Giftköder – Alarm für Hundebesitzer!

Giftköder – Alarm für Hundebesitzer!
Giftköder – Alarm für Hundebesitzer! (Bild: LJV BW)

Kaum ein Tag vergeht inzwischen, ohne dass man in den Medien über Giftködermeldungen stolpert

Viele geben zugleich darin noch unbedacht dem Hundehasser eine detaillierte Anleitung, welche Gifte sich hierfür besonders eignen und über den normalen Einkauf erwerblich sind.

In vielen Fällen werden die Köder von aufmerksamen Hundebesitzern rechtzeitig entdeckt, in anderen Fällen ist der Hund schneller. Für den Hund bedeutet das dann einen langsamen schmerzhaften Tod, da die Köder entweder mit Gift oder scharfen Fremdkörpern bestückt werden. Oft sieht man leider gar nicht, was sich der Hund, wenn er einige Meter vorausläuft, so mal eben im Vorbeigehen schnappt und kurzerhand aufnimmt. Eintretende Alarmzeichen werden dann daheim oft nicht entsprechend gedeutet. Eine Fahrt im letzten Moment in die nächste Tierklinik rettet das Familienmitglied dann leider auch nicht mehr.

Da sich niemand sicher sein kann, wann auf der heimischen Gassirunde Giftköder auftreten können, sollte man generell wachsam sein. Hunden sollte man, so möglich, eine Aufnahme fremder Essensreste oder Futterstücke abtrainieren.

Es gibt natürlich Rassen, denen man gemeinerweise eine staubsaugerartige Aufnahme sämtlicher Gegenstände nachsagt. Deren Besitzer werden an diesem Punkt jetzt resigniert mit den Schultern zucken. Ein schwacher Trost, dass es wohl auch Besitzern anderer Hunderassen so ergeht. Hier hilft nur erhöhte Aufmerksamkeit!

Die wenigsten Hunde sind daran gewöhnt, einen Maulkorb, der auch vor ungehinderter Futteraufnahme schützen könnte, zu tragen. Es ist also der Hundehalter gefragt.

Vermeidet Strecken, auf denen es bereits zu Giftköderfunden gekommen ist. Verfolgt Giftköderwarnungen, zum Beispiel im Internet, und nehmt sie ernst.

Seid wachsam in der Nähe von Parkplätzen, in Parkanlagen und an typischen Gassistrecken, hier werden besonders gerne Köder ausgelegt.

Da die meisten Gifte und scharfkantigen Gegenstände absolut tödlich wirken, ist eine Vermeidung der Aufnahme durch den Hund oberstes Gebot.

Was tun, wenn man vermeintliche Köder findet?

Wenn Ihr den Eindruck habt, dass Ihr Hund einen Köder aufgenommen haben könnte, wartet keinesfalls eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes wie Erbrechen, Zittern oder Durchfall ab. Verliert der Hund bereits das Bewusstsein, zieht die Zunge seitlich aus dem Maul und stellt sicher, dass die Atemwege frei sind. Nehmt den Giftköder zur weiteren Untersuchung mit.

Fahrt umgehend in die nächste Tierarztpraxis oder Tierklinik.

Hier kann man über weitere Schritte entscheiden und durch Röntgenaufnahmen metallische Gegenstände darstellen. Eine Notoperation kann dort umgehend in die Wege geleitet werden und der Hund wird intensivmedizinisch betreut.

Verliert keine Zeit.

Eine Hilfsperson oder Ihr selber solltet in jedem Fall die Köder vollständig einsammeln und das Gebiet auf weitere Stellen untersuchen. Stellt die Giftköder sicher und erstattet unbedingt Anzeige!

Warnt andere Hundebesitzer. Teilt ihre Informationen. Hängt Schilder auf, informiert die Zeitung. Denkt bitte auch daran, ältere Hundebesitzer davon in Kenntnis zu setzen.

Besonders wichtig: Sprecht die Nachbarn an. Kinder, die aus Neugierde Köder entdecken und aufnehmen sind dadurch ebenso gefährdet.

Und dann noch ein Punkt zum Thema Internet, der uns immer wieder in so vielen Foren auffällt: So sehr die Emotionen auch hochkochen mögen und ich das als Hundehalter nachvollziehen kann- bitte bleibt sachlich! Angedrohte Selbstjustiz und üble Beschimpfungen halten niemanden davon ab, Köder auszulegen. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, Eure Kommentare können zurückverfolgt und strafrechtlich belangt werden.

In diesem Sinne: Augen auf beim Gassilauf!

 

Ein Gastbeitrag von Anika Klein /  Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V.

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