Kampf gegen Stechmücken läuft auf Hochtouren

Kampf gegen Stechmücken läuft auf HochtourenSchnakenbekämpfer im Dauereinsatz

Die ergiebigen Regenfälle in der Schweiz um Pfingsten herum haben am Oberrhein zu zu einem schnellen Ansteigen des Rheinpegels und einer starken Hochwasserwelle geführt, die die dritte Bekämpfungswelle für die KABS-Mitarbeiter bedeutet. So wurden am 20. April am Pegel Speyer 5,70 Meter gemessen, am 3. Mai 5,00 Meter und am 16. Mai gar 6,80 Meter, so dass der Pegel fast 3 Meter über Normal lag. Deshalb sind, wie der Präsident der KABS, Dr. Paul Schädler in Speyer erklärte, die Stechmückenbekämpfer der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) seit Mitte April im Dauereinsatz.

So wurden in diesem Jahr bislang schon rund 100 Tonnen Eisgranulat mit dem biologischen Wirkstoff Bti (Bacillus thuringiensis israelensis), der ausschließlich Mückenlarven abtötet, mit dem Hubschrauber über die Brutgewässer ausgestreut, ungefähr so viel wie 2015, das ein extremes Schnakenjahr war. Bekämpft wurde auf einer Fläche von circa 5500 ha, wobei ein, gegebenenfalls auch zwei Hubschrauber, drei LKW und rund 300 Mitarbeiter eingesetzt wurden, die den Wirkstoff auch zu Fuß mit Rückenspritzen in den Brutgewässern nach Erreichen von Schwellenwerten bei dem Larvenbesatz ausbringen.

Die aktuelle Hochwasserwelle hat die Auen weitgehend überschwemmt, das Wasser steht vielerorts bis zur Dammsohle, viele Wege waren nicht mehr begehbar. Am Dienstag, den 18. Mai, wurde in Bötzingen am Kaiserstuhl mit der Bekämpfung – mit einem Hubschrauber und zu Fuß – begonnen, um in den folgenden Tagen in Richtung Norden bis in den Rheingau weiter zu machen Ab Freitag bis in die nächste Woche hinein wird ein zweiter Hubschrauber eingesetzt, um bei den am Wochenende zu erwartenden hohen Temperaturen, die die Larvenentwicklung beschleunigen, der Lage Herr zu werden.

Die KABS muss konzentriert und intensiv zu Werke gehen, da das Zeitfenster für die Bekämpfung mit biologisch-ökologischen Mitteln sehr klein ist: Wie KABS-Direktor Dr. Norbert Becker ausführte, können Stechmücken nur bis zum vierten Larven bekämpft werden, da sie nur dann den Wirkstoff als Nahrung aufnehmen – im Puppenstadium fressen sie nichts mehr. Die KABS wird mit ihrer hervorragenden Infrastruktur und ihrem qualifizierten Personal eine erfolgreiche Bekämpfung durchführen. Es wird wohl in etwa zwei Wochen ein etwas erhöhtes Aufkommen an Stechmücken zu spüren sein, da eine vollständige Vernichtung der Stechmückenlarven weder möglich noch erwünscht ist, aber es wird kein Schnakenplage geben.

Da es zu diesem Zeitpunkt schon drei Hochwasserwellen gegeben hat, rechnet Norbert Becker für 2016 insgesamt mit einem schwierigen Schnakenjahr, ähnlich intensiv wie 2015, aber auch diesmal wird die KABS wieder mit allen Kräften für eine erfolgreiche Bekämpfung sorgen.

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