Festakt zur Verabschiedung von Bürgermeister Willi Leonhardt – Brettener Bürgermedaille verliehen

Mit einem Festakt hat die Stadt Bretten sich von Willi Leonhardt, ihrem langjährigen Bürgermeister, verabschiedet und seine Verdienste mit der Bürgermedaille gewürdigt.

Oberbürgermeister Martin Wolff konnte zahlreiche Vertreter des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens aus der Region begrüßen. Er nannte stellvertretend den Landtagsabgeordneten Joachim Kößler, den ehemaligen Landtagsabgeordneten Franz Wieser, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, stellvertretend für die Bürgermeister aus der Nachbarschaft Thomas Nowitzki, die Mitglieder des Gemeinderates und des Jugendgemeinderates, den Ehrenbürger und Oberbürgermeister a.D. Paul Metzger,sowie die Träger der Bürgermedaille, Uli Lange, Ortsvorsteher a.D. Erich Hochberger und Peter Dick, Vorsitzender der Vereinigung Alt Brettheim.

Stellvertretend für die Banken begrüßte OB Wolff Norbert Grießhaber, für Behörden, Schulen, Kirchen, die innere Sicherheit, Gesundheit, Vereine: die leitende Schulamtsdirektorin Elisabeth Groß, den Geschäftsführenden Schulleiter Rektor Martin Knecht, Herrn Pfarrer Maiba und Pfarrer Becker-Hinrichs, Kenan Kaykun von der Ulu Camii Moschee, Revierleiter Polizeioberrat Bernhard Brenner, Kreisbrandmeister Thomas Hauck und Kommandant Philip Pannier, Kreisvorsitzender des DRK Kreisverbandes Karlsruhe, Kurt Bickel und den VBU- Vorstand Andreas Drabek.
Vor den mehr als 200 geladenen Gästen ließ OB Wolff die beeindruckende berufliche Vita von Bürgermeister Willi Leonhardt Revue passieren: 1964 trat er als „Stift“ in den Dienst der Stadt Bretten – und der blieb er 51 Jahre treu. Schon 1981 wurde Willi Leonhardt zum Kämmerer bestellt und seit 1991 – 24 Jahre, drei Wahlperioden! – war er Bürgermeister, Erster Beigeordneter: „Mit Deinem wertvollen Fachwissen hast Du zwei Oberbürgermeister äußerst verlässlich und sicher unterstützt. Sowohl die Verwaltungsspitze als auch der Gemeinderat konnten sich dabei immer auf die fundierte Ausarbeitung des Haushalts als auch auf dessen Umsetzung sowie die Verwaltung der finanziellen Mittel verlassen.“, charakterisierte OB Wolff das „Markenzeichen“ Willi Leonhardt und ergänzte: „Für mich war bei meinem Amtsantritt klar: Mit Dir habe ich einen vertrauten, verlässlichen und höchst kompetenten Mitstreiter an meiner Seite. Du standst mir von der Frühphase meiner Amtszeit bis zum heutigen Tage stets mit guten Ratschlägen und konstruktiver Kritik zur Seite. Ein Weggefährte, mit dem ich auch mal lachen konnte. Lieber Willi, ein Beigeordneter deines Formats ist ein Segen für jeden Oberbürgermeister! Wir werden Dich und Deine unglaubliche Fach- und Ortskenntnis über Bretten schmerzlich vermissen.

Man möchte fast sagen, du warst das erste Brettener Wikipedia, schon lange Zeit bevor diese Plattform erfunden wurde.“

Die bekannte Sparsamkeit des Stadtkämmerers habe nicht immer Begeisterung im Gemeinderat hervorgehoben, aber es sei auch hervorzustreichen, dass der „Sparer“ Willi Leonhardt immer seine Zustimmung zu Investitionen in die sinnvolle zukünftige Entwicklung Brettens, also gewissermaßen Maßnahmen mit Rendite, gegeben habe.
Mit der neuen Amtsbezeichnung „Bürgermeister i. R.“ solle mitnichten dem Wunsch des „Bürgermeisters in Rufweite“ Rechnung getragen werden, betonte OB Wolff:
„Auch wenn Du zweifelsohne diesen unglaublichen Fundus an Wissen und Erfahrung mit Dir nimmst – und so manch einer sich insgeheim wünscht, Du mögest doch Deine Memoiren mit all diesen Informationen verfassen – wünsche ich Dir den nötigen Abstand und Ruhe zum Trubel des Alltags rund um die Stadtverwaltung.“
Zum Abschluss seiner Laudatio überreichte OB Martin Wolff als besondere Würdigung durch den Gemeinderat die Bürgermedaille der Stadt Bretten (Foto links oben) mit Urkunde: „Willi Leohardt hat sein Amt mit herausragendem Engagement aktiv ausgeführt. Er hat sich bleibende Verdienste um die Melanchthonstadt Bretten wie um die städtische Gemeinschaft erworben“, schließt der Urkundentext.

Landrat Dr.Schnaudigel würdigte in seinem Grußwort vor allem die über Parteigrenzen hinweg seit 15 Jahren annerkannte Kompetenz des Kreistagsmitglieds Willi Leonhardt. Bürgermeister Thomas Nowitzki überbrachte die Grüße und Auszeichnung des Gemeindetags von Baden-Württemberg und dankte dem Geehrten für die immer kollegiale Zusammenarbeit im Bürgermeistersprengel.
Für den Gemeinderat sprach dessen langjähriges Mitglied, gewissermaßen Wegbegleiter durch die vielen Jahre, Kurt Dickemann (Foto rechts unten). Die besonders enge Beziehung Willi Leonhardts zu der Freiwilligen Feuerwehr, die in die Verantwortung seines Dezernates stand, würdigte Philip Pannier und für die Unterstützung der Brettener Schullandschaft dankte deren Geschäftsführender Schulleiter Martin Knecht mit einem launigen Wort- und Lied-Beitrag. Ein Grußwort der „etwas anderen Art“ sprach in kabarettesker Form Stadtrat Bernd Neuschl.

Der musikalische Rahmen der würdigen und gleichzeitig lockeren, humorvollen Verabschiedung kam von der Jugendmusikschule, deren Belange BM Leonhardt schon viele Jahre engagiert unterstützte. Das bewährte Duo Adalbert Bangha und Walter Braunecker verabschiedete ihn mit zwei adäquat umgedichteten Schlagern. Vor dem Rathaus dankten Fanfarenzug, Bürgerwehr und die Melanchthonherolde mit Musik, Fahnenschwingen und Salutschüssen (Foto rechts oben), zum Abschluss spielte der Musikverein/Stadtkapelle auf. Wie sonst auch, reagierte Bürgermeister Willi Leonhardt bescheiden auf die hohen Ehrungen und das viele Lob: Seine Ansprache war erneut eine Liebenserklärung an Bretten, seiner Heimatstadt, die er entscheidend mit geprägt hat. Sein Dank galt den Kollegen aber vor allem auch seiner Gattin Carola, seinen Kindern und Enkelkindern, die wegen der häufigen offiziellen Termine oft auf ihn verzichten mussten. So wohl er sich im Rathaus auch gefühlt habe so sehr freue er sich aber auch, all das nachholen zu können, das er bisher aus Zeitnot nicht verwirklichen konnte. „Vielleicht schreibe ich ja tatsächlich meine Memoiren…“

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