Atommüll und kein Ende

AtommüllDie GRÜNEN im Kreisverband Karlsruhe-Land sind entsetzt über die neuesten Informationen zum Atommüll im ehemaligen Atomforschungszentrum Karlsruhe, heute KIT, die über die Presse bekannt geworden sind. Offenbar wurden praktisch alle Fässer mit Atommüll, die eigentlich ins Endlager Schacht Konrad hätten verbracht werden sollen, falsch mit Beton befüllt, wie auch Florian Emrich, Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), öffentlich bestätigte. Das Forschungszentrum als Verursacher und Besitzer des Abfalls habe die Behälter zementiert und befüllt, ohne die Anforderungen für den Schacht Konrad zu beachten, was eine nachträgliche Zertifizierung erschwere, so Emrich. „Dafür ist der Abfallbesitzer verantwortlich.“

Uwe Mersch vom Grünen Kreisvorstand Karlsruhe-Land weist auf die Zusagen hin, die im Zusammenhang mit der Neugenehmigung des Instituts für Transurane (ITU) seitens der Landesregierung gemacht worden sind. „Ein weiteres Zwischenlager bzw. die längerfristige Einlagerung dieses Atommülls an diesem Standort ist für Karlsruhe und die Region nicht hinnehmbar“, so Mersch.

Die Region Karlsruhe ist ohnehin bereits durch die Altlasten der Atomforschung mit Schnellem Brüter, Wiederaufarbeitung (WAK), Forschung am ITU sowie dem Atomkraftwerk Philippsburg über die Maßen belastet. Daher wird auch die Absenkung von Einlagerungsstandards, damit die rund 13.000 Fässer „weg können“, vom Grünen Kreisvorstand klar abgelehnt. Dringend erforderlich ist jetzt vielmehr eine schnelle Aufklärung der Ursachen dieser erneuten Schlamperei im ehemaligen Atomforschungszentrum und Konsequenzen für die Verantwortlichen. Auch die Kostenfrage muss geklärt werden. Es wird Zeit, dass die Atomkraftwerksbetreiber endlich an den Folgekosten der Atomforschung angemessen beteiligt werden. Das ist nämlich die Kehrseite der angeblich so „sauberen“ und „billigen“ Atomforschung.

Pressemitteilung des Kreisverbandes Karlsruhe-Land Bündnis 90/DIE GRÜNEN vom 14.05.2014
Bild: Symboldarstellung

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