Kampf der Weihnachtsmärkte – Bruchsal vs. Bretten

Kampf der Weihnachtsmärkte - Bruchsal vs. Bretten
Kampf der Weihnachtsmärkte – Bruchsal vs. Bretten

Welcher Weihnachtsmarkt macht das Rennen?

Jahr für Jahr das gleiche Bild. Wenn am Abend die Sonne sinkt, strömen die Menschen in den ersten drei Dezember-Wochen Richtung Weihnachtsmarkt wie die Motten zum Licht. Am Wochenende wird es speziell in den Kraichgau-Städtchen dabei so voll, dass selbst Stehplätze zur Mangelware werden. Doch lohnt sich ein Besuch der großen Märkte eigentlich wirklich? Wir haben die beiden mehrwöchigen Weihnachtsmärkte in Bruchsal und Bretten gegeneinander antreten lassen.

Disziplin 1 – Das Umfeld

In Bruchsal findet der Markt Jahr für Jahr auf dem Kübelmarkt sowie dem direkt angrenzenden Otto-Oppenheimer-Platz statt. Von zwei Seiten wird das Gelände von Wohn und Geschäftshäusern gesäumt, öffnet sich aber auch Richtung der breiten Fußgängerzone und der Saalbach. Da Bruchsal in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges fast vollständig zerstört wurde, wird das Ambiente der Innenstadt von funktionalen Nachkriegsbauten geprägt. Der Punkt für das schönste Umfeld geht daher klar an Bretten. Hier wird der Weihnachtsmarkt auf dem historischen Rathausplatz im Kreise der Fachwerk und Sandsteinbauten veranstaltet. Die goldrote Beleuchtung lässt in Verbindung mit den Glitzerlichtern der viele Buden, echte Weihnachtsromantik aufkommen.

Punkt für Bretten

Disziplin 2 – Die Aufmachung

Beide Weihnachtsmärkte sind mit festen, hölzernen Buden ausgestattet. Während in Bretten manche Händler ihre Hütten mit künstlichem Stoff-Schnee abgedeckt haben, sind es in Bruchsal sogar teilweise echte Dachschindeln. in Bruchsal locken zudem richtige Fahrgeschäfte auch die kleinen Marktbesucher an. In Bretten stehen die Buden etwas wilder angeordnet, während in Bruchsal hier auf mehr Homogenität gesetzt wird. Insgesamt gefällt uns die Aufmachung in Bruchsal daher leicht besser. Auch die Dekoration wirkt liebevoller und stimmiger.

Punkt für Bruchsal

Disziplin 3 – Essen und Trinken

Beginnen wir mit dem Klassiker Nummer 1- Dem Glühwein. Hier steht sich das Angebot der beiden Städte in nichts nach. Eine Tasse Winzerglühwein kostet 2,50 Euro und wird in klassischer Keramik oder pfiffiger Eisglas-Optik (Bruchsal) ausgeschenkt. Unterschiede gibt es hier nur im Detail. Ein Geheimtipp ist der Rumtopf im Brettener Schneeflöckchen – dessen Kirschen von Standbetreiber Sascha bereits im Sommer eingelegt werden. Das Essen hat uns in Bruchsal nicht übermäßig begeistert – Schaschlik und Würste werden wie am Fließband und etwas lieblos verkauft. Dafür rocken hier aber die heißen Maronen. Das Angebot in Bretten fällt indes aber deutlich breiter aus – hier geht neben den Klassikern auch Neues wie koreanische Maultaschen oder Chilly-Chicken-Wings.

Punkt für Bretten

Diziplin 4 – Die Specials

In Bruchsal hat die Familie Alt auf dem Weihnachtsmarkt das Händler-Zepter fest in der Hand. Gleich mehrere Stände gehören den Unternehmern mit den fleece-roten Jacken. Highlight ist seit einigen Jahren deren große Neuanschaffung – die markante 8,50 Meter hohe Weihnachtspyramide. Hier trifft man sich, schwätzt und wärmt sich am Glühwein aus den Hochleistungspumpen, deren prägnantes „Strchhh Strchhh“ fest zur vorweihnachtlichen Brusler Geräuschkulisse gehören. Bretten schießt jedoch auch in dieser Disziplin den Vogel ab und punktet mit der großen Eisbahn mitten auf dem Marktplatz. Jahr für Jahr können hier Groß und Klein Schlittschuh fahren und Spaß haben. Eine Investition die die Brettener honorieren und bis in den Januar hinein rege nutzen.

Punkt für Bretten

Disziplin 5 – Das Programm

Beide Märkte verfügen über eine kleine Veranstaltungsbühne, die aber im Wesentlichen von Kindergärten, Schulen und Vereinen genutzt wird. Hier wird gesungen und gespielt an fast jedem Markttag. Das farbenfrohe Aushängeschild Bruchsals stellt aber die sogenannte Schloßweihnacht an zwei Wochenenden im Advent dar. Wie der Name schon sagt, wird dieser alternative Weihnachtsmarkt im Garten des wunderschönen Barockschlosses veranstaltet – ein tolles musikalisches Rahmenprogramm und eine faszinierende Lichtershow inklusive. Der Haken sind jedoch die Kosten – Für den Eintritt zur Schlossweihnacht muss zuerst der Geldbeutet geöffnet werden, was wir angesichts der zusätzlichen Kosten für Essen und Getränke für schwierig halten. Bretten hingegen bietet mit dem Kunsthandwerkermarkt an zwei Wochenenden auf dem Kirchplatz ein zusätzliches, kostenfreies Angebot und holt damit auch knapp diesen Punkt

Punkt für Bretten

Fazit – Bretten macht das Rennen

Ein klarer Sieg für Bretten. Die mittelalterliche Stadt hat natürlich mit ihrem Flair vergangener Tage einen starken Vorteil gegenüber Bruchsal, versteht es aber auch mit einem runderen Rahmenprogramm und toller Zusatzangebote zu überzeugen. Doch keine Sorge – Bis Weihnachten sind es noch knapp drei Wochen – genug Zeit beide Märkte ausgiebig zu erkunden und sich ein eigenes Bild zu machen. Natürlich wird auch überall sonst im Kraichgau gefeiert. Eine Liste aller Märkte finden Sie hier auf hügelhelden.de

Ähnlicher Artikel

Neue Großbaustelle auf der A5 bei Bruchsal wirft ihre Schatten voraus

Neue Großbaustelle auf der A5 bei Bruchsal wirft ihre Schatten voraus

Ab April wird es eng auf der A5 Die geplante Erneuerung zweier Brücken bei Bruchsal…
Feiern bis der Öhi abwinkt – Après-Ski-Party Vol. 6 in Münzesheim

Feiern bis der Öhi abwinkt – Après-Ski-Party Vol. 6 in Münzesheim

Urige Hütten-Gaudi in Münzesheim Zur großen Après-Ski-Party des Musikvereins „Harmonie“ Münzesheim pilgerten am Wochenende bereits…
Ein lockeres „Hallo 2018“ in Gondelsheim

Ein lockeres „Hallo 2018“ in Gondelsheim

Die Neujahrsbegegnung in Gondelsheim 2018 Große Worte und viel Pomp und Prunk? Das ist nicht…
Ubstadt-Weiher startet mit Elan ins neue Jahr

Ubstadt-Weiher startet mit Elan ins neue Jahr

Lockere Atmosphäre auf dem Neujahrsempfang in Zeutern „Feeling Good“ – dieser Musiktitel war nicht nur…