Bruchsal muss leiser werden

Bürgerinfo LärmaktionsplanDen ersten Entwurf eines Lärmaktionsplans für Bruchsals Kernstadt und die Ortsteile präsentierte Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick den Bürgerinnen und Bürgern jetzt gemeinsam mit Frank Gericke vom Ingenieurbüro Modus Consult und Hartmut Ayrle und Thomas Becker vom Stadtplanungsamt. Mit einem Lärmaktionsplan sollen die Kommunen Maßnahmen festlegen, die die Lärmbelastung ihrer Bewohnerinnen und Bewohner mindert, so die Vorgabe der Europäischen Union.

„Die Lärmbelastung durch Straßen und Schienen ist in Bruchsal sehr hoch“, sagte Gericke. Mit der Lärmaktionsplanung müsse sich die Kommune allerdings auf die Straßen beschränken. „Für die Schienen ist die Bahn verantwortlich.“ Trotzdem hat Gericke im Auftrag der Stadt auch Bruchsals Schienenlärm auf Karten sichtbar gemacht. „Der Bahn können wir die Betroffenheiten zeigen, mehr ist leider nicht möglich.“
Im Fokus der Planung stehen Gebiete in der Stadt, in denen die Straßen so laut sind, dass der Lärm mit mindestens 70 Dezibel am Tag und 60 in der Nacht als gesundheitsschädlich eingestuft wird. Der Lärm ist dabei nicht gemessen, sondern berechnet -beispielsweise über die Menge und Art der Fahrzeuge, die Topographie, den Abstand der Häuser zur Straße und die Steigung.

„Wir haben in die Berechnungen Straßen mit einbezogen, auf den täglich mindestens 4000 Autos fahren. Die Vorgabe der EU, Straßen mit mindestens 8200 Autos, war uns nicht ausreichend“, sagte Petzold-Schick.
Vor allem sollen nun Maßnahmen in den Blick genommen werden, die in den Gebieten mit besonders hoher Lärmbelastung kurzfristig den Lärm senken. Außerdem gelte es, ruhige Gebiete zu schützen, den Schlossgarten als Naherholungsgebiet beispielsweise. Um das zu erreichen, empfiehlt Gericke eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 an den betroffenen Stellen oder lärmmindernde Fahrbahnbeläge, wenn ohnehin eine Deckensanierung anstehe. „Die Vorgehensweise ist nun ähnlich wie bei einem Bebauungsplanverfahren“, erklärte Stadtplaner Hartmut Ayrle. Der Entwurf des Lärmaktionsplanes ist im Rathaus einzusehen und im Internet (www.bruchsal.de) abrufbar. Bis zum 5. September können die Bruchsaler Stellungnahmen einreichen, Anregungen oder Bedenken äußern. Im Herbst bekommt der Gemeinderat einen Maßnahmenkatalog vorgelegt.(pa)

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