Bretten wehrt sich: Kein S21-Aushub nach Baden – nirgendwo hin!

Bretten wehrt sich: Kein S21-Aushub nach Baden – nirgendwo hin!Es braut sich etwas zusammen soviel scheint sicher! Seit Monaten kursieren bereits Gerüchte, wonach erhebliche Mengen von Aushub aus dem Bahnprojekt Stuttgart 21 ihre letzte Ruhestätte in unserer Region finden sollen.

Im Sommer stand etwa der Golfclub Bruchsal im Verdacht große Massen an Stuttgarter Erde auf seinem Areal auftragen zu wollen. Was aus diesem Vorhaben letztlich geworden ist, lässt sich nach vielen kontroversen Zeitungsberichten, Presseerklärungen und Dementis kaum sagen. Fakt ist jedoch: Irgendwo müssen die 20 Millionen Tonnen Material aus über 60 Kilometer langen Tunneln schließlich deponiert werden. Nun scheint klar zu sein: Knapp 900.000 Tonnen davon landen im Steinbruch Böhnlich bei Wössingen. Das bestätigte ein Sprecher des dortigen Zementwerkes auf einer Gemeinderatssitzung. Dagegen formiert sich nun Widerstand in der Region.

In Bretten hat sich eine Initiative gegründet, die sich gegen die die Erdauffüllungen zu Wehr setzen will. Im Infoportal der Parkschützer „Bei Abriss Aufstand“ ist nun der folgende Artikel erschienen, den wir mit freundlicher Genehmigung der Stuttgarter Kollegen hier wörtlich übernehmen:

80.000 zusätzliche 40-Tonner über die B10/B35–Alexanderplatz – Diedelsheimer Dreieck – für ein Projekt, das nichts taugt! 80.000 mal zusätzlich Feinstaub, Dreck und Gestank. 80.000 mal Mehrbelastung für Straße und Umwelt. Ein beladener 40 Tonner belastet die Straße nach Angaben des Verkehrsclub Deutschland (VCD) so stark wie 60.000 PKW. Hier entstehen enorme verdeckte Kosten zu Lasten des Steuerzahlers für das eh schon total überteuerte Prestigeprojekt Stuttgart 21, die in keiner Rechnung genannt werden.

Am 17. Januar findet von 9. – 14 Uhr die 1. Kein Stuttgart21 Aushub nach Baden Aktion in der Fußgängerzone in Bretten statt.

Stuttgart 21 muss zum Wohle der Gemeinschaft gestoppt werden!

Liebe Mitbürger,
entgegen der öffentlichen Wahrnehmung ist Stuttgart 21 weder das bestgeplante Projekt aller Zeiten noch ist es Fortschritt – geschweige denn nicht zu stoppen. Stuttgart 21 ist eine gigantische Steuergeld-Vernichtung zu Gunsten der Baulobby, der Banken und zum Schaden des öffentlichen Verkehrs, also des Bürgers. Stuttgart21 befindet sich im 5. Jahr der offiziellen Bautätigkeit und bis dato ist noch nichts Wesentliches gebaut. Der Baufortschritt liegt bei mageren knapp 3% des gesamten Bauvorhabens, dafür liegen die Kosten heute schon bei über 300% der ursprünglich manifestierten Gesamtkosten. Siebentausendfünfhundert Millionen Euro – und das, obwohl eigentlich noch nichts gebaut ist. Der im Koalitionsvertrag festgelegte Kostendeckel wurde längst gesprengt und ein Ende der Kostensteigerung ist nicht in Sicht. Bahninterne Zahlen sprechen von mindestens Elftausend Millionen Euro Gesamtsumme und das für einen tiefer gelegten Bahnhof, der nichts taugt, dessen Kapazität NIE die erforderliche Leistung erbringen kann.

Stuttgart 21 besteht aus lediglich 8 Gleisen im Tiefbahnhof, je zwei Zu- und Ablaufgleisen und einer gigantischen Tunnelanlage; davon 62 km (bislang gebaut: 3,3km) in höchst kritischen geologischen Verhältnissen unterhalb hauptsächlich bebautem Stadtgebiet.

Das frei werdende Gleisvorfeld, welches der Immobilienlobby zur Verfügung gestellt werden soll, darf nach Rechtslage nicht entwidmet, d.h. nicht für andere Zwecke benutzt werden. Damit entfällt eines der Hauptargumente für den Tiefbahnhof, die städtebauliche Nutzung des freiwerdenden Gleisvorfeldes.

Stuttgart 21 ist politisch gewollt, entbehrt aber jeglicher Logik und verkehrlicher Vernunft.
• Stuttgart21 ist nachweislich ein Rückbau der Kapazität
• Nicht einmal der heutige Bahnverkehr könnte in dieser geplanten „Durchgangsstation“ (so die offizielle Bezeichnung) bewältigt werden, zukünftige Ausbaumöglichkeiten sind ausgeschlossen.
• Dem Projekt fehlen trotz 20jähriger Planung noch immer grundsätzliche Planfeststellungen und Genehmigungen.
• Bis zum heutigen Tag ist die Finanzierung der unglaublichen Summe nicht geklärt.
• Die Mischfinanzierung zwischen Bund, Land, Stadt und Flughafen ist verfassungswidrig.
• Der zukünftige unterirdische Bahnsteig hat auf die Länge eines ICE ein Gefälle von 6,20 Meter – Unfälle sind vorprogrammiert!
• Es gibt bis dato kein genehmigungsfähiges Brandschutzkonzept (kennen wir das nicht von der Berliner Flughafenruine?).
• Jeder anfahrende Zug muss in enorme Steigungen ausfahren, das bedeutet auf Dauer kostenintensive zusätzliche Energievergeudung.
Stuttgart 21 muss zum Wohle der Gemeinschaft gestoppt werden. Es ist noch lange nicht zu spät!

Weitere Infos im Badener-Flyer HIER

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