Weihnachtsgans wie bei Oma

Im Brettener Hirschen schmeckt Weihnachten wie es sein soll

Kennen Sie das Bild auch noch? Der mit Pullunder und weinroter Krawatte herausgeputzte Vati schneidet am Weihnachtsabend im Kreise seiner erwartungsvoll strahlenden Familie (ebenfalls herausgeputzt) feierlich den Festtagsbraten an. In vielen Familien gibt es tatsächlich zu den Festtagen etwas ganz Besonderes auf den Tisch, in unserer dagegen….nicht.  Das liegt daran, dass weder meine Frau noch ich anständig kochen können und die Großeltern das Fest mittlerweile bevorzugt am Mittelmeer verbringen. Der Klassiker Würstchen mit Kartoffelsalat ist bei uns also schon eine aus der Not geborene Tradition geworden. Umso glücklicher war ich, als ich vergangene Woche völlig unerwartet zu einem Weihnachtsmahl gekommen bin, das geschmeckt hat wie zu Omas Glanzzeiten. Als ich in Bretten am Samstag-Abend noch Zeit zwischen zwei Terminen hatte, kehrte ich auf einen Sprung ins Gasthaus Hirsch in der Melanchthonstraße ein. Eigentlich wollte ich nur ein schnelles SchniPoSa verdrücken, aber als ich die Gänsekeule am Nachbartisch sah, entschied ich mich spontan für ein Upgrade. Was soll ich sagen – Es war ein Traum. Zartes und aromatische Fleisch mit knusprig-würziger Haut, garniert mit etwas Thymian. Dazu handgemachte Knödel, auf der Zunge schmelzende Maronen und Rotkraut mit kleinen Apfelstückchen dazwischen. Jeder Biss war ein echtes Gedicht.

Das Ambiente und das Team verdienen an dieser Stelle übrigens auch ein dickes Lob. Die Einrichtung ist eine Mischung aus Wirtshaus-Elementen der guten alten Zeit und hier und da ein paar modernen Tupfen. Nicht zu bemüht altbacken, nicht zu hip – genau wie ich es mag. Die Wirtsleute sind herzlich, ehrlich und freundlich. Kein geschultes und aufgesetztes Service-Gebabbel, sondern gerade gewachsene badische Schnauzen. Man fühlt sich im Hirschen sofort wie zuhause. Schwerpunkt der Karte sind deftige Fleischgerichte – Kein Wunder besteht die Familie Geist doch aus drei Generationen gelernter Metzger-Meister. 1967 eröffneten Marie und Adolf Geist die Metzgerei direkt im Nachbarhaus. 1989 übernahm dann Sohn Jürgen mit seiner Frau Ilona und mit Peter und Sandra Geist ist auch schon die dritte Generation an Bord.

Gute, ehrliche Hausmannskost – hervorragend gekocht und mit ein paar freundlichen Worten serviert. Das gibt´s täglich ohne Ruhetag in Bretten zu erleben. Und für alle die wie ich in diesem Jahr auf keinen Festschmaus zu Weihnachten hoffen dürfen… im Hirschen gibt´s für den Bub Weihnachtsgans, Hirschrücken, Rostbraten oder Rinderleber auf den Teller. Lasst´s euch schmecken.

Transparenz: Die Metzgerei Geist wirbt seit einigen Monaten mit Bannerwerbung auf Hügelhelden.de. Dieser Beitrag gehört nicht zu dieser Vereinbarung und wurde weder beauftragt noch bezahlt. Unser Besuch fand ohne Ankündigung statt und auch das Essen wurde von unserem Redakteur aus eigener Tasche bezahlt. Wir testen regelmäßig Restaurants im ganzen Kraichgau und schreiben – so es uns geschmeckt hat – subjektive Erfahrungsberichte und Empfehlungen. Was wenn es uns nicht geschmeckt hat? Dann schreiben wir nichts negatives, sondern einfach gar nichts! Fair, oder?

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