Östringen, Kraichtal, Bretten – Neue XXL-Autobahn führt durch den Kraichgau

Östringen, Kraichtal, Bretten - Neue XXL-Autobahn führt durch den KraichgauAb 2017 soll ein 52 Kilometer langer Autobahnabschnitt Sinsheim und Pforzheim direkt verbinden

Neue Strecke führt über Östringen, Kraichtal und Bretten 

„Planungsprojekt A502“ – so lautet die nüchterne Bezeichnung für das größte süddeutsche Straßenbauprojekt seit über 30 Jahren. Dabei handelt es sich um nicht weniger als eine 3-spurige Autobahn, die die überlasteten Teilabschnitte der A5 und der A6 nachhaltig entlasten soll. Die neue Trasse soll eine Direktverbindung zwischen Sinsheim und Pforzheim realisieren – ein dringend notwendiges Projekt, sieht man sich die angespannte Verkehrssituation in der Region etwas genauer an. So sind die Streckenabschnitte der A5 zwischen dem Dreieck Hockenheim und Karlsruhe, und jenem auf der A6 zwischen Heilbronn und dem Walldorfer Kreuz chronisch überlastet. Ebenso drastisch ist das Bild auf der A81 zwischen Heilbronn und Stuttgart. Der daraus resultierende Ausweichverkehr zwingt zudem regelmäßig die Bundestraßen 3, 35, 293 und 294 in die Knie. Ein Bild das jeder Pendler zu den Stoßzeiten nur zu gut kennt. Auf der Ministeriums-Konferenz vergangenen Donnerstag in Stuttgart konnte nun erstmals ein einheitliches Votum für das „Planungsprojekt A502“ erreicht werden. Die Planungen sollen bis 2016 abgeschlossen sein, die Bauarbeiten können dann bereits im Frühjahr 2017 beginnen. Der veranschlagte finanzielle Rahmen liegt ersten Schätzungen zufolge bei gut 850 Millionen Euro, die durch den Bund, das Land und entsprechender Förderfonds aus Brüssel getragen werden.  Die überraschend schnelle Vorgehensweise wird im Ministerium damit begründet, dass die Grobplanung schon seit Jahren abgeschlossen sei und letztendlich nur noch Detailfragen zur Diskussion stünden.

Östringen, Kraichtal, Bretten - Neue XXL-Autobahn führt durch den Kraichgau
So soll die Strecke der A502 durch den Kraichgau führen

Östringen, Kraichtal, Bretten – Die geplante Strecke im Detail

Die Pläne selbst lesen sich recht imposant. So beschreiben sie einen geplanten Streckenverlauf von der A6 bei Dühren über die Gemarkungen Östringen-Odenheim und Kraichtal-Menzingen. Anschließend soll die Trasse zwischen Flehingen und Bauerbach die B293 queren um schließlich auf Höhe des Steinbruchs Knittlingen auf die B35 zu stoßen.  Bei Bauschlott trifft die neue A502 schließlich auf die B294 die im weiteren Verlauf zur Autobahn unter Umgehung von Neulingen ausgebaut werden soll. Gelingt dieses ehrgeizige Unterfangen wäre eine Fahrt von Sinsheim nach Pforzheim in rund 20 Minuten künftig kein Problem mehr. Geplante Auffahrten sollen bei Menzingen und Bretten entstehen.

Probleme sind vorprogrammiert 

Doch natürlich wirft ein Straßenbauprojekt dieser Größenordnung auch etliche Fragen und Probleme auf. Besonders die kritischen Stellen an den Schnittbereichen der geplanten Autobahn mit den Bundestraßen 35 und 294 werden von Kritikern hart angegriffen. Im Planfeststellungsverfahren sind an diesen neuralgischen Punkten Überführungen der Bundestraßen über die Autobahn geplant. Die Folgen wären in jedem Fall Sperrungen der entsprechenden Abschnitte über viele Monate und Umleitungen durch dicht besiedeltes Gebiet. Gerade im Raum Bretten dürfte dies zu erheblichen Problemen im täglichen Pendelverkehr führen.

Naturschützer empört

Unzweifelhaft bedeutet eine neue Straße dieser Dimensionen auch einen tiefen Einschnitt in das Ökosystem des Kraichgaus und in die Lebensräume der heimischen Tierarten. Umweltschützer kritisierten nach Bekanntwerden der Pläne das Projekt aufs Schärfste. Gerade der Streckenabschnitt durch das Bauerbachtal gefährde eine Vielzahl an Tieren, darunter die Halskrampfkröte und das kleine Schwalbenbeinchen. Sollten keine entsprechende Unterquerungsmöglichkeiten für diese bedrohten Tierarten eingeplant werden, könne man sich „auf Remmidemmi“ einstellen, so der Umweltaktivist Mark Baum wörtlich gegenüber der örtlichen Presse. Im Ministerium nimmt man diese Einwände indes ernst und versprach eine entsprechende Gesprächsrunde zeitnah auf den Weg zu bringen.

Informationsabende für Anwohner

Um alle betroffenen Anwohner über die Bauplanungen zu informieren, wird es in allen betroffenen Kommunen noch in diesem Sommer ausführliche Informationsveranstaltungen geben. Die entsprechenden Termine wird das Ministerium noch im Laufe des Tages auf seiner Webseite veröffentlichen.

 

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