Kraichtaler Rektor weist Kritik an neuer Schulform zurück

Kraichtaler Rektor weist Kritik an neuer Schulform zurück
Rektor Claus Bopp und Konrektor Sieghard Moch

Umstrittene Kritik an der Gemeinschaftsschule

Kürzlich berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung über Misstände und Probleme der noch vergleichsweise jungen Schulform „Gemeinschaftsschule“. Sie berief sich dabei auf ein unveröffentlichtes Gutachten aus Tübingen und bezeichnete die Einführung dieser Schulform als „Schwäbisches Himmelfahrtskommando“. Claus Bopp, Rektor der Gemeinschaftsschule in Münzesheim, kann diese Kritik nicht nachvollziehen und hat seine bisher durchweg positiven Erfahrungen in einem Bericht für hügelhelden.de zusammengefasst:

Begründung für eine Gemeinschaftsschule in Kraichtal

Die GMS Kraichtal begrüßte im September den zweiten Jahrgang der Gemeinschaftsschule. Auch dieser Jahrgang befindet sich in einer stabilen Zweizügigkeit und die Anmeldezahlen haben erneut bewiesen, dass diese Schulart sehr gerne, gleichermaßen von den Kindern und Eltern angenommen wird.

Unsere pädagogischen Überlegungen und Ausführungen zeigen, dass die Gemeinschaftsschule den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung trägt. Neues Lernen in anderen Lernkulturen ist notwendig geworden, um in der veränderten Welt bestehen zu können. Ausdrückliches Ziel einer GMS in Kraichtal ist es, alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 zu einem Abschluss zu führen, und zwar zu dem bestmöglichen.

Kraichtaler Rektor weist Kritik an neuer Schulform zurück
Der Schulhof

In der heutigen Gesellschaft und Berufswelt, die sich ständig verändert, wird vorausgesetzt, dass der Einzelne über vielfältige Grundqualifikationen, wie z.B. Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz, Empathiefähigkeit und Kooperationsfähigkeit verfügt. Diese „Life Skills“ oder überfachlichen Kompetenzen zu vermitteln ist neben dem Erwerb der Fachkompetenzen ein wesentlicher Bestandteil der Gemeinschaftsschule.

Eine kompetenzorientierte Diagnose setzt immer an den Stärken der Schüler an, analysiert die Defizite und Schwächen und dient als Basis für eine individuelle Förderung. Durch eine Neuorientierung des Zeitmanagements entsteht und bleibt mehr Zeit für das einzelne Kind. Längeres gemeinsames Lernen schafft soziokulturelles Leben, wirkt Ausgrenzungen entgegen und bildet Heimatbezug. In einer GMS kommen die Schüler mit vielfältigen Begabungen und Neigungen zusammen. Diese Vielfalt sieht diese Schulform als Chance und Potential. Die Zusammensetzung der Schüler geschieht bewusst unter dem Aspekt der Heterogenität und nicht nach dem Prinzip der Auslese. Durch geeignete Maßnahmen und Methoden werden wir den leistungsstarken und lernschnellen Schülern ebenso gerecht werden wie den im Lernen Langsameren. Dadurch entsteht für das Kind ein Lernen in unterschiedlichen Leistungsniveaus. Weil die Kinder aber nicht mehr in Klassenstärke unterrichtet werden, sondern in unterschiedlichen Leistungsgruppen, werden die besser begabten Kinder früh erkannt und intensiv gefordert. Gleiches gilt für die weniger lernstarken Kinder.

Kraichtaler Rektor weist Kritik an neuer Schulform zurück
Die Markgrafenschule wurde kürzlich 50 Jahre alt

Mit der Umgestaltung der Deputate der Lehrkräfte und neuen Ansätzen in der Gestaltung des Stundenplanes bilden sich Lehrkräfteteams heraus, die nun das Lernen in kleineren Lerngruppen ermöglichen. Wir verfolgen den Grundsatz: Soviel gemeinsamer Unterricht wie nötig, so viel Individualität und Differenzierung wie möglich. Dadurch werden wir den begabten Kindern und Jugendlichen in ihrer persönlichen Individualität und Lernneigung besonders gerecht.

Das individuelle Lernen erfordert von uns Lehrkräften und Lernbegleitern besondere Verfahren. Dieser Prozess kann nur gelingen, wenn die Kinder behutsam an das selbständige Lernen herangeführt werden. Der Aufbau von Helfer- und Expertensystemen unterstützt und begleitet dabei diesen Prozess. Somit entstehen im Verband auch gelingende soziokulturelle Interaktionen. Die Schüler müssen nach und nach befähigt werden, sich selbst einschätzen zu können. Mit Kompetenzrastern und Zielvereinbarungen unterstützen die Lehrkräfte diesen Weg. Das Kompetenzraster und eine intensive, sich fortschreibende Dokumentation, der hohe Grad an Zusammenarbeit der Lehrkräfte, Eltern und Schüler schaffen eine bessere Förderung des Kindes, in allen Richtungen, als die herkömmliche Schule.

Selbstständiges Lernen ist die Grundlage für lebenslanges Lernen. Es bildet die Personalkompetenz und fördert nachweislich die Freude am Lernen. Dieses flexible, begabungs- und leistungsorientierte Unterrichtsangebot bietet in allen Jahrgängen vielfältige Möglichkeiten, gerade auch leistungsstarke Schüler und Schülerinnen zu fordern und leistungsschwächere zu fördern. Deswegen glauben wir, dass die Gemeinschaftsschule eine gelingende Schulart ist.

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