Junge Sinsheimerin erlebt das Erdbeben in Nepal

Tabitha f Bericht„Auf einmal fing alles an zu wackeln“

Tabitha absolviert ihren Jahreseinsatz mit der DMG in Nepal, wo sie an einer Schule unterrichtet. Die junge Frau erzählt, wie sie das Erdbeben erlebt hat:

Es ist ein Samstagvormittag, wie jeder andere. Ich setze mich an den Tisch, um meinen Freunden zu Hause zu schreiben, auf einmal fängt alles an zu wackeln. Es braucht ein paar Sekunden bis ich realisiere: Das ist kein Lastwagen. Ein Erdbeben! Barfuß renne ich raus auf die Straße, wo schon Nachbarn sich sammeln. Alle reden wild durcheinander, rufen nach Angehörigen, die noch in den Häusern sind. Die Menschen sind wie ich geschockt. Mein Herz klopft bis zum Hals. Immer wieder bete ich: „Papa, bitte lass es kein schlimmeres Erdbeben sein. Beschütze mich!“


Eine ältere nepalesische Nachbarin kommt mitten im Chaos zu mir und nimmt mich in den Arm. Nachdem es aufgehört hat zu beben, bleibe ich draußen, unsicher wie alle. Langsam kommt eine Kuh, Gras fressend, auf uns zugetrottet. Nachbarinnen berühren das Tier und anschließend sich selbst. Sie erhoffen sich von der Kuh, die in Nepal als heilig gilt, Ruhe und Segen. Die Tage und Nächte nach dem Beben stehe ich wie unter Strom, immer aufs nächste Nachbeben wartend. Bereit aufzuspringen, sobald der Alarm losgeht, und mit den anderen Bewohnern des Hauses rauszurennen. Viele schlafen die ersten Nächte draußen auf der Straße. Die ständige Angst weicht nach und nach der Gewissheit, dass Gott mich nicht alleine lässt. Und dass es einen Grund gibt, weshalb ich hier bin. Dass alles in seiner Hand liegt. Unsere Partnerorganisation der DMG hilft im Moment zahllosen Menschen hier vor Ort. Dennoch beschäftigt mich die eigene Hilflosigkeit. Dass ich selbst Betroffenen nicht so helfen kann, wie ich möchte. Was ich jedoch tun kann, ist meine Freunde und Familie zu Hause ermutigen, an Nepal zu denken und für das Land zu beten. Zwar verschwindet die Schlagzeile „Erdbeben in Nepal“ nach und nach aus den Medien. Doch die Sorgen und Probleme der Menschen hier, entstanden durch die Katastrophe, werden nicht so schnell verschwinden.

 

Hintergrund: Das Beben hat Millionen Menschen in Mitleidenschaft gezogen. 500.000 Häuser sind zerstört und die Tiere vieler Bauern vernichtet. Mit Hilfsgeldern der DMG (Stichwort P50403 Nepal-Erdbeben) versorgt die dortige Kirche derzeit hundertfach Familien. Weitere Partnerorganisationen haben Tonnen an Nahrung, Hygieneartikel und Zelte in die Bergdörfer geschafft – und sie planen derzeit ihre langfristige Hilfe …

(PM DMG / Redaktion: Theo Volland)

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