Das Brettener Super-Klo im großen Praxis-Test

DSC06549Für kleine und große Geschäfte ist die Stadt Bretten nun mit dem neusten Stand der Technik ausgerüstet. In der Sporgasse finden Jene bei denen es “pressiert” neuerdings eine ultra-moderne selbstreinigende City-Toilette. Stolze 120 Riesen hat das Häuschen gekostet – dafür gibt´s durchaus schon ein älteres Bauernhäuschen auf dem Land zu erwerben. Angesichts dieses Preises sollte man wohl den Himmel auf Erden erwarten, wenn sich die Edelstahltür öffnet und den Blick auf Brettens neuste Errungenschaft frei gibt.

Wir wollten es ganz genau wissen und haben Hügelhelden-Redakteur Martin mit 50 Cent im Gepäck nach Bretten zum großen „Klo-Check“ geschickt! Hier sein Bericht:

DSC0655215:30 Uhr

Ich komme in Bretten an, scheitere wie immer daran irgendwo einen Gratis-Parkplatz zu finden und parke schließlich doch wieder an der Sporgasse

15.45 Uhr

Auf dem Marktplatz nehme ich zur Erzeugung von genug „Druck“ drei-vier Hefeweizen zu mir – was tut man nicht alles für den Job :-)

DSC0655316:15 Uhr

Mit einem halbwegs dringenden Bedürfnis nähere ich mich dem Beton-Häuschen mit dem blauen Dächle. Ich werfe brav meine 50 Cent ein (hey, das war immerhin mal ne ganze Mark)

16:16 Uhr

Die Tür gleitet lautlos zur Seite und gibt den Blick ins Innere des Super-Klos frei. Ich betrete fasziniert diese neue Welt und nachdem sich die Tür hinter mir geschlossen hat, stehe ich in einer Mischung aus schlumpfblauen Kacheln und jeder Menge Edelstahl. Alles ist irgendwie feucht und zusammen mit der blau-weißen Wand kommt in mir das Gefühl hoch, in einem U-Boot der bayrischen Marine zu stehen.

DSC0655416:18 Uhr

Ich sitze auf dem kalten Stahl der blanken Toilette. Offenbar war der Sitz noch vor wenigen Minuten in der Vertikalen um dort von den Wasserdüsen abgespritzt zu werden. Eben jenes Wasser, das nun an meinem Allerwertesten klebt. Das ist ziemlich unangenehm und so gehe ich instinktiv in die stehende Hocke.

 

 

DSC0655616:25 Uhr

mission accomplished – nun kommt Phase 2 – „Reinigung“. Doch hier tritt das erste, echte Ärgernis auf. Die beiden(?) Toilettenpapierspender sind hinter mir an der Wand vernietet. Um sie zu erreichen muss ich mich leicht von der Brille erheben und eine halbe Drehung vollführen. Was sich der Planer dabei gedacht hat, ist mir ein Rätsel. Hätte ich mich vielleicht rittlings auf das Klo setzen sollen?

 

 

DSC0655816:28 Uhr

Händewaschen! In Anlehnung an idyllische Bahn oder Flugzeugtoiletten ist der Waschbereich eine Art Nische in der Wand. Wie am Fließband bewegt man die Hände von links nach rechts. Zuerst werden Sie mit Seife bespuckt, dann kommt ein Wasserschauer und schließlich der zart pustenden Föhn. Es erinnert ein bisschen an eine automatische Auto-Waschanlage.

 

 

DSC0656016:29

Fertig! Ein bisschen ängstlich frage ich mich, wie lange die „Reservierung“ mit meinen 50 Cent eigentlich dauert… Wann wird die Tür für den nächsten Gast freigegeben und wann öffnet sie sich womöglich automatisch? Heute möchte ich das nicht herausfinden und drücke den gelben Knopf. Die Tür schwingt auf und entlässt mich ins bauliche Geschehen der Sporgasse.

 

 

DSC06561Mein Fazit:

Das Ziel meines Besuches wurde erreicht – darauf kommt es an. Doch für 50 Cent hätte ich mir etwas mehr erhofft: Eine trockene Klobrille zum Beispiel… Auch die Gestaltung der Anlage wirkt kühl und abschreckend. Für die 50 Cent die ich beispielsweise auf einer Sanifair-Autobahntoilette hinblättern muss, bekomme ich deutlich mehr geboten. Aber: There´s no business like Klo-Business – Wer muss, der muss und als echter Brettener wird es bald zum guten Ton gehören, einmal das Blauhelm-Klo besucht zu haben.

 

Ein Erfahrungsbericht von Martin Pagul

 

 

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