Alte Liebe rostet eben doch

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Wer hat Dirks Käfer gesehen?

Waghäusel: Auf eine besondere Suche begibt sich ab sofort Dirk Brand, Vorsitzender des 1. OCW Waghäusel im ADAC. Nicht von ungefähr engagiert sich das 49-jährige Gründungsmitglied des Waghäusler Oldtimervereins seit über fünf Jahren so aktiv. „Initialfahrzeug“ nennt er selbst sein erstes selbst „her gerichtetes“ Auto: ein VW Käfer, Modell 1302LS, Baujahr 1972. Mit nur 17 Jahren, noch während der Ausbildung zum Meß- und Regelmechaniker, hat Dirk Brand jede Mark der Ausbildung und das „Sonntagsgeld“ von Oma gespart und sich für im Jahr 1986 für 7000 D-Mark das fahrbereite Modell gekauft. Der Zustand allerdings forderte den Bastler: an die zwei Jahre hat er mit Bruder Jens und Freund Torsten das rostige und undichte Kultfahrzeug komplett zerlegt und Stück für Stück wieder aufgebaut. Jedes einzelne Teil wurde katalogisiert und genau aufgeschrieben, um die richtige Reihenfolge festzuhalten. Am Ende blieben wohl doch zwei, drei Schrauben übrig – ein Schmunzeln überzieht Brands Gesicht bei jeder Erinnerung, die beim Erzählen wieder lebendig wird.

Als der Käfer fertig war, stand da ein in perlmuttrot/weiß schimmerndes Prachtstück mit Austauschmotor und allerlei Sonderausstattung: außen schwarz polierte ATS Speichenfelgen, große Lichter, (die Rückleuchten wurden „Elefantenfuß“ genannt), Spoiler. Innen tobte sich der Bastler besonders aus: Einbau einer Mittelkonsole mit drei extra Anzeigen: Öltemperatur, Uhr und Drehzahlmesser. Außerdem eingebaut: verchromte Fensterkurbeln, Velourlederausstattung, dunkelblaue „Vogel“-Sportsitze und besonders auffällig: das Innenleben des Handschuhfachs ist mit Spiegelteilen einer Discokugel ausgekleidet worden. Für Ende der 80er Jahre Pflicht: ein Kenwood-Radio mit abnehmbarem Bedienteil komplettierte die komfortable Ausstattung.
Nachdem jeder Pfennig der Ausbildungsvergütung von nur 650,00 D-Mark monatlich in den Wagen geflossen war, kam den jungen Brand-Brüdern die Idee, das schmucke Cabrio als Hochzeitsfahrzeug anzubieten – das kam gut an. Der Beifahrersitz wurde regelmäßig ausgebaut, um den voluminösen Brautkleidern Raum zu bieten.

1997, nachdem doch der Rost wieder kam, wurde das Prachtstück verkauft. Es folgte als nächstes Projekt ein Wohnmobil, der Alfa Romeo Spider, der sich bis heute in seinem Besitz befindet und das aktuelle Projekt ist ein Porsche, dessen Volllackierung gerade durchgeführt wird. Der dazugehörige Motor hängt in der Schraubergarage von Dirk Brand in Wiesental und wartet auf seine „Hochzeit“ mit der fertigen Karrosserie.

Sohn Jonas ist bereits ebenfalls infiziert und bastelt gerade an einem VW Bus T3. Im Besitz der Familie ist noch eine Original Vespa, Baujahr 1953, auf die Tochter Hannah charmant spekuliert – doch Papa Dirk ist momentan noch nicht zur Herausgabe zu erweichen.

Auch Ehefrau Susanne fährt ein 30 Jahre altes Porsche G Modell. Sie sei bezüglich des zeitaufwendigen Hobbies „ihrer Männer“ „unglaublich tolerant“, doch im Grunde bewundere sie die Geduld, die die einzelnen Mammutprojekte, wie sie sie nennt, über Jahre erfordern. Mit zuckenden Mundwinkeln ergänzt sie im Gespräch „es grenzt schon fast an Wahnsinn“.

Ein Wahnsinn ist jetzt auch die Suche nach genau diesem besonderen Projekt „VW Käfer“ – wo bist Du? Nach dem Verkauf 1997 verliert sich die Spur: der Kaufvertrag ist nicht mehr auffindbar. Dirk Brand erinnert sich, dass es damals ein Redakteur oder Freier Journalist der „Rheinpfalz“ war. Das Kennzeichen beim Verkauf war KA-H-1972. Leider ist selbst im Kraftfahrtbundesamt ohne Fahrgestellnummer nichts auffindbar. Der sportliche Selbstständige Dirk Brand macht sich nun über verschiedenste Kanäle auf die Suche nach diesem besonderen Teil seines Lebens. Zitat:

Nicht nur mein Herz hängt an diesem Auto, mein junges Blut klebt an den Einzelteilen

Redaktion: Alexandra Nachtigal

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