Gondelsheim nimmt den Hochwasser-Schutz in eigene Hand

Alleine gegen die Flut
Gondelsheimer beim Sandsack-Füllen

Bürgermeister Rupp hat Hoffnung auf interkommunale Lösung aufgegeben

Gondelsheim geht nun seinen eigenen Weg in Sachen Hochwasser-Schutz. „Ich hatte auf die Solidarität aller betroffenen Gemeinden gehofft und gesetzt“, sagt Bürgermeister Markus Rupp. Aber diese Hoffnung auf einen gemeinsamen Interessenverband und ein gemeinsames Vorgehen der am Saalbach gelegenen Kommunen scheint vergebens. „Nach dreieinhalb Jahren stehen wir genau da, wo wir im September 2013 standen – nämlich ganz am Anfang“, führt er weiter aus.

Nach dem damaligen Hochwasser hatte Rupp die Initiative ergriffen und eine interkommunale Zusammenarbeit angeregt. „Passiert ist seither wenig. Vielmehr wurde die Idee zerredet“, moniert er. Deshalb zieht er nun die Konsequenz: „ Wie bereits angekündigt, nimmt Gondelsheim den Hochwasser-Schutz nun in die eigene Hand. Denn der Schutz unserer Bevölkerung steht an erster Stelle. Da müssen wir handeln und nicht reden“, macht Rupp deutlich. Gleichzeitig sieht er nun die zuständigen Behörden auf Kreis- und Landesebene in der Pflicht. „Es kann und darf nicht sein, dass nun einige Gemeinden aktiv werden und andere sich auf deren Kosten zurücklehnen“, lautet seine Forderung.

Denn gehandelt hat Gondelsheim bereits. So hat sie unter anderem Ende vergangenen Jahres als erste Gemeinde in der Region eine Hochwasser-App eingerichtet, mit der die Einwohner vor steigenden Pegelständen gewarnt werden. Diese wurde bereits über 240 Mal heruntergeladen. Somit nutzt fast jeder fünfte Haushalt in Gondelsheim diese digitale Form des Hochwasser-Schutzes. „Eine echte Erfolgsgeschichte“, freut sich der Bürgermeister über die große Resonanz. „Gondelsheim Hochwasser“ – so der Name der kostenlosen App – gibt es in den beiden wichtigsten Betriebssystemen für Smartphones iOS und Android und steht dort zum Herunterladen bereit. Sobald der Saalbach eine kritische Höhe erreicht, informiert die Gemeinde alle App-Nutzer darüber. Diese erhalten die Nachricht automatisch auf ihr Mobilgerät mitsamt entsprechender Verhaltenshinweise.

Aber auch auf analogem Wege unternimmt Gondelsheim einiges, um Schäden für Leib und Leben wie für Hab und Gut durch ein Überlaufen der Saalbach möglichst zu vermeiden. Dazu gehören unter anderem die bereits installierten Dammbalken oder auch höhere Böschungen. Eine solche Aufwallung entsteht derzeit im neuen Gewerbegebiet „Gölswiesen“. Weitere sind in der Planung, beispielsweise an der Saalbachhalle oder am Altenwingertweg. Darüber hinaus denken die Experten über ein anderes Profil der Meierhofbrücke nach. Ein solches würde den Durchfluss einer größeren Menge an Wasser erlauben. Zudem geht es darum, etwaige Gefahren an der Froschgasse beim Einfluss des Mühlkanals in die Saalbach weiter zu reduzieren. (Mitteilung der Gemeinde Gondelsheim)

Aus dem Archiv: Zeitbombe Saalbach

Aus dem Archiv: Am wilden Fluss

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