Nach dem Brandanschlag – Remchingen zeigt Flagge

Gemeinsam gegen Fremdenhass

Am Sonntag Abend haben hunderte Remchinger Bürger ein Zeichen für Menschlichkeit und Nächstenliebe gesetzt. Aufgerufen hatte dazu der Gemeinderat, Bürgermeister Prayon und das Netzwerk Asyl. Vor der Kulturhalle versammelten sich um 19 Uhr zahlreiche Menschen um zu zeigen das Remchingen für „Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft“, „Menschenwürde und Toleranz“ sowie den „Schutz der Schwächeren und Nächstenliebe!“ einsteht. Diese Schlagworte – zitiert von der Internetseite der Stadt – sollen klar aufzeigen, dass die Gemeinde die feige Tat vor einer Woche aufs Schärfste verurteilt und nun eindeutig Flagge zeigen will. Die dafür gegründete Facebook-Gruppe „Remchingen schweigt nicht“ zählt mittlerweile rund 850 Mitglieder. Die Kundgebung fand auch bei den Medien großen Anklang – der SWR berichtete Live vor Ort und auch das ZDF war zugegen.

 

Das es sich bei der Tat am Freitag vergangener Woche um Brandstiftung handelt, gilt mittlerweile seitens der Ermittler als erwiesen. Die Polizei gibt dazu bekannt:

Remchingen: Brandbeschleuniger im Brandschutt nachgewiesen

Verdacht gegen Jugendlichen konnte ausgeräumt werden

Erste Ergebnisse zu dem Brand eines für die Unterbringung von Asylbewerbern in Betracht kommenden Gebäudes in der Nacht von Freitag auf Samstag in Remchingen liegen der Polizei nun vor. Die Analysen des Brandschuttes beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg wiesen darin Ottokraftstoff (Benzin) nach. Im Rahmen der Ermittlungen ergaben sich Verdachtsmomente gegen einen Jugendlichen aus Remchingen. Die Kripo hat ihn am Freitagmorgen befragt. Der Verdacht konnte nach den Einlassungen des jungen Mannes ausgeräumt werden.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittlungsgruppe drangen der oder die Täter ins Gebäude ein, nachdem sie ein Fenster an der Rückseite des Gebäudes eingeschlagen hatten. Im Obergeschoss wurde dann der Brand gelegt und Benzin als Brandbeschleuniger verwendet. Bereits Anfang und Mitte Juni wurden jeweils eingeschlagene Fensterscheiben an der Gebäuderückseite festgestellt. Die Vorfälle wurden vom Polizeiposten Remchingen bearbeitet. Nachdem die Polizei bereits am Montag mit 20 Beamten die Umgebung des Brandobjektes abgesucht hatte, wurde am Donnerstagvormittag durch Beamte der Wasserschutzpolizei die Pfinz von Singen bis nach Söllingen zum Wehr „Walther“ auf einer Länge von rd. 4 km nach Beweismittel ohne Ergebnis abgesucht.

Am späten Donnerstagabend wurden die bekannten Treffpunkte von Jugendlichen in den Ortsteilen Singen und Wilferdingen überprüft. Die angetroffenen jungen Leute wurden zu dem Brandgeschehen am vergangenen Freitag befragt. Einen entscheidenden Ermittlungsansatz haben die ermittelnden Kriminalbeamten nicht. Die Polizei bittet deshalb nach wie vor um Zeugenhinweise unter Telefon: 0721/939-5555

Staatsanwaltschaft Karlsruhe / Pressestelle

Bilder: Laura Stark

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