Brettener OB setzt sich für Deutschunterricht in Frankreich ein

Brettener OB setzt sich für Deutschunterricht in Frankreich einBrettens Oberbürgermeister Martin Wolff sorgt sich über die Kürzungen beim Sprachunterricht an französischen Schulen.

In einem offenen Brief an Frankreichs Ministerin für nationale Erziehung, Najat Vallaud-Belkacem, appelliert er dafür im Namen der deutsch-französischen Beziehungen, den Deutschunterricht an Frankreichs Schulen nicht zu vernachlässigen.

 

AuthorJackolan1
Najat Vallaud-Belkacem Foto: Wikipedia / Jackolan1

Chère Madame la ministre,
mit großem Bedauern haben wir von Ihren geplanten Änderungen beim Deutschunterricht in Frankreichs Schulen erfahren. Durch die drastischen Kürzungen beim Sprachunterricht in der Mittelstufe befürchten wir, dass die Zahl der Schüler, die als zweite Fremdsprache Deutsch wählen , wieder unter das Niveau von vor 10 Jahren, vor Einführung bilingualer Klassen, fallen wird – mit negativen Auswirkungen auch für gegenseitige Besuche und den Schüleraustausch. Das deutsch-französische Verhältnis würde durch solche eine Maßnahme belastet: ganz konkret bei der Deutsch-Französischen Universität, und den Programmen des Deutsch-Französischen Jugendwerks , dem Schüleraustausch und bei den Städtepartnerschaften, die seit dem Elysée-Vertrag 1963 ein wichtiges Standbein der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich sine! Die Melanchthonstadt Bretten pflegt beispielsweise Städtepartnerschaften mit drei französischen Städten: seit 1971 mit Neuflize (Ardennes), mit Longjumeau (Essonne) seit 1981, und mit Bellegarde-sur-Valserine (Ain), seit 2001/2002. Diese offizielle vertragliche Bindung beider Städte erfolgte aufgrund eines zuvor seit über dreißig Jahren praktizierten Schüleraustausches.

Brettener OB setzt sich für Deutschunterricht in Frankreich ein
Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff

Die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Longjumeau und Bretten sind auch statistisch beachtenswert: 201 organisierte Begegnungen, an denen rund 4 500 Menschen teilnahmen; von Schülern über Sport- und Kulturvereine bis zu Unternehmen und Verbänden. In den knapp 70 aktiven Austauschen mit Bellegarde begegneten sich bisher über 2500 Schüler, Lehrer und Bürger. Mit Neuflize gibt es – im Wechsel – bis zu drei offizielle Treffen jährlich. Schon in zweiter Generation sind familiäre Bindungen und tiefe Freundschaften entstanden. Diese gelebte Freundschaft ist die dauerhafte Basis solcher Partnerschaften und Kenntnisse der jeweils anderen Kultur, der Geschichte und vor allem der Landessprache, sind gerade in einer globalisierten, englischsprachig orientierten (Geschäfts-) Welt unabdingbar.
Nichtverstehen heißt eben sehr schnell auch Unverständnis, und das sollte zwischen unseren beiden Völkern Geschichte bleiben.

Wir brauchen ein Europa der sich verstehenden Menschen, die gemeinsam gestaltend wirken – so wie Longjumeau und Bretten es seit über dreißig, Neuflize, Bellegarde und Bretten seit über vierzig Jahren vorleben und hoffentlich noch viele weitere Jahre praktizieren werden.  Wir bitten Sie daher inständig, Ihre Pläne nochmals dahingehend zu überdenken, zusätzlich zu dem ab 2016 schon in der Grundschule beginnenden Deutschunterricht, weiterhin Deutsch als zweite Fremdsprache in der Mittelstufe zu ermöglichen.

Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!
Freundliche Grüße
Martin Wolff

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