Rechte Demo überrascht Bruchsal

Rechte Demo überrascht Bruchsal
Demo am Bahnhof (Archivbild)

Fehlende Ankündigung wirft Fragen auf

Verwundert zeigten sich am späten Samstag-Nachmittag die Bruchsaler über einen Aufmarsch rechter Demonstranten im Umfeld des Bahnhofes. Im Netz, insbesondere in den sozialen Netzwerken herrschte Ratlosigkeit, da keinerlei Demos im Vorfeld angekündigt worden waren. Eine Internetrecherche unserer Redaktion hierzu blieb ergebnislos, auch erreichten uns im Vorfeld keine entsprechenden Hinweise. Laut Augenzeugenberichten zogen circa 40-60 Demonstranten der Partei „Die Rechte“ mit Fackeln und beschallt von Rockmusik mit erkennbar rechten Texten durch die Prinz-Wilhelm-Straße. Ihnen gegenüber standen rund 80 Bürgerinnen und Bürgern die mit Trillerpfeifen und Sprechchören dagegen protestierten.

Das überhaupt Gegendemonstranten gekommen waren, ist mitunter Eberhard Schneider vom Aktionsbündnis „Wir für Menschlichkeit“ zu verdanken. Er erhielt erst am Freitag-Vormittag einen Hinweis zu der geplanten Demonstration und reagierte spontan. Die zu diesem Zeitpunkt die Anmeldefrist von 48 Stunden für eine Gegendemo bereits verstrichen war, lud er per Email zu einem friedlichen Spaziergang durch die Stadt ein.

Wieso die Verwaltung in diesem Fall keine entsprechende Vorankündigung veröffentlicht hat, gibt indes Rätsel auf – insbesondere wenn man an die gigantische Resonanz auf die Demonstration der Gruppe „Steh auf für Deutschland“ im September denkt. Damals hat sich Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick sogar mit einer öffentlichen Ansprache eingebracht. Aus dem Rathaus konnten wir bislang keine Rückmeldung erhalten – sobald diese vorliegt, reichen wir sie an dieser Stelle nach.

Update 17.11.

Zwischenzeitlich hatten wir die Gelegenheit mit Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick zu telefonieren. Sie hält die Kritik am Umgang der Stadtverwaltung mit der Kundgebung für richtig und übernähme für die versäumte Informierung der Öffentlichkeit die Verantwortung. Ihre Entscheidung nicht aktiv zu werden, basierte auf Einschätzungen die sich um mögliche Engpässe bei den polizeilichen Kapazitäten sorgten. Sie bedaure die daraus gezogenen Schlussfolgerungen und wolle sich in einer solchen Situation künftig wieder von Ihren Überzeugungen leiten lassen, so die Oberbürgermeisterin weiter.

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