Östringen wird Osterbunt

Östringen wird Osterbunt
Der Brunnen in Östringen

Brunnen im Stadtgebiet tragen österlichen Pflanzenschmuck

Brauchtum stammt ursprünglich aus dem Fränkischen

In allen Östringer Stadtteilen sind die öffentlichen Brunnen derzeit mit symbolträchtigem Pflanzenschmuck ausstaffiert, der auf das nahende Osterfest hinweist. In der Kernstadt haben die „Helfenden Hände“ von Anneliese Tinkl den Stadtbrunnen auf dem Kirchbergplatz mit österlichen Motiven geziert. Dank der kunstvoll geflochtenen und mit bunten Ostereiern gezierten Pflanzenornamente ist der Wasserspender, der an seinen Brüstungen die Wappenmotive der vier Stadtteile trägt, für Passanten und die Besucher von Rathaus und Pfarrkirche momentan ein ganz besonderer Blickfang.

In Odenheim machte es das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des örtlichen Obst-, Wein- und Gartenbauvereins möglich, dass gleich zwei Brunnenanlagen von den bevorstehenden Ostertagen künden, nämlich der Steinhauerbrunnen in der Eppinger Straße und zudem auch der Geisbergbrunnen mit seiner markanten Granitkugel in der Nibelungenstraße. In Tiefenbach trägt dank der Initiative des Heimatvereins der Mönchsbrunnen vor dem Rathaus ein farbenfrohes Frühlingskleid und in Eichelberg hat die Arbeitsgemeinschaft der Ortsvereine den historischen Rad- und Ziehbrunnen in der Dorfmitte geschmückt.

Der Brauch, Osterbrunnen zu schmücken, stammt ursprünglich aus der Fränkischen Schweiz. Die Wasserarmut dieser Region verlieh der Sicherstellung einer kontinuierlichen Versorgung der Bevölkerung mit dem besonderen Lebenselement schon seit jeher große Bedeutung. Vor Ostern wurden die öffentlichen Brunnen gründlich vom Schmutz des Herbsts und Winters gereinigt und anschließend für die Feiertage hergerichtet. Beim „Brunnenputzen“ herrschte bis vor wenigen Jahrzehnten noch eine klare Arbeitsteilung. Die Burschen übernahmen das Reinigen der Quellen und Brunnen, das so genannte „Brunnenfegen“, das dem eigentlichen Brunnenschmücken stets vorhergehen musste. Währenddessen versammelten sich die Mädchen im heiratsfähigen Alter und verzierten frisch geschlagene junge Bäumchen mit bunten Eiern und Papierbändern. Das Aufstellen der Schmuckbäumchen am Brunnen war dann ein feierlicher Akt, der nur von den Burschen vollzogen werden durfte.

Dem „Osterwasser“ wurde seit Alterszeiten besondere Wirkungen zugesprochen und erste mündliche Überlieferungen von prachtvoll geschmückten Brunnenstellen gibt es in der Neuzeit seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Allerdings gibt es auch Anhaltspunkte, dass die Menschen schon in vorgeschichtlichen Epochen versuchten, sich die Quellgöttin durch das Ausschmücken der Brunnen gewogen zu machen.

Nach der Einführung moderner Wasserversorgungssysteme stand der Brauch der Osterbrunnen zunächst vor dem Aussterben. Seit den 1950er Jahren verbreitete sich die Sitte dann allerdings in weiten Teilen Süddeutschlands und sorgt nun im Frühling in vielen Gemeinden für frische Farbtupfer im Ortsbild.

Redaktion: Wolfgang Braunecker

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