65 neue Flüchtlinge – Ubstadt-Weiher setzt auf kleine Wohneinheiten

Neue Herausforderungen in der Anschlussunterbringung

Es gab eine Zeit in der in Ubstadt-Weiher die einzige Flüchtlingsunterkunft im ganzen Landkreis existierte. Nur wenige Jahre ist das her und seitdem hat sich bekanntlich vieles geändert. Durch den anhaltenden Zustrom an Flüchtlingen, findet sich bald in jeder Kreiskommune eine solche Unterkunft. Dabei gilt es zwischen der Erst- und der Anschlussunterbringung zu unterscheiden. Während die Neuankömmlinge zunächst zwei Jahre in vom Landkreis unterhaltenen Gemeinschaftsunterkünften leben, ziehen Sie danach (sofern sie noch keine eigene Wohnung haben) in die Anschlussunterbringung um. Diese zu beschaffen und zu unterhalten ist Aufgabe der Gemeinden und mitunter recht kostspielig. Laut dem Gemeindetag Baden-Württemberg kostet ein Asylbewerber in der Anschlussunterbringung die Kommune rund 4000€ pro Jahr, während durch den Finanzausgleich des Landes nur ca.1000 Euro an Zuschüssen gegengerechnet werden können. Betrachtet man die hohe Anzahl an Menschen (rund 25.000) die aktuell noch in den Landeserstaufnahmestellen und in den Gemeinschaftsunterkünften warten, so wird klar welche Herausforderungen auf die Gemeinden nun nach und nach zukommen.

Zwar hat Ubstadt-Weiher durch die hohen Kapazitäten in der frisch ausgebauten Gemeinschaftsunterkunft Zeutern den Soll in der Erstunterbringung für dieses Jahr erfüllt, doch warten nun etwa 65 Flüchtlinge in der AU auf einen Wohnplatz. Die Gemeinde will dabei ganz bewusst auf kleine Wohneinheiten setzen und – obwohl es möglich und kostengünstiger wäre – auf die Einrichtung von Massenunterkünften verzichten. Ubstadt-Weiher hat aus diesem Grund eine zweigleisige Strategie entwickelt, die neben der Belegung von leerstehenden Wohnungen in Gemeindebesitz auch die Erschließung neuen Wohnraums vorsieht. So erwarb man bereits Ende vergangenen Jahres einen alten Gasthof gegenüber der GU am Ortsrand von Zeutern um die dort enthaltenen Wohnungen kurzfristig bezugsbereit zu machen. Noch in diesem Frühling werden hier aller Voraussicht nach die ersten Menschen einziehen.

Doch nicht nur in Zeutern wird im Zuge der Anschlussunterbringung Raum zur Verfügung gestellt. Auch in den Ortsteilen Ubstadt, Weiher und Stettfeld werden derzeit verschiedene Objekte geprüft die spätestens zum Sommerbeginn zur Verfügung stehen sollen. Derweil kommt auch Bewegung in die Belegung der Gemeinschaftsunterkunft in Zeutern. Hier ziehen die Menschen aus den Containern aktuell in die vorhandenen und größtenteils neu erstellten Bestandsgebäude um. Die Container werden wahrscheinlich Anfang April nach Hambrücken transportiert und dort für die Erstunterbringung genutzt.

 

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