Zwei Tote bei Hochhausbrand in Stutensee

Bild: Feuerwehr

Stutensee-Büchig: Bei Brand eines Hochhauses bislang zwei Menschen ums Leben gekommen

Bei einem Brand in einem Hochhaus im Buchenring sind bisherigen Feststellungen zufolge zwei Menschen ums Leben gekommen und 11 Personen durch Rauchgasvergiftungen verletzt worden. Am Dienstag um 3.17 Uhr wurde die Polizei davon verständigt, dass im siebten Stock eines insgesamt 14-stöckigen Hochhauses ein Feuer ausgebrochen ist. Da es aufgrund des völlig verrauchten Treppenhauses für Bewohner der darüber liegenden Wohnungen teilweise nicht mehr möglich war, sich aus dem Haus zu retten, mussten sie von der Feuerwehr mit Drehleitern evakuiert werden. Nach ersten Erkenntnissen sind bisher vier Wohnungen unmittelbar von der Brandeinwirkung betroffen. Die Brandnachsorgearbeiten der Feuerwehr dauern noch an.

Insgesamt sind 91 Kräfte der Feuerwehren Stutensee, Linkenheim-Hochstetten, Graben-Neudorf und Bruchsal bei den Lösch- und Bergungsarbeiten eingesetzt. 30 Rettungskräfte und zwei Notärzte sind vor Ort und fünf Notfallhelfer. Rund 40 Bewohner sind gegenwärtig in der nahe gelegenen Sporthalle einer Schule untergekommen. Der Brandort ist noch nicht begehbar, deshalb können zur Brandursache noch keine Aussagen getroffen werden. (ots)

UPDATE 11:00 Uhr: Opfer des Brandes in Hochhaus identifiziert

Die beiden Personen, die am frühen Dienstagmorgen bei dem Brand im Buchenring ums Leben gekommen sind, konnten inzwischen identifiziert werden. Es handelt sich um den 68-jährigen Wohnungsinhaber und seine 65-jährige Schwester, die zu Besuch bei ihrem Bruder weilte. Zur Ermittlung der genauen Todesursache werden die beiden Opfer vermutlich obduziert werden. Die Beamten des Fachdezernates der Kriminalpolizei Karlsruhe und der Kriminaltechnik konnten mittlerweile die völlig ausgebrannte Wohnung betreten und die Ermittlungen hinsichtlich der Brandursache aufnehmen. Der Statiker erteilte mittlerweile auch „grünes Licht“ und die Bewohner, deren Wohnungen noch intakt sind, können wieder sukzessive zurückkehren. Die gesamten fünf Wohnungen im siebten Stock, in dem der Brand ausgebrochen ist, drei Wohnungen im darüber liegenden Stock und eine Wohnung im zehnten OG sind unbewohnbar. (ots)

Bericht der Feuerwehr

In den frühen Morgenstunden des 13.06.2017 brannte eine Wohnung im 7. OG eines 14- stöckigen Hochhauses im Büchiger Buchenring, bei dem 2 Menschen ums Leben gekommen sind. 11 weitere Personen mussten wegen Rauchgasvergiftungen in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.

Da es aufgrund des völlig verrauchten Treppenhauses für die Bewohner der darüberliegenden Wohnungen teilweise nicht mehr möglich war, sich aus dem Haus zu retten, mussten sie von der Feuerwehr mit Drehleitern evakuiert werden. Insgesamt sind 101 Kräfte der Feuerwehren Stutensee, Linkenheim-Hochstetten, Karlsdorf-Neuthard und Bruchsal bei den Lösch- und Bergungsarbeiten eingesetzt worden.

Gegen 3.17 Uhr wurde die freiwillige Feuerwehr Stutensee zu einem Balkonbrand gerufen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte waren die Flammen im 7. OG gut sichtbar. Wie sich jedoch schnell herausstellte, brannte dort die ganze Wohnung. Um die Rauchbelastung im Haus nicht noch zu vermehren, entschloss der Einsatzleiter einen Löschangriff über den Balkon vorzunehmen. Im Bereich des 7. OGs wurden die Türen durch mobile Rauchabschlüsse gesichert. Durch diese Maßnahmen konnte die Brandrauchbelastung im Haus sehr niedrig gehalten werden. Gleichzeit waren zwei Drehleitern im Einsatz um Menschen aus ihren Wohnungen zu retten. Die noch verbliebenen Bewohner des Hauses wurden je nach Situation mit Fluchthauben nach draußen gebracht, oder sie blieben in ihren Wohnungen und wurden von Einsatzkräften betreut. So waren auch zwei bettlägerige Menschen im Haus, sie wurden von Einsatzkräften betreut. Durch die enorme Rauchentwicklung kam es immer wieder zu spontanen Reaktionen von Bewohnern, die dann doch Angst hatten. 50 Personen wurden in die Sporthalle der Grundschule von Büchig gebracht, und dort vom DRK betreut. Bei den Löscharbeiten, die sich besonders schwierig gestaltet haben, wurden dann zu erst eine männliche Person und dann eine weibliche Person tot aufgefunden. Die sofort eingeleiteten Reanimationsversuche bei der Frau waren nicht von Erfolg gekrönt. Nach dem das Feuer unter Kontrolle war, begann man die evakuierten Menschen ihren Wohnungen und Stockwerken zuzuordnen, um einen Überblick zu bekommen, wer kann in seine Wohnung zurück und wer nicht. Die durch den Brandrauch in Mitleidenschaft gezogene Bereiche müssen zuerst gereinigt werden, bevor dort wieder Menschen wohnen können.

Einsatzleiter Klaus-Dieter Süss war am Schluss mit 101 Einsatzkräften aus Stutensee, Bruchsal und Karlsdorf-Neuthard vor Ort. Durch den schnellen und besonnenen Einsatz konnte ein größerer Schaden an Menschenleben verhindert werden. Solche Einsätze bringen auch die Einsatzkräfte an die Grenzen. Unterstützt wurde die Feuerwehr von 30 Einsatzkräften der DRK-Bereitschaften und dem Regelrettungsdienst. Das Ganze wurde vom leitenden Notarzt Dr. Christoph Nießner und dem organisatorischen Leiter Rettungsdienst Michael Kraus bewerkstelligt. Der Rettungsdienst kümmerte sich auch darum, dass Menschen die nicht mehr in ihre Wohnungen konnten, mit ihren Medikamenten versorgt wurden. Zur weiteren Betreuung waren noch 5 Notfallseelsorger zur Einsatzstelle gekommen. Oberbürgermeister Klaus Demal, Bürgermeisterin Sylvia Tröger, Bezirksbrandmeister Jürgen Link sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister Ullrich Koukola waren zur Einsatzstelle gekommen um sich ein Bild von den Rettungsarbeiten zu machen.

Von der Polizei waren mehrere Streifenwagen unter der Leitung von Polizeirat Rainer Emig, Leiter des Reviers Waldstadt, am Einsatz beteiligt. Da der Brandort noch nicht begehbar ist, kann zur Brandursache momentan noch keine Aussage getroffen werden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Im Laufe des Tages werden Brandermittler dann die Wohnung betreten können, um nach den Ursachen des Brandes zu forschen. Nach Aussagen der Polizei liegt die Schadenssumme im 6-stelligen Bereich.

Bericht: Werner Rüssel (Kreispressesprecher)

Bericht: Tibor Czemmel

Bilder: [Werner Rüssel]

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