Altenheim Büchenau wird Flüchtlingsunterkunft – Weitere sollen folgen

Bild: Heiko Huber
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UPDATE 19.07.2014

 

Landratsamt informiert Stadtverwaltung über Belegungssituation

12 Familien werden in Gemeinschaftsunterkunft in Büchenau untergebracht

Bruchsal (pa) | 12 Familien mit 17 Kindern werden in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Büchenau untergebracht. Am 17. Juli informiert das Landratsamt Karlsruhe die Stadtverwaltung Bruchsal, dass insgesamt 43 Personen aus 13 Nationen im ehemaligen Altenheim „Im Gründ“ untergebracht werden. Die Flüchtlinge kommen aus Syrien, Iran, Pakistan, dem Balkan, dem indischen Subkontinent, Osteuropa/Kaukasus und Afrika. Die 17 Kinder sind nicht älter als 14 Jahre. Acht davon sind höchstens drei Jahre alt.

Meldung vom 04.07.2014

Landratsamt erweitert Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge – Büchenau als GU-Standort ausgewählt / Stadt Bruchsal kurzfristig informiert

Zur Unterbringung von Flüchtlingen im Bruchsaler Stadtteil Büchenau wird das Landratsamt Karlsruhe ein ehemaliges Altenpflegeheim anmieten. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel hat kurzfristig Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick über die Planungen des Landratsamtes, für die es keine Standortalternativen gibt, in Kenntnis gesetzt. Dieses Vorgehen wurde mit den stark gestiegenen Flüchtlingszahlen und der gesetzlichen Notwendigkeit zur Unterbringung begründet.
Im Gespräch mit Landrat Dr. Christoph Schnaudigel hat Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick mitgeteilt, dass es sich bei der Flüchtlingsunterbringung unbestritten um eine humanitäre Pflicht und eine Gemeinschaftsaufgabe handelt. „Dabei ist jedoch sicherzustellen, dass die historischen Integrationsleistungen einer Ortsgemeinschaft ebenso berücksichtigt werden, wie eine gerechte geografische Verteilung über den gesamten Landkreis hinweg“, so das Stadtoberhaupt. „Büchenau hat bereits in der Vergangenheit seine Integrationsfähigkeit unter Beweis gestellt, Flüchtlinge hervorragend betreut und damit die gesamte Stadt entlastet. Das ist unvergessen und wirkt bis heute nach“, so die Oberbürgermeisterin, für die die Knappheit an geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten sowie das Zufallsverfahren bei der Anmietung das größte Problem darstellen.
Ortsvorsteherin Marika Kramer zeigt sich „entsetzt und entrüstet“ wegen der aktuellen Entwicklungen in ihrem Ortsteil: „Wir sehen die Not der Flüchtlinge und sind der Meinung, dass geholfen werden muss. Nach den Vorleistungen der Büchenauer Ortsgemeinschaft sind nun jedoch andere an der Reihe.“
Das Landratsamt hat bereits im vergangenen Jahr die Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen Altenpflegeheim in Büchenau geprüft. Seinerzeit wurde von dem Vorschlag aus mehreren Gründen, unter anderem weil die Stadtverwaltung an die historische Integrationsleistung der Büchenauer erinnert hat, wieder Abstand genommen.(pa)

Generell ist keine Entspannung ist auf dem Gebiet der Flüchtlingsunterbringung abzusehen. Bereits in den ersten drei Monaten des Jahres kamen 37.820 Asylbewerber nach Deutschland, was im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme von fast 76 % entspricht. Rund 1.000 Plätze stehen derzeit in neun Gemeinschaftsunterkünften zur Verfügung. Um die dem Landkreis weiterhin zugewiesene Asylbewerber unterzubringen und den künftig geltenden Standards von 7m² Wohn- und Schlaffläche pro Person gerecht zu werden, sind noch in diesem Jahr mindestens 400 Unterbringungsplätze zusätzlich erforderlich, informierte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel den Verwaltungsausschuss des Kreistages in seiner jüngsten Sitzung vom 3. Juli. Angestrebt, so der Landrat, werde dabei eine einvernehmliche Vorgehensweise mit den jeweiligen Bürgermeisterämtern, im äußersten Fall müsse aber im Einzelfall – um eine drohende Obdachlosigkeit zu verhindern – eine zeitlich befristete Belegung verfügt werden, wie dies in Ittersbach der Fall ist, wo aktuell 55 Personen in einem leerstehenden Firmengebäude untergebracht werden. Wenn es gelingt, zeitnah alle Objekte zu verwirklichen, die der Landkreis derzeit ins Auge gefasst habe, also auch die sich im Bau bzw. Umbau befindlichen Gemeinschaftsunterkünfte in Bretten und Marxzell, werde es voraussichtlich möglich sein, die prognostizierte Anzahl von Flüchtlingen für das Jahr 2014 unterzubringen, führte der Landrat aus. Für 2015 ist ein weiterer Standort in Waghäusel vorgesehen.

Quellen: Stadt Bruchsal, LRA KA

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