Baden-Württemberg schließt vorübergehend Schulen und Kindergärten

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Der Plenarsaal im Stuttgarter Landtag / Archivbild Redaktion

Entscheidung auf Sonderkabinettssitzung: Osterferien sollen vorgezogen und verlängert werden

Einige Bundesländer wie zum Beispiel Bayern oder das Saarland haben bereits Nägel mit Köpfen gemacht, nun zieht auch das stark vom Coronavirus betroffene Baden-Württemberg nach. Ab dem kommenden Dienstag bleiben alle Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten im Land zunächst bis nach den Osterferien geschlossen. Dies wurde gerade am Rande einer Sondersitzung des Landeskabinetts Baden-Württemberg bekannt.

Kretschmann: Verlangsamung der Ausbreitung Kern der Maßnahme

Bei seiner Presse-Ansprache in Stuttgart zum Ergebnis der Arbeit der Sonderkabinettssitzung des Ministerrates, verkündete Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Schließung aller Schulen und Kindertagesstätten ab kommenden Dienstag bis zunächst zum Ende der regulären Osterferien. Am Montag sollen den Kindern noch Informationen und Aufgaben mit in die Schulpause gegeben werden, das Ministerium möchte damit einen geordneten Übergang schaffen, so Kultusministerin Susanne Eisenmann.

Notfallbetreuung soll gewährleistet werden

Kultusministerin Susanne Eisenmann betonte, dass die Betreuung von Kindern, deren Eltern beide in wichtigen Bereichen wie beispielsweise im medizinischen Sektor oder bei der Polizei arbeiten gewährleistet werden soll. Zu den „kritischen“ Berufen deren Funktionalität gewährleistet bleiben muss, zählen laut Minister Manne Lucha: Gesundheit, Blaulicht-Familie, Infrastruktur (Wasser, Strom, ..) und Lebensmittelversorgung.

Während der baden-württembergische Philologenverband und der bundesweite Verband der Realschullehrer die Maßnahme seit längerem fordern und unterstützen, zeigen sich die Elternvertreter ob der jüngsten Entwicklungen besorgt und sehen das Land nicht ausreichend auf eine solche Zäsur vorbereitet. Sorgen bereiten das bald anstehende Abitur sowie die in vielen Fällen problematische Frage nach einer alternativen Betreuung der Kinder während der Arbeitszeit der Eltern.

Noch bis vor Kurzem schloss Bundesbildungsministerin Anja Maria-Antonia Karliczek einen derartigen Schritt auf Bundesebene aus, durch die Entwicklungen der vergangenen Tage änderten sich die Einschätzungen auf Bundes- und Länderebene aber stetig. Schon gestern deutete die baden-württembergische Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann die Möglichkeit an, allgemeine Schließungen von Schulen und Kindergärten auf den Weg zu bringen.

Ungeachtet der daraus resultierenden logistischen Probleme, hat das Robert-Koch-Institut in seiner täglichen Pressekonferenz am Freitagvormittag die Sinnhaftigkeit von allgemeinen Schulschließungen bekräftigt, sind sie doch eines von mehreren adäquaten Mitteln um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verlangsamen.

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5 Gedanken zu „Baden-Württemberg schließt vorübergehend Schulen und Kindergärten“

    • am Montag sollen noch Planungsaufgaben und Anweisungen für die Schüler herausgegeben werden, das Ministerium möchte einen geordneten Übergang in die Pause

  1. Man sollte hierbei hinterfragen, wie weltfremd in den Ministerien gedacht wird. Ein Schüler mit Aussicht auf 4 Wochen Pause nimmt Arbeitsmaterial nach Hause, um dies eigenverantwortlich durchzuarbeiten und den Lernstoff zu verinnerlichen? Da sfunktioniert schon über ein normales Wochenende nicht.Wer von den Verantwortlichen war wohl jemals Schüler? Oder nimmt jemand von Ihnen Arbeit mit in den Urlaub? Insofern ist das ein Ablenkungsmnöver dafür, dass kein Notfallplan für derartige Situationen vorliegt (Kinderbetreuung? Lebensmittelversorgung etc). Statt also einen „geordneten “ Übergang zu machen sollte hier, wie in anderen Bundesländern auch, endlich verantwortlich gehandelt werden. Aber es soll ja Kultusminister geben, die im Herbst höhere Aufgaben anstreben. Mit Zaudern und Zögern und durchschaubaren Ablenkungsmanövern beweist man keine Handlungsfähigkeit und empfiehlt sich nicht unbedingt dafür….

  2. Ist ja schön daß die schulen und kitas nun geschlossen wurden. Das war schon Überfällig.
    Aber wenn Sie schon die Kinder nachhause schicken, dann sollten Sie den Kindern auch erklären warum.
    Gerade fahre ich durch Heidelsheim. bestimmt 15 Kinder die Fußball spielen. Was soll man da erwarten. Leider schüttle ich nur noch mit dem Kopf. Auf der arbeit heisst es:“ Es ist doch keiner krank.ich soll keine Wellen machen“. Im Büro steht ein Kugelschreiber an den tresen kein Desinfektionsmittel. Keinen interessiert es nur glächter. Ich kann nur noch mit dem Kopfschüttel.

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