DLRG Ubstadt unterstützt Hilfsgütertransport nach Bosnien-Herzegowina

Am Dienstagabend verließ ein Hilfstransport – organisiert durch das DRK Ubstadt – den Landkreis Karlsruhe in Richtung Bosnien-Herzegowina. Dieses wurde durch das Hochwasser sehr stark getroffen, das eine Verwüstung hinterlassen hat, die denen des Krieges sehr nahe kommt. Im bosnischen Bijeljina lebende Verwandte einer in Ubstadt und Münzesheim wohnenden Familie erlebten das Hochwasser dort mit und hielten ständigen Kontakt mit diesen. Infolge der dort herrschenden Lage wurde ein Hilfeersuchen an das DRK Ubstadt gestellt. Die Mitglieder um Ralf Hauswirth organisierten zusammen mit der Familie eine Spendenaktion. In wenigen Tagen kamen so über 3 Tonnen Hilfsgüter zusammen. Decken, Trinkwasser und Lebensmittel wie Reis, Nudeln oder Babynahrung stellten das Groß der Spenden. Das DRK kümmerte sich um die Ausfuhrgenehmigung und die notwendigen Papiere. Das Transportproblem musste aber noch gelöst werden. Die Firma Hirsch Transporte stellte einen Transporter samt Fahrer zur Verfügung, der DLRG Bezirk Karlsruhe stellte seinen LKW und die beiden einsatzerfahrenen Mitglieder Timo Imhof und Simon Beck bereit.

Diesen wird bereits bei der Einreise nach Bosnien das Ausmaß der Katastrophe deutlich. Der Fluss Sava, der die Länder Kroatien und Bosnien trennt, ist noch deutlich über seine Ufer getreten und es müssen Umwege wegen überfluteter und zerstörter Straßen gefahren werden. Simon Beck war letztes Jahr beim Hochwasser in Sachsen-Anhalt im Einsatz. Die Wassermassen sind in etwa vergleichbar. Beim Eintreffen in Bijeljina zeigt sich allerdings, dass die Situation in Bijeljina deutlich dramatischer ist, als in Deutschland vergangenes Jahr. Das Wasser stand fast in der gesamten Stadt, die rund 120 000 Einwohner hat, über 1,50 Meter hoch – und das fünf Tage lang ohne jegliche Hilfe von außen. Viele Menschen haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Sie wurden vom Hochwasser überrascht, ein Anwohner schildert, dass innerhalb von 15 Minuten plötzlich Wasser den Ortsteil über einen Meter überflutet habe. Einige Häuser sind dadurch regelgerecht zusammengefallen, Straßen auch heute noch unpassierbar und es fehlt den Menschen an vielen grundlegenden Dingen.
In Bijeljina wurde eine Anlaufstelle für humanitäre Güter eingerichet, Von dort aus werden die Hilfsgüter fast im ganzen Land verteilt, erklärt Timo Imhof die Vorgehensweise der Weiterverteilung der Hilfsgüter. Die Verteilung nimmt dort das Rote Kreuz und die muslimische Gemeinde gemeinsam vor.
Die Einsatzkräfte der DLRG wurden sehr herzlich von den Menschen in Bosnien aufgenommen und lernten deren Gastfreundschaft kennen.Beide hätten gerne auch schon während der Flut geholfen, die Menschen hier vor Ort waren tagelang von der Außenwelt abgeschnitten. Das Wasser ist das eine Problem, so Imhof weiter, aber die Versorgung mit Nahrungsmitteln oder Medikamenten das andere. Diese logistische Aufgabe hätten deutsche Einheiten von THW oder DLRG übernehmen können. Im DLRG Bezirk Karlsruhe gibt es zwei spezielle Hochwasserboote, die einen extrem niedrigen Tiefgang haben und über Rollen verfügen, so dass sie auch an Land fortbewegt werden können.

 

Timo Imhof

Simon Beck

DLRG Bezrik Karlsruhe e.V.

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