Oh wie schön ist Menzingen

Gerhard Wöhrle führt durch seinen Heimatort

Für viele mag das 2000 Seelen-Dörfchen Menzingen auf den ersten Blick nichts besonderes sein – wie es da gerade ruhig in der heißen Mai-Sonne vor sich hin döst. Doch wer sich mit der rund 1.200-jährigen Geschichte Menzingens vertraut macht, der findet überall im Ort noch Spuren und Zeichen dieser bewegten 12 Jahrhunderte. Gerhard Wöhrle lebt seit Kindertagen hier und kennt jeden Winkel seines Dorfes und vor allem auch jede Geschichte. Am Samstag lud er alle Interessierten auf einen Streifzug durch Menzingen ein – zu den Wanderern gesellten sich sogar die Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz und Bundestagskandidat Pascal Haggenmüller. Die beiden Grünen-Politiker genossen den Ausflug sichtlich und zeigten großes Interesse an den Erzählungen Gerhard Wöhrles.

Ausganspunkt der Tour war die Stadtbahnhaltestelle in Bahnbrücken – von dort aus führte die Route über den Wasserturm, durch die Weinberge hinab ins Dorf. Dort öffneten sich für die Gäste sogar Türen, die normalerweise verschlossen bleiben. So führte niemand geringeres als Baron Dominicus Freiherr von Mentzingen durch seine Schwanenburg und gewährte spannende Einblicke in den 1369 errichteten Prachtbau. Weiter ging es zum Brunnenhäusle, in dessen Herzen noch immer eine uralte Quelle sprudelt. 15 Liter fließen hier jede Sekunde aus den Tiefen der Erde. Früher wurde das Wasser zum Menzinger Wasserturm gepumpt, heute wird die Gemeinde die erst seit 1928 mit Hauswasseranschlüssen ausgestatt wurde, auf anderen Wegen versorgt.

Einer der Höhepunkte der Wanderung war natürlich das Ruine des Wasserschlosses. Die einstige Tiefburg wurde zur gleichen Zeit wie die höher gelegene Schwanenburg errichtet und war zu ihren Glanzzeiten ein wahres Schmuckstück. 1525 verwüstete dann jedoch der „Kraichgauer Haufen“ des Anton Eisenhut im Zuge des Bauernaufstandes das Bauwerk. Nach ihrem Wiederaufbau blieben dem Wasserschloss noch einige Jahrhunderte vergönnt, bis schließlich ein amerikanischer Jagdbomber-Verband in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges das Schicksal des stolzen Bauwerks besiegelte.

Nach weiteren Stopps z.B. bei der alten Schule, dem Kräutergarten der Familie Häfele oder dem Reitbetrieb Marz, kehrte die Wandergruppe dann schließlich in der idyllischen Laube von Gerhard Wöhrle ein. Bei einem guten Tropfen und einer deftigen Stärkung bestand hier schließlich noch die Möglichkeit Nachfragen zum Gehörten und Erlebten zu stellen. Denn wer einmal mit Gerhard Wöhrle durch seinen Ort gewandert ist, der wird Menzingen künftig mit anderen Augen sehen.

Sie möchten auch einmal dabei sein? Kein Problem! Gerhard Wöhrle lädt regelmäßig zu Entdeckungstouren durch Menzingen ein. Mehr Infos erhalten Sie unter diesem Link!

 

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