Sexuelle Belästigung in Freibädern wirft Fragen auf

Tatort Freibad?

Viele Eltern in der Region sind besorgt

Vor wenigen Tagen machte in Nordrhein-Westfalen ein durchgesickertes internes Schreiben der Polizei Düsseldorf Schlagzeilen.

Darin warnen die Beamten des Kriminalkommisariates 12 vor zunehmenden Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Badegästen in Freibädern. Die Zeitung „Die Welt“ zitiert das zuerst in der Bildzeitung veröffentlichte Schreiben wie folgt:

….Das KK12 stellt klar, dass die Sexualstraftaten einen enormen Anstieg verzeichnen…..

Andere Polizeibezirke sehen hingegen keinen Anstieg bei sexuellen Übergriffen. So schreibt der Focus, dass in den großen sächsischen Bäderbetrieben keine auffälligen Entwicklungen festzustellen seien. Doch wie sieht es in unserer Region aus? Aktuell sorgen im Kraichgau zwei Vorkommnisse für Unmut unter den Menschen. Da wäre zum einen der Fall eines 22-jährigen Syrers, der am frühen Abend des 23. Juni ein 11-jähriges Mädchen sexuell bedrängt hat. Nach Zeugenaussagen hat der Mann versucht das Bikini-Oberteil des Kindes zu öffnen, der Vorfall wurde uns von der Gemeinde Forst bestätigt.

Bisher zwei bekannte Vorfälle in der Region

Ein weiterer Fall wurde nun in Bretten bekannt. Wie die Brettener Nachrichten berichten, haben am Sonntag mehrere ausländische Badegäste eine Gruppe von jungen Mädchen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren belästigt. Die Mädchen wurden gegen ihren Willen hochgehoben und am Gesäß sowie an den Brüsten betatscht. Gegenüber der schnell herbeigerufenen Polizei gaben die Männer an, lediglich „planschen und spielen“ gewollt zu haben. Die strafrechtliche Bewertung fällt indes schwer, zitieren die Brettener Nachrichten den Leiter des Brettener Polizeirevieres Brenner. Für die Einstufung als sexuelle Nötigung fehle „der Aspekt der Gewalt“

Die Freibäder in der Region gehen mit dieser Thematik unterschiedlich um. Während im Bruchsaler Sasch noch keine Vorkommnisse zu verzeichnen sind, beschäftigt man im Freibad Sinsheim bereits seit Monaten einen professionellen Sicherheitsdienst, der auf dem Gelände patrouilliert. Nach Betreiber-Angaben zielt der Einsatz auch auf die gestiegene Zahl an Taschendiebstählen ab. In Bretten und Bruchsal sowie an den Badeseen in Ubstadt-Weiher und Forst setzt man hier auf die Wachsamkeit des hauseigenen Bade-Personals. Die Frage nach mehr Überwachung als Konsequenz aus den Vorfällen am Sonntag, beantwortet der Brettener Bäderleiter Holger Poppeck ehrlich und pragmatisch: Solche Situationen im engen Gedränge sind faktisch nicht zu verhindern. Es achten jederzeit 4-5 Angestellte über die Badegäste und dennoch kann es nie eine 100% Sicherheit geben. Im Falle der mutmaßlichen Täter am besagten Sonntag, wurde umgehend die Polizei eingeschaltet und den Männern ein sofortiges Hausverbot ausgesprochen. Generell müsse nun kein Badegast Angst haben, bis auf die Geschehnisse am Sonntag, könne das beliebte Freibad bisher keinerlei Vorfälle verzeichnen.

Ob die Besucherzahlen in den Freibädern unter den Vorkommnissen leiden werden, kann ebenfalls nicht abschließend beantwortet werden. Die Gemeinde Forst konnte durch die wechselnde Wetterlage auf Anfrage keine konkreten Angaben im Falle des Heidesees machen.

Von einem Trend kann jedoch auch nach den jüngsten Vorkommnissen keine Rede sein. Zum Thema „Flüchtlinge in Freibädern“ befragte der SWR bereits vor wenigen Wochen den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft öffentliche Bäder in Baden-Württemberg Necdet Mantar. Dieser sagte, dass es im Fünf-Jahres-Vergleich keinen Anstieg sexueller Belästigung in baden-württembergischen Bäder gegeben habe.

 

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