Ehemaliger Tatort-Kommissar inszeniert am Bruchsaler Exil-Theater

Fe2Das Bruchsaler Exil Theater beginnt die neue Spieltzeit mit dem Bühnenklassiker „Frühlingserwachen“. Für diese Produktion konnte der Berliner Schauspieler und Regisseur Mehdi Moinzadeh – den mancheiner noch als ehemaliger Tatort-Komissar kennen dürfte – gewonnen werden. Der Theater-Profi hat über einen Zeitraum von 8 Monaten mit vor allem den jugendlichen Darstellern des Vereins, eine besonders anspruchsvolle und professionelle Sprache des Spiels „Frühlingserwachen“ erarbeitet.

Die Premiere erleben Sie am 19. September um 20 Uhr im Exil-Theater.

Als Frank Wedekind „Frühlingserwachen“ 1891 veröffentlichte, galt das Werk als Skandal. Zu viele Tabubrüche sorgten dafür, dass das Stück erst 1906 uraufgeführt werden konnte. Die Zeiten mögen sich geändert haben und viele der heißen Eisen, die Frank Wedekind anpackt, haben sich im Laufe der Zeit abgekühlt – dennoch bleibt „Frühlingserwachen“ ein zeitloses Stück. Junge Menschen auf der Suche nach ihrem Platz im Leben haben es auch heute nicht leicht. Das Stück erzählt vom Drama der Pubertät: der Zeit der Verunsicherung, zwischen kindlichem Glück, erwachsener Reife und voller Probleme. Sinnsuche, erwachende Sexualität, Schulschwierigkeiten, Konflikte mit den Eltern und gesellschaftlichen Konventionen. Wie geht die Liebe? Wie geht das Leben?

Fe1Vorbei sind die unbeschwerten Tage der Kindheit. Wendla, Moritz und Melchior stehen an der Schwelle zum Erwachsen­werden. Die Jugendlichen entdecken ihre Sexualität und sind dabei ihren Platz in der Gesellschaft zu finden – eine Gesellschaft, die von Leistungsdruck, Biederkeit und Prüderie geprägt ist. Wendla möchte gerne wissen, wie die Kinder in die Welt kommen, erfährt von ihrer Mutter aber nichts Neues. Moritz hat Angst davor, nicht in die nächste Klasse versetzt zu werden. Außerdem beginnt er sich für Mädchen zu interessieren, doch vom anderen Geschlecht hat er keine Ahnung. Ernst liebt Hänschen, aber niemand darf davon erfahren. Melchiors Welt scheint in Ordnung zu sein. Er stammt aus einem relativ liberalen Elternhaus, ist aufgeklärt und intelligent, doch auch sein Leben gerät aus den Fugen und schließlich hat auch er nichts mehr im Griff. Die Jugendlichen werden von den Erwachsenen mit ihren Problemen alleingelassen und bewegen sich direkt auf die Katastrophe zu.
Am 19. September eröffnet das Exil Theater mit „Frühlingserwachen“ die neue Spielzeit. Regisseur Mehdi Moinzadeh arbeitet in seiner Inszenierung des Bühnenklassikers mit Videoelementen, so werden Eltern, Lehrer und alle anderen Erwachsenenrollen in das Geschehen auf der Bühne projiziert. Die Kluft zwischen der emotionsgeladenen Welt der Jugendlichen und der von Regeln, Normen und Zwängen geprägten Erwachsenenwelt, wird dabei eindrucksvoll unterstrichen.
Trotz aller tragischen Momente ist „Frühlingserwachen” ein Plädoyer für die Freiheit und das Leben.

 

  • Termine: 19., 21, 26./27.28. September und 02./03., 05.Oktober
  • Beginn: 20:00 Uhr
  • Ort: Exil Theater · Güterbahnhof 5 · Bruchsal
  • Karten: 9,- € / 6,- € ermäßigt
  • Vorverkauf: ab Anfang September bei Hirsch-Apotheke, Bahnhofstr. 8, Bruchsal, Buchhandlung Braunbarth, Kaiserstr. 30, Bruchsal

 

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