Solvay stärkt High-Tech-Standort in Östringen nachhaltig

Bei der Werkserweiterung wurden 33 Millionen Euro investiert

An seinem Standort im Östringer Industriepark feierte das Chemieunternehmen Solvay am Dienstag den Abschluss umfangreicher Baumaßnahmen zum bedarfsgerechten Ausbau der vorhandenen Produktionskapazitäten. „Mit der neuen Anlage und der erweiterten Infrastruktur bauen wir in Östringen den Langzeit‐Support für unsere Kunden weiter aus und reagieren so auf die wachsende Nachfrage nach unseren Leichtbau-Werkstoffen sowie unseren speziellen Technologien, die branchenweit an der Spitze stehen“, sagte der Solvay-Vorstandsvorsitzende Jean-Pierre Clamadieu bei der Einweihung der neuen Fertigungsstätte, deren Kosten mit 33 Millionen Euro angegeben wurden. Die zusätzlichen Produktions-, Lager-, Labor und Büroflächen erreichen eine Gesamtfläche von mehr als 11.000 Quadratmetern.

Die weltweit operierende Solvay-Gruppe, die ihren Hauptsitz in Brüssel hat und Chemikalien sowie eine große Bandbreite von Hochleistungswerkstoffen herstellt, hatte im vorigen November die Übernahme des US-Unternehmens Cytec abgeschlossen und war dadurch auch Eigentümer des ursprünglich 1989 von Cytec errichteten Werks in Östringen geworden. Seit Anfang dieses Jahres gehört die Betriebsstätte nun zur Solvay-Geschäftseinheit Composite Materials. 160 Mitarbeiter stellen in Östringen zwei unentbehrliche Ausgangsprodukte für gewichtsreduzierende High-Tech-Werkstoffe her, und zwar zum einen spezielle vorimprägnierte Fasern, sogenannte Prepregs, für den Flugzeug- und Fahrzeugbau sowie außerdem dünnflüssige Kunstharze für besondere Verwendungen. Die ultradünnen und geschmeidigen Prepregs werden von Solvay-Kunden Lage für Lage in eine Formschale gelegt, um komplexe Bauteile zu realisieren. Nach dem Aushärten sind leistungsfähige Verbundwerkstoffe verfügbar, die beispielsweise bei Landeklappen, Spoilern oder Tragflächen zum Einsatz kommen.

Die bei Solvay nach speziellen Rezepturen hergestellten Kunstharze wiederum werden von den Kunden in vorgefertigte Kohlefasergewebe gespritzt – das Ergebnis sind auch hier Produkte von höchster Festigkeit und Formstabilität bei geringem Gewicht. Bei der Herstellung der Kunstharze werden am Standort Östringen dank der Ausbaumaßnahmen neueste Technologien eingesetzt. Nach den Qualifizierungstests durch die Kunden wird die zusätzliche Produktionslinie voraussichtlich im zweiten Quartal 2017 in den Regelbetrieb gehen können. Flugzeughersteller wie Airbus, Boeing oder Bombardier reduzieren mit den extrem leichten und leistungsfähigen Werkstoffen von Solvay den Treibstoffverbrauch ihrer Maschinen. Die innovativen Materialien sind unter anderem auch für die in Düsentriebwerken verbauten Schaufelblätter geeignet.

Beim Ortstermin in Östringen blickte Solvay-Chef Clamadieu nun auf die zügige Vorbereitung und störungsfreie Verwirklichung des Bauvorhabens zurück und dankte im Beisein von Bürgermeister Felix Geider sowie des Ersten Landesbeamten Knut Bühler vom Landratsamt Karlsruhe nachdrücklich für die starke Unterstützung durch die Stadtverwaltung sowie durch die übergeordneten Genehmigungsbehörden.

Der Östringer Rathauschef, der bei der Einweihungsfeier seine große Freude über die weitere Stärkung des Wirtschaftsstandorts zum Ausdruck brachte, richtete im Dialog mit Clamadieu seinen Blick bereits schon wieder in die Zukunft. Augenzwinkernd lenkte Geider die Aufmerksamkeit des Solvay-Vorstandsvorsitzenden auf die rund 22.000 Quadratmeter großen Reserveflächen des Firmenterrains und bekam prompt die erhoffte Rückmeldung – ein weiterer modularer Ausbau des Werks liegt bei entsprechender Marktentwicklung durchaus im Bereich des Möglichen.

Redaktion: Wolfgang Braunecker

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