Unteröwisheimer „Spitzbuwe-Brigle“ verschwindet

Unteröwisheimer "Spitzbuwe-Brigle" verschwindet
Bald nur noch eine Erinnerung: Das Unteröwisheimer „Spitzbuwe-Brigle“

Über net jedes Bacherl, fiahrt au a Brickerl

Zugegeben – die Anzahl unserer Leser die die Spitzbubenbrücke in Unteröwisheim kennen könnte, dürfte nicht allzu hoch ausfallen. Dennoch wollen wir ihr in diesem Artikel kurz unsere Aufmerksamkeit schenken, den das kleine und praktische Bauwerk dürfte schon bald Geschichte sein. Es handelt sich dabei um eine kleine, schmale Fußgängerbrücke am westlichen Ortsende von Unteröwisheim, die versteckt hinter einer Scheune auf Höhe des Netto-Marktes den Kraichbach überspannt. Bei Wanderern und Spaziergängern ist der kleine und schmale Betonsteg sehr beliebt, erlaubt er doch eine gewaltige Abkürzung in Richtung der Weinberge. Die nächste und damit künftig einzige Möglichkeit das kleine Flüssle trockenen Fußes zu überqueren, findet sich erst wieder im Dorfkern an der Kerschdekipperhalle.

Doch warum muss die kleine Brücke weg?

Ende letzten Jahres  wurden die Stadtwerke durch einen Anruf eines Gewerbetreibenden darauf hingewiesen, den Steg einer Prüfung zu unterziehen.  Wanderer hätten sich demnach über das extreme Schwingen der Brücke gewundert. Tatsächlich schwankt die Brücke aus Eisen und Beton stark, wenn viele Füße sie erst einmal in Schwingung versetzt haben. In den offiziellen Beständen der Stadt Kraichtal war das privat errichtete Bauwerk allerdings nicht aufgelistet, weil aber die Wandergruppe Besenhex sie in einen mehr oder weniger offiziellen Wanderweg eingebunden hatte, mussten die Behörden nun aktiv werden.

Ein Ingenieursbüro wurde mit der Überprüfung beauftragt und kam zu den Ergebnis, dass die Brücke so marode ist, dass sie höchstens noch mit den Warnhinweis  „Steg nur einzeln begehbar“ weiter benutzbar wäre. Da ein solcher Hinweis die Stadt aber nicht von ihrer Haftung bei Unfällen befreien würde, empfiehlt die Verwaltung dem Gemeinderat nun die Spitzbuben-Brücke abzubauen.

Wie sähe es mit einem Ersatz aus?

Hier greift das recht komplizierte Baurecht im Lande. Für einen Neubau fehlt zum einen die wasserrechtliche Erlaubnis, zudem läge dieser im Überschwemmungsbereich eines 100-jährigen Hochwassers. Ein neues Bauwerk müsste also zudem entsprechend höher über dem Gelände errichtet werden. Der große Aufwand und die damit verbundenen Kosten, dürften daher in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Nutzung stehen.

Was bleibt den Spaziergängern und Wanderern nun übrig?

Führen Sie doch immer eine Indiana-Jones-Peitsche mit und schwingen Sie sich über den Bach, oder investieren Sie etwas Geld in einen Helikopter??! Alternativ können Sie auch einfach den Kraichbach in der Ortsmitte passieren – die zusätzliche Strecke können Sie gleich für ein Bauch-Beine-Po-Training nutzen 😉

 

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