaufnahme in der Wohnung werden die Nutzung der Elektrogeräte und der Wasserverbrauch analysiert und Empfehlungen zum Sparen gegeben. „Wenn so ein Haushalt bis zu 170 Euro im Jahr sparen kann, dann ist das wie ein halbes Monatsgehalt extra am Jahresende!“ erklärt Martin Kehrhahn, der das Projekt von Seiten des Fachbereiches Arbeit des Caritasverbandes Bruchsal begleitet. Doch das Projekt braucht tatkräftige Unterstützung.

„Wir haben letztes Jahr in sechs Monaten 203 Stromspar-Checks durchgeführt und kommen der Nachfrage nicht hinterher. Die Wartezeit beträgt drei Wochen – das ist viel zu lang“, so Heiko Schlindwein, Terminkoordinator in Bruchsal, der auf die Energie hinweist, die in dieser Wartezeit wider besseres Wissen verschwendet wird.
Ehrenamtliche, die sich zu Stromspar-Helfern ausbilden lassen, erwartet nicht nur eine sinnvolle Qualifizierung, sondern auch ein interessantes ehrenamtliches Tätigkeitsfeld. „Man tut etwas für die Umwelt und hilft, die Energiewende im Kleinen schon konkret herbeizuführen, während die Politik noch darüber diskutiert“, so Ulrich Ellinghaus, ehrenamt-licher Leiter der Bruchsaler Tafeln. „Viel mehr aber hilft man bedürftigen Menschen – nicht nur durch Information, sondern durch handfeste Ersparnisse.“

Thomas Kull, Bereichsleiter Energievertrieb der Energie- und Wasserversorgung Bruchsal GmbH (ewb), sieht Chancen, dass durch die Aktion Stromspar-Check Überschuldungen und auch Stromsperrungen vermieden werden können. Bernhard Firnkes, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Kraichgau, pflichtet zudem bei: „Die beste Energie ist immer noch die, die man nicht verbraucht.“ Beide Unternehmen unterstützen die Aktion in Bruchsal und haben auch ein mit umweltfreundlichem Erdgas betriebenes Fahrzeug für die Stromspar-Helfer bereitgestellt. Wer Interesse an diesem interessanten und „umweltfreundlichen“ Ehrenamt hat, oder Näheres über die Aktion Stromspar-Check erfahren möchte, kann sich unter Telefon (0 72 51) 3 02 03 36 informieren. (PM)

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