Aufatmen in Pfinztal: Verunglückter Höhlenforscher gerettet

UPDATE 08.07.2014
Wie das bayrische Innenministerium bekannt gab, muss der Höhlenforscher Johann Westhauser aus Söllingen die Kosten seiner Rettung nicht selber tragen. Bürger müssten dafür nur aufkommen, wenn sie den Einsatz vorsätzlich oder grob fahrlässig selbst verursacht hätten. Wieviel der tagelange Einsatz überhaupt gekostet hat, darüber liegen keine genauen Zahlen vor. Man geht aber von einem Millionenbetrag aus.

Johann Westhauser aus Pfinztal-Söllingen kann sich wieder an der strahlenden Juni-Sonne erfreuen. Nach tagelangem, unfreiwilligem Exil in der Riesending-Höhle, wurde der renommierte Forscher nun gerettet. Die Aktion die nötig war um den 52-jährigen aus über 1000 Metern Tiefe zurück ans Tageslicht zu bringen, wird sehr wahrscheinlich in die Geschichte eingehen. 11 Tage, 10 Stunden und 14 Minuten saß er dort unten in der Schachthöhle fest. Das beeindruckende Naturbauwerk liegt tief in den Berchtesgadener Alpen im Grenzgebiet zwischen Bayern und Österreich.  Mit einer  Tiefe von 1148 Metern und über 19,1 Kilometern Länge ist sie die tiefste Höhle Deutschlands. Der Name geht laut Wikipedia übrigens auf den erstaunten Ausruf „Das ist ja ein Riesending!“ bei der Entdeckung der Höhle zurück.

5 Tage Non-Stop Dankestelefonate 

Vielleicht hat es Johann Westhauser auch erstaunt, welche Superlative in Bewegung gesetzt wurden um ihn von ganz dort unten zu bergen: 728 Einsatzkräfte aus fünf Ländern waren an der Mammut-Aktion beteiligt. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus soll der Höhlenforscher versprochen haben, jeden seiner Rettern anzurufen um ihm zu danken. Wenn er für jedes Telefonat 10 Minuten einplant, muss er über 5 Tage lang non-stop telefonieren – seinen Telefonanbieter wird es freuen. Über die Rettung ihres Kollegen freut sich auch die Belegschaft des Karlsruher Institutes für Technologie – dort arbeitet Johann Westhauser, wenn er nicht gerade 1000 Meter unter der Erde hantiert. Am 7.Juni stieg er zusammen mit 2 Kollegen in die Tiefe  hinab um die unterirdischen Gänge zu erforschen, die er teilweise sogar selbst entdeckt hatte. Durch einen Steinschlag zog er sich kurze Zeit später schwere Verletzungen zu – auch am Kopf – was eine selbstständige Umkehr unmöglich macht. Also holt ein Kollege Hilfe – eine der größten Rettungsaktion der Geschichte läuft an…

Hier befindet sich die Riesending-Schachthöhle

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