Bretten entscheidet über Standort der grünen Moschee

Bretten entscheidet über Standort der grünen MoscheeIn knapp einer Woche soll die Entscheidung über die Zukunft der grünen Moschee in Bretten fallen – wenn alles glatt geht!

In trockenen Tüchern ist in dieser Angelegenheit noch längst nicht alles

Wir erinnern uns: Mitte vergangenen Jahres sollte der Gemeinderat der Stadt Bretten bereits darüber abstimmen, ob der Neubau der grünen Moschee nahe der alten Trafo-Station am Ortsausgang Richtung Pforzheim realisiert werden solle. Diese Entscheidung wurde damals vertagt – in der entsprechenden Antragsbegründung hieß es, dass die Informationen unvollständig seien und die Bürgerschaft nicht ausreichend eingebunden wäre. Darauf hin wurden zwei Bürgerinformationsveranstaltungen angesetzt, die jüngste erst vor wenigen Tagen. In der nun kommenden Gemeinderatssitzung am 27. Januar wird also erst einmal über den ursprünglichen Antrag vom Juni 2014 befunden. Wird diesem stattgegeben, wird die Grüne Moschee – so die islamische Gemeinde das noch möchte – auf dem Gelände an der Pforzheimer Straße errichtet.

Spricht sich der Gemeinderat allerdings gegen den ursprünglichen Entschluss aus, wird es richtig kompliziert. Dann geht es nämlich nur noch um die alternativen Standorte, deren Anzahl mittlerweile auf einen geschrumpft ist. Warum? Ganz einfach: Das Gelände an der Pforzheimer Straße wäre wegen des abgewiesenen Beschlusses Nummer 1 nicht mehr verfügbar, das Blusch-Areal eignet sich aufgrund seines Zuschnittes ohnehin nicht, auf dem Areal vor der ehemaligen Bußgeldstelle wird nun mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Hotel entstehen – bleibt nur: Das Gleisdreieck hinter der Bußgeldstelle in der Hermann-Beuttenmüller-Straße. Besonders knifflig: Genau gegen diesen Standort hat sich die Grüne Moschee – Gemeinde bereits in einer Mitgliederversammlung ausgesprochen. Sollte die Gemeinde weiterhin bei einem Nein hierzu bleiben, kommt nur noch der Ausbau der bestehenden Moschee in der Bismarcktraße in Frage und das wird nicht einfach. Um die Räume zu erweitern braucht es eine große Anzahl neuer Parkplätze, die letztlich nur mit einer neuen Tiefgarage realisiert werden könnten.

Unterm Strich sind in dieser Gleichung noch verdammt viele Variablen durch die das Projekt „Moscheebau“ verzögert und im schlimmsten Fall sogar scheitern könnte. Nun ist es am Gemeinderat der Stadt Bretten. Die Sitzung am 27. Januar ist öffentlich und kann von allen interessierten Bürgern verfolgt werden. Zu Beginn dieser Sitzung gibt es auch eine 30-minütige Fragestunde für Anregungen der Einwohner zu Angelegenheiten der Stadt und zu Punkten der Tagesordnung. Wer sich hier einbringen möchte, sollte zwei Regeln im Vorfeld kennen: Jeder Bürger darf zu nicht mehr als zwei Angelegenheiten Stellung nehmen und Fragen stellen. Fragestellern wird eine Redezeit von maximal drei Minuten eingeräumt. Für lange religiöse oder politische Manifeste, wie sie bei der letzten Bürgerinformationsveranstaltung vorgetragen wurden, ist an dieser Stelle also definitiv kein Platz.

 

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