Die neuen Schwanenreiter

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mit dem richtigen Abstand aber der noch gemeinsam durch die Krise: Die neuen Schwanenwirte Bernd und Leonardo

In Unteröwisheim erwacht der Schwanen aus seinem Corona-Koma

Wenn Bernd und Leonardo ihren Freunden erzählen, dass sie gerade mitten in der Corona-Pandemie ein Restaurant eröffnen wollen, dann bekommen sie oft nur ungläubige Blicke zugeworfen. “Die zeigen uns einen Vogel” lacht Leonardo und schmeißt noch ein Steak auf den Grill, das die wenigen Ausflügler am Maifeiertag für eine Spende ihrer Wahl “to go” verzehren können. “Das war eine ganz spontane Nummer” führt der gelernte Restaurant-Manager mit kalabresischen Wurzeln aus und sein Partner Bernd Müller pflichtet ihm bei “Man darf gar nicht so viel darüber nachdenken, einfach machen”. Mit “einfach machen” meinen die beiden die Wiederauferstehung des Unteröwisheimer Traditionsgasthauses Schwanen, das zuletzt durch den monatelangen Lockdown der Gastronomie erneut von der Bildfläche verschwunden ist. Zuletzt wurde hier rumänische Küche angeboten, doch die erst anfangen 2020 ins Boot gestiegenen Pächter wurden von der Corona-Krise eiskalt überrascht und letztlich von ihr über Bord geworfen.

Mitten im Herzen Unteröwisheims – das Gasthaus Schwanen

So kommt es nun, dass aus dem Besitzer des Schwanen – dem Immobilienmakler Bernd Müller – nun der neue Schwanen-Wirt wird. Als dieser vor einigen Jahren der Witwe des langjährigen Besitzers und Ur-Wirts den Gasthof abkaufte, gab er ihr das Versprechen, den alten Schwanen stets als Gasthaus weiterzuführen. Ein Versprechen, dass Bernd Müller einzuhalten gedenkt. Durch einen gemeinsamen Bekannten lernte er vor einigen Monaten Leonardo Chiarelli kennen, der ebenfalls gebeutelt durch die Folgen der Corona-Krise nach neuen Aufgaben suchte. Die Chemie stimmte und gemeinsam beschlossen sie dem Schwanen in Unteröwisheim, der in den letzten zehn Jahren vier Wirtsfamilien kommen und gehen sah, eine neue Chance zu geben.

Schon jetzt laufen die Umbauarbeiten in dem altehrwürdigen und denkmalgeschützten Gebäude auf Hochtouren. Augenfällig ist der Mauerdurchbruch zum Friedrichsplatz, hier soll nach Möglichkeit ein Durchgang zu weiteren Sitzgelegenheiten in der Unteröwisheimer Ortsmitte entstehen. Zusätzlich zum großen Biergarten im Innenhof des Schwanen, könnten Gäste dann an warmen Tagen auch hier Platz nehmen – für den meist verweist daliegenden Friedrichsplatz sicherlich ein willkommenes Upgrade. Im Gastraum wird gerade das Fachwerk und das alte Mauerwerk freigelegt. Künftig soll die historische Bausubstanz sichtbar bleiben und in das Ambiente eingebunden werden.

Die Umbauarbeiten im Gastraum laufen längst

Was die genaue Ausrichtung des Schwanen-Reboots angeht, so halten sich Bernd und Leonardo noch bedeckt. Gutbürgerlich soll es wohl werden, mit einigen mediterranen Anleihen, zudem soll der Biergarten natürlich die dort üblichen Schmankerl anbieten. Details folgen, sobald das Konzept ausformuliert wurde. Zeit haben die beiden dafür ja tragischerweise aktuell genug, immer noch befindet sich die Gastronomie im Würgegriff der Pandemie. Weil beide die Hoffnung haben, dass in Bälde zumindest die Außenbereiche wieder geöffnet werden können, soll zuerst der Biergarten an den Start gehen. Die große Aussentheke steht bereits, ebenso Tische und Bänke – hier könnte sich der Vorhang vergleichsweise rasch heben.

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