Richener Kulttheater Speckmärbsle gönnt sich eine Auszeit

Richener Kulttheater Speckmärbsle gönnt sich eine Auszeit
Seit fast 20 Jahren verzaubert das Richener Speckmärbsle-Theater im Löwensaal seine Zuschauer mit lustigen Aufführungen. 2016 müssen sich die Fans der Truppe gedulden: Es ist Spielpause.

Richener Kulttheater gönnt sich eine Auszeit

Spaß – damit lässt sich am besten beschreiben, was die Richema Speckmärbsle sich und mit den Schwänken seinen Zuschauern bietet. Viele halten der Truppe seit Jahren die Treue. Werden die Eintrittskarten für die zehn Vorstellungen pro Saison am Lagerhaus verkauft, stehen die Fans stundenlang Schlange, um an eine der begehrten 1000 Karten zu kommen. Doch im Jahr vor dem zwanzigjährigen Bestehen der Theatergruppe sieht man in Richen keine Plakate, niemand steht an. „Stattdessen kommen von überall besorgte Fragen“, sagt Margarete Kreiter:„Warum spielt ihr nicht?“ „Die beruflichen und privaten Verpflichtungen unserer Darsteller ließen es einfach nicht zu, ein neues abendfüllendes Stück einzustudieren“, begründet die Vorsitzende Yvonne Lins die Pause. Nach langem Überlegen und Beraten hat sich die Schauspieltruppe schweren Herzens dazu entschlossen, dieses Jahr auf die Aufführungen zu verzichten. Ein Jahr ohne Speckmärbsle-Spaß? Der Truppe geht es wie den Zuschauern. „Das Miteinander fehlt“, gibt Lins zu und spricht über ein ganz neues, ungewohntes Gefühl. „Man ist samstags daheim. Und das im November.“ Das ist die Zeit, in der eigentlich geprobt wird. Im Herbst 2017 zum 20-jährigen Bühnenjubiläum wollen sie aber wieder auf der Bühne stehen. „Wir hoffen auf das Verständnis unseres Publikums“, sagt Margarete Kreiter, die auch für die Stückeauswahl zuständig ist. Denn nächstes Jahr wollen die Speckmärbsle ihre Fans wieder in der gewohnten Art mit einem lustigen Stück unterhalten. sb

Info: Theaterspiel blickt in Richen auf eine lange Geschichte zurück. Laienschauspieler fanden sich zusammen und bereiteten den Richener Bürgern manch vergnügliche Stunde. Was lange Jahre in Vergessenheit geraten war, wurde im Jahre 1997 neu entdeckt. Zehn Mitglieder des Turnerbundes Richen, die den verschiedensten Abteilungen angehörten, wagten 1997 die ersten Schritte auf die Bühnenbretter. Anfängliche Skepsis und Zweifel, ob man mit dem ausgewählten Stück „Hannes ist der Beste“ das Interesse der Leute weckt, stellten sich als unbegründet heraus.

In der ersten Saison spielten die Schauspieler vor ausverkauftem Haus. Es zeigte sich bald, dass mehrere Aufführungen geplant werden mussten: Der Saal im Gasthaus Löwen bewältigte mit 100 Plätzen die enorme Nachfrage kaum. Eine Verlegung des Spielorts in die Burgberghalle kam für die Gruppe nicht in Frage. Denn die urige Atmosphäre des Löwensaals trägt zum Gelingen der Theaterabende bei. 1998 folgte das Stück „Lieber ledig als erledigt“ – mit derselben überwältigenden Resonanz. Im Jahr darauf legten die Darsteller eine Zwangspause ein. Als sie mitten in den Proben für ein neues Schauspiel steckten, fiel ein Hauptdarsteller wegen eines Sportunfalls aus. Im Jahr 2000 kehrte die Formation mit „Die unglaubliche Geschichte vom gestohlenen Stinkkäs'“ auf die Bühne zurück. 2001 / 02 folgte „Spanien ole – oder fast wie bei uns daheim“.

Trotz einiger personeller Veränderungen innerhalb der Gruppe. Der Zusammenhalt, die Kameradschaft und Freundschaft der Spieler untereinander genießt einen hohen Stellenwert. Das gute Klima und die positiven Rückmeldungen der Fans waren 2003 für die Theaterspieler Motivation genug, um als eigener Verein aufzutreten. Als „Richener Speckfresser“ sind die Bewohner im Volksmund bekannt. Die Vorliebe der Theaterleute für „Märbsle“ (Süßstückchen) während der langen Proben ließen sie auf den Namen “ Richema Speckmärbslestheater“ kommen.

Redaktion: Sönke Brenner

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